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Dämpfer bei Leichtathletik-WM : Warum die Deutschen nicht erfolgreich sind

Reinfall: Lea Meyer im Vorlauf der 3000-Meter-Hindernis-Konkurrenz Bild: EPA

Erlebnis vor Ergebnis: Die deutsche Leichtathletik zeigt sich bei der WM von ihrer berechnenden Seite. Sich zu qualifizieren ist wichtiger, als Leistung zu zeigen. So sieht auch die Halbzeitbilanz aus.

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          Carolina Krafzik war über 400 Meter Hürden in 56,24 Sekunden die Schnellste derjenigen, die sich nicht für das Halbfinale qualifizierten. Jessica-Bianca Wessolly erreichte im Halbfinale der besten 24 über 200 Meter in 23,33 Sekunden Platz 22. Mehr gibt es von den 41 der 80 Sportlerinnen und Sportler, die an den ersten fünf Tagen der Leichtathletik-Weltmeisterschaft am Start waren, nicht zu melden. Kein einziges einstelliges Resultat gelang. Hochsprung der Frauen, Diskuswerfen der Männer und die Läufe über 200, 1500 und 400 Meter Hürden fanden am Dienstag ohne deutsche Teilnehmer statt.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Weltmeisterschaft in der amerikanischen Provinz ist eine Messe der Höchstleistungen, ein Fest der amerikanischen Leichtathleten und der Versuch dieser Sportart, den wichtigsten Markt der Welt zu erobern. Für das Publikum in Deutschland finden die Titelkämpfe zur Schlafenszeit statt. Athleten aus dreißig Ländern haben bereits Medaillen gewonnen. Für deutsche Athleten ist die WM in Track Town USA offenkundig zweitrangig. Sie nutzen sie als Aufgalopp für die Europameisterschaft im August, das Olympia-Jubiläum von München 1972. Der Verband nutzt sie als Leistungsnachweis. Mehr als seine Athleten, hat man den Eindruck, hilft ihm dabei die Bürokratie.

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