https://www.faz.net/-gtl-8frnk

Marathon : Hahner-Zwillinge haben ihr Ziel erreicht

  • -Aktualisiert am

Da schau her! Anna (links) und Lisa Hahner freuen sich auf Rio de Janeiro. Bild: dpa

Auch wenn sie ihren besten Zeiten hinterher laufen, erfüllen sie das übergeordnete Ziel: Lisa und Anna Hahner können gemeinsam beim Olympia-Marathon starten. Wenn nicht noch eine Schnellere auftaucht.

          Seit drei Jahren schon hängt auf dem Balkon der gemeinsamen Wohnung ein Plakat mit einer simplen Botschaft, die aber einen langen Atem voraussetzte: Rio 2016. Die Hahner-Zwillinge Anna und Lisa haben beim Hannover Marathon am Sonntag ihr Ziel erreicht, dem gemeinsamen Start beim olympischen Marathon steht nichts mehr im Wege. „Dem haben wir seit Jahren alles untergeordnet. Ohne Plan B“, sagte Anna Hahner, die in Hannover mit einer flotten Halbmarathonzeit von 1:13:47 Stunden den letzten nötigen Leistungsnachweis für Olympia (unter 1:15 Stunden sind gefordert) erbrachte. „Der Zwillings-Start in Rio war immer unser gemeinsames Ziel. Ich habe jetzt schon ein Kribbeln im Bauch, wenn ich daran denke“, sagte Lisa Hahner.

          Bis zum 1. Mai könnten die beiden Hessinnen, die über die Wintermonate viele Wochen in Trainingslagern in Neuseeland, Südafrika und Portugal verbracht haben, theoretisch noch aus dem deutschen Olympiateam verdrängt werden. Realistisch ist das bei der gegenwärtigen deutschen Konkurrenz aber nicht.

          „Die Beine haben gar nichts hergegeben“

          Die quasi sichere Olympiaperspektive übertünchte ein Stück weit die schwachen Zeiten über die an sich schnelle Marathonstrecke von Hannover. Die 26-jährigen Athletinnen erreichten beide das Ziel weit hinter ihren jeweiligen Bestzeiten. Anna schaffte in 2:30:35 Stunden (Bestzeit: 2:26:39) immerhin Rang zwei in der Frauenkonkurrenz. Lisa, die im Oktober in Frankfurt nach einer starken Vorstellung mit neuer persönlicher Bestmarke von 2:29:39 Stunden in die Festhalle einlief, erwischte an der Leine einen miserablen Tag. „Ich habe nie ins Rennen hinein gefunden, musste meinen Pacemakern schon nach vier Kilometern die Planänderung zurufen: langsamer laufen“, erzählte sie. „Es war aber klar, dass ich ins Ziel kommen wollte, auch wenn mich die Zeit da schon nicht mehr interessiert hat.“

          Dort stand am Ende eine indiskutables Resultat von 2:35:56 Stunden. „Ich wollte schon im Bereich meiner Bestzeit laufen, aber die Beine haben gar nichts hergegeben“, sagte Lisa, die in den nächsten Tagen auf die Suche nach einer Erklärung gehen will.

          Nur unter Leistungsgesichtspunkten werden die Zwillinge ihren Frühjahrsmarathon in keiner guten Erinnerung haben, was mit der in knapp drei Wochen wohl verbrieften Olympiaqualifikation aber in den Hintergrund treten dürfte. Zweieinhalb Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Lauf über 42,195 Kilometer – Frankfurt 2013 – standen die Schwestern erstmals wieder gemeinsam an der Startlinie eines Marathons. Das schnelle Halbmarathontempo hätte Anna Hahner „gerne länger gehalten“, wie sie sagt. Sie tröstete sich damit, dass „ich am Ende noch viele Läuferinnen einsammeln konnte. Bei Kilometer 40 war ich noch nicht auf dem Podium, nach 42,195 Kilometern dann Zweite.“

          Im Ziel mussten die Hahners dann aber noch eine Schrecksekunde überstehen: Lisa wurde wegen Kreislaufproblemen behandelt, auch ihr Magen rebellierte. „Das war der passende Abschluss des Laufs“, sagte Lisa mit etwas Abstand schon wieder lachend. Ob einer der Zwillinge oder beide am 30. Oktober beim Frankfurt Marathon an den Start gehen, ist ungewiss. Für einen Lauf in Deutschland bleibt nach dem Olympiamarathon in Rio im August terminlich nur der Laufklassiker am Main. „Man muss sehen, wie der Körper die Marathonbelastung bei hoher Luftfeuchtigkeit wegsteckt“, meinte Anna Hahner.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag beim feierlichen Gelöbnis neuer Rekruten zusammen mit Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Mehr Unterstützung für die Ministerin, bitte!

          Als Parteichefin hat Kramp-Karrenbauer schwere Wahlkämpfe vor sich. Gleichzeitig will sie ihr Ministerium und die Truppe besser kennenlernen. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Sie verdient dabei Unterstützung – gerade aus der Bundeswehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.