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Lizenzerteilung : Endlich Eintracht - Unterhaching gibt auf

  • Aktualisiert am

Endgültig zweitklassig: das Team von Eintracht Frankfurt Bild: dpa

Eintracht Frankfurt hat von der Deutschen Fußball Liga endgültig die Lizenz für die zweite Bundesliga erhalten. Unterhaching gibt sich geschlagen.

          2 Min.

          Der Vorstand des Ligaverbandes der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bestätigte Eintracht Frankfurt per Fax die weitere Zugehörigkeit zum Profi-Lager und beendete damit den wochenlangen juristischen Streit.

          „Es ist höchste Zeit, dass die Dinge endgültig geklärt worden sind. Das war wichtig für alle, die mit dem Fußball zu tun haben“, betonte der Sprecher der Deutschen Fußball Liga, Tom Bender.

          Frankfurt mit vier Wochen Verzug

          Während bei der DFL nun über zukünftige Strategien bei der Lizenzvergabe nachgedacht wird, laufen die Planungen der Frankfurter Eintracht für die anstehende Saison: „Wir konzentrieren uns jetzt auf die zweite Liga, da gibt es wahrhaftig genug Aufgaben. Wir haben mindestens vier Wochen verloren“, sagte der Vorstandvorsitzende Thomas Pröckl.

          Nach dem Richterspruch des Oberlandesgerichts Frankfurt, das am Mittwoch den Antrag der Hachinger gegen eine Lizenzerteilung für die Eintracht zurückwies, erhielten die Hessen vom DFL-Vorstand am Donnerstag umgehend ihre Lizenz.

          Unterhaching gibt sich geschlagen

          Unterhachings Verantwortliche haben sich nach dem Gang durch die Instanzen (DFB-Schiedsgericht, Landgericht Frankfurt, Oberlandesgericht Stuttgart, Oberlandesgericht Frankfurt) endgültig geschlagen gegeben. Die Hachinger werden keine rechtlichen Schritte mehr einleiten und bereits in gut zwei Wochen in der Regionalliga Süd antreten.

          „Wir sind allerdings in Existenznöten, wirtschaftlich und sportlich“, sagte Manager Norbert Hartmann. Die SpVgg muss ihren veranschlagten Etat für die zweite Liga von neun Millionen Euro auf 1,5 Millionen kürzen. Alleine die TV-Gelder reduzieren sich von 3,6 Millionen Euro auf 400.000. Der schon abgeschlossene Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor bringt nur noch 400.000 statt 700.000 Euro pro Spielzeit. Auch die abgeschlossenen Bandenwerbung-Verträge sind nur für die zweite Liga gültig. „Wenn wir in zweieinhalb Wochen starten, sind die Banden wohl leer“, klagt Hartmann.

          Unterhachings Aufstellung völlig offen

          Außerdem ist die Zusammensetzung der Mannschaft noch völlig offen, da viele Spieler einen Vertrag nur für die zweite Liga unterschrieben haben. Stürmer Miroslaw Spizak unterschrieb am Donnerstag einen Ein-Jahres-Vertrag bei Alemannia Aachen. Er wechselt ablösefrei. Torhüter Gerhard Tremmel trainiert längst mit Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96, durch den Abstieg wird auch er ablösefrei. Auch andere Profis wie der österreichische Nationalspieler Stefan Lexa werden den Verein verlassen: „Ich wäre gerne geblieben, aber in der Regionalliga spiele ich nicht.“

          Der neue Trainer Wolfgang Frank hat für beide Ligen unterschrieben. „Ich weiß aber nicht, mit wem ich jetzt planen kann“, gesteht der Coach seine Ratlosigkeit offen ein: „Es wird wohl einen Bruch geben.“ Notfalls muss Haching mit seiner zweiten Mannschaft in der Regionalliga antreten, die in der letzten Saison in die Bayernliga aufgestiegen ist.

          Mayer-Vorfelders Rolle rückwärts

          Die Mitgliederversammlung der DFL soll sich unterdessen mit der Frage beschäftigen, ob ein sportlich abgestiegener Klub vom Lizenzentzug eines Konkurrenten profitieren darf oder zum Grundsatz „Absteiger bleibt Absteiger“ zurückgekehrt werden soll. „Es muss so sein, dass ein Absteiger definitiv abgestiegen ist. Spätestens das Urteil des DFB-Schiedsgerichts ist zu respektieren. So etwas darf in Zukunft nicht mehr passieren“, forderte Mayer-Vorfelder Konsequenzen aus dem Fall Unterhaching: „Die Statuten müssen geändert werden.“

          Für diesen Vorstoß erntet „MV“ allerdings Kritik von DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen, der auf einen pikanten Zusammenhang hinweist: „Vor zwei Jahren wurde unter Mayer-Vorfelder als Vorsitzendem des damaligen Liga-Ausschusses diese Regelung modifiziert. Es ist schon mutig, sich jetzt hinzustellen und wieder eine Änderung zu fordern.“

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