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Leichtathletik-WM : Segeln im tiefgekühlten Backofen

Was bleibt ihnen übrig? Training im Dunkeln Bild: AP

Ein schwerreicher Kleinstaat kauft sich den großen Sport: Unter absurden Bedingungen findet die Leichtathletik-WM in Qatar statt, wo das Klima körperliche Betätigung eigentlich ausschließt. 50 Millionen ließ das Land dafür springen.

          7 Min.

          Im Höhentraining für die Weltmeisterschaft hat Richard Ringer gelernt, auf dem Band zu laufen. Bahn, Gelände und Straße sind für den Berufsläufer vertrautes Terrain; vierzehn deutsche Meisterschaften hat er auf unterschiedlichem Untergrund gewonnen. In der Höhenluft von St. Moritz trainierte Ringer erstmals stationäres Laufen. Er muss das beherrschen in Doha, wo am Freitag die Weltmeisterschaft begonnen hat. Bei bis zu vierzig Grad Celsius Außentemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit ist Training unter freiem Himmel ausgeschlossen. Wer aus den klimatisierten Gebäuden tritt oder aus dem gekühlten Bus steigt, dem schlägt Hitze entgegen wie aus einem geöffneten Backofen. Ringer trainiert im Hotel.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Sein Wettbewerb, der 5000-Meter-Lauf mit dem Finale am Montag, findet wie die gesamte Leichtathletik-Weltmeisterschaft im modernisierten Khalifa-International-Stadion statt, auf einer pink gefärbten Laufbahn. Die Arena bildet den Kern der Aspire Zone, wo 2006 die Asien-Spiele stattfanden und wo seitdem ein 300 Meter hoher Turm in Form einer Fackel für die Ambitionen des Emirats im Sport steht. Qatar ist ein Big Player in der Welt des Sports.

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