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Leichtathletik : Zehnkampf: Busemann auf WM-Kurs

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Frank Busemann: Sprung zurück in die Weltklasse? Bild: dpa

Beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen kämpft Frank Busemann um die Qualifikation für die WM in Edmonton. Es führt Sebastian Knabe aus Halle.

          2 Min.

          Frank Busemann hat seine Erwartungen am ersten Tag der WM-Qualifikation in Ratingen übertroffen. Zur Halbzeit des Zehnkampfs liegt der 26-Jährige als Dritter mit 4223 Punkten auf Edmonton-Kurs. „Das ist phänomenal“, staunte Vater und Trainer Franz Josef Busemann über die Leistung des Olympia-Siebten, der ohne Grundlagen in den Wettkampf gegangen war.

          Gut im Rennen um die Tickets für die Leichathletik-WM in Kanada ( 3. - 12. August) ist auch Stefan Schmid. Der Karlstädter ist mit 4275 Zählern Zweiter hinter dem überraschend in Führung liegenden Sebastian Knabe aus Halle/Saale. Der 22-Jährige sammelte 4372 Punkte und könnte erstmals die 8000-Punkte-Marke knacken.

          Im Siebenkampf führt die Russin Natalja Roschtschupkina nach vier Disziplinen mit 3936 Punkten vor Karin Ertl (Fürth/München) mit 3808.

          Busemanns Blitzstart

          Seit Sydney hatte Frank Busemann kein Sprinttraining mehr absolviert. Ein Muskelfaserriss, den er sich Anfang März zugezogen, aber erst zwei Wochen später erkannt hatte, ließ eine gezielte Vorbereitung nicht zu. Doch als es an den 100 m-Start ging, war er hellwach. Mit 10,90 Sekunden erwischte Busemann einen guten Auftakt und setzte mit 7,73 m im Weitsprung noch eins drauf.

          Frank Busemann war erleichtert: „Ich bin von mir positiv überrascht. Ich habe das umgesetzt, was ich mir vorgenommen hatte: ohne Druck in den Wettkampf zu gehen. Jetzt die Nacht ruhig verbringen und gucken, was morgen kommt. Ziel ist einfach nur die Norm“, sagte Deutschlands Sportler des Jahres 1996.

          Dabei waren beide im Vorfeld des Wettkampfs „so unsicher wie noch nie“ gewesen. „Über den ersten Tag wissen wir gar nichts“, hatte der Vater noch am Morgen geunkt. Doch auch die Klippe Kugelstoßen, das Busemann ebenfalls seit Sydney nicht mehr trainieren konnte, umschiffte der Leverkusener mit 13,90 m.

          Rückschlag über 400 Meter

          Dass aber auch ein Frank Busemann die Leistungen nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann, zeigte sich auf der Stadionrunde. Mit 50,62 Sekunden lief er die 400 m so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch durften Vater und Sohn durchaus zufrieden sein. „Dass es nicht einfach ist, kann sich jeder denken. Wir müssen uns gegenseitig hochhalten“, meinte Franz-Josef Busemann

          Noch besser lief es bei Stefan Schmid. Drei Wochen nach seiner Hochzeit wirkte der 30-Jährige von der LG Karlstadt trotz erst im März aufgenommener Vorbereitung topfit und bewegte sich als vorerst Zweiter mit 4.275 Punkten im Bereich einer neuen Bestleistung (8. 485 aus dem Vorjahr).

          Nach der gesundheitlich bedingten Absage von Weltrekordler Roman Sebrle (Tschechien) wird das deutsche Duo trotz der erstklassigen Vorstellung von Sebastian Knabe aus Halle (4.372) am zweiten Tag den Sieg wohl unter sich ausmachen, nachdem Estlands Olympiasieger Erki Nool nach der Hälfte des 400-m-Rennens aufgab.

          Auch Karin Ertl mit guten WM-Aussichten

          Während der WM-Verzicht von Sabine Braun, die sich nicht für die letzten Qualifikationsmöglichkeit beim Europacup in Arles hat melden lassen, wohl bevorsteht, scheint Karin Ertl nach überstandener Sitzbeinverletzung noch rechtzeitig ihre Form zu finden.

          Nach 13,59 Sekunden über 100 m Hürden, starken 1,83 m im Hochsprung, 14,34 m mit der Kugel und 24,45 Sekunden über 200 m war die WM-Fahrkarte zum Greifen nah. Diese hatte die 26-Jährige in Götzis noch deutlich verpasst.

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