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WM-Debakel für Harting : „Keine Interviews“

  • Aktualisiert am

Enttäuscht: Christoph Harting aus Deutschland in Doha Bild: dpa

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting erlebt bei der Leichtathletik-WM in Doha die nächste Pleite. Er scheitert bereits in der Qualifikation für das Finale. Seine Teilnahme war nicht unumstritten.

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          Diskus-Olympiasieger Christoph Harting blieb nach seinem Debakel bei der Leichtathletik-WM in Doha höflich, aber strikt. „Ich bedanke mich herzlich für das Interesse an meiner Person“, sagte der 29-jährige Berliner nach dem Aus in der Qualifikation am Samstag. „Ich bleibe aber meinem Weg treu und gebe bis zum Abschluss der olympischen Saison keine Interviews.“

          Nach der nächsten sportlichen Pleite seit seinem überraschenden Olympia-Triumph 2016 in Rio ist allerdings fraglich, ob die Spiele 2020 in Tokio für Harting ein Medaillen-Projekt mit Aussicht auf Erfolg sind. Der Auftritt in Katars Hauptstadt weckte dafür keine großen Hoffnungen mit schwachen Würfen über nur 60,31, 62,04 und 63,08 Meter.

          Nominierung nach Krisengespräch

          Gold in Rio bleibt Hartings bislang letzte sportliche Sternstunde. Für die WM 2017 in London hatte er sich gar nicht erst qualifizieren können und bei der EM 2018 in Berlin hatte Harting den Diskus dreimal ins Netz gedroschen und war deshalb nicht in den Medaillenkampf gekommen. Allerdings gelang ihm in dieser Saison immerhin ein Wurf auf 66,01 Meter, was von seiner Bestleistung von 68,37 Meter aber weit entfernt ist.

          Viel hätte nicht gefehlt und Harting wäre aus disziplinarischen Gründen gar bei der Wüsten-WM dabei gewesen. Er hatte sich durch heftige Attacken gegen den Verband, dessen Titelkämpfe er „als letzten Erpressungsversuch des Deutschen Leichtathletik-Verbandes“ bezeichnete, und seine nationalen Rivalen disqualifiziert. Nach einem Krisengespräch wurde der Polizeimeister dennoch nominiert.

          Es hat nicht gereicht: Christoph Harting bei einem Versuch in Doha

          Der deutsche Meister Martin Wierig vom SC Magdeburg – er erreichte mit 63,65 Meter als einziger deutscher Werfer den WM-Endkampf am Montag – hatte wenig Verständnis für die verbalen Ausfälle von Harting. „Ich würde mir wünschen, wenn er ein bisschen umdenkt“, meinte Wierig. „Seine Aussagen sind sehr schade für die deutsche Leichtathletik.“

          Auch sein Vereinskollege David Wrobel, der bei seinem WM-Debüt ebenfalls mit 62,34 Meter das WM-Finale nicht erreichte, kritisierte Harting. „Wir sind Teamkollegen und müssen keine Freunde sein“, sagte der 28-jährige Vizemeister. „Er hat sich entschuldigt, ist mit den Aussagen aber über das Ziel hinausgeschossen.“

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