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Leichtathletik-WM in Doha : Bronze für Kugelstoßerin Schwanitz

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Die Zunge raus, die Freude groß: Christina Schwanitz Bild: EPA

Zweite Medaille für die deutschen Leichtathleten: Christina Schwanitz hat die Bronzemedaille beim Kugelstoßen gewonnen – fast zwei Jahre nach der Geburt ihrer Zwillinge.

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          Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat bei der ersten Weltmeisterschaft nach der Geburt ihrer Zwillinge Bronze geholt. Die 33-jährige jubelte in Doha über 19,17 Meter. Gold holte Titelverteidigerin und Topfavoritin Gong Lijiao aus China mit 19,55 Metern. Silber ging an die Jamaikanerin Danniell Thomas-Dodd mit 19,47 Metern.

          Schwanitz blieb im Khalifa-Stadion zwar unter ihrer Saisonbestweite von 19,47 Metern, glänzte aber als Dritte. Sie war 2015 bereits Weltmeisterin, nach ihrer Babypause gewann sie bei der Heim-EM 2018 in Berlin Silber. Die Medaille in Doha sicherte sie sich dank großer Routine und viel Nervenstärke. Ihre Bestweite fiel erst im fünften Versuch, kontinuierlich hatte sie sich im Wettkampf gesteigert.

          „Dieses Bronze ist mein ganz persönliches Gold. Ich möchte allen Danke sagen, die uns unterstützt haben“, sagte Schwanitz in der ARD und kämpfte dabei gegen die Tränen. Mit ihrem Erfolg sendete sie zudem eine Botschaft weit über den Sport hinaus. Denn sie trat in Doha nicht nur für sich an. „Daran sollen sich auch viele andere Mütter ein Beispiel nehmen, die sagen, weil ich ein Kind habe, kann ich nicht arbeiten, eine Führungsposition übernehmen. Das ist Blödsinn“, hatte Schwanitz, die im Sommer 2017 Mutter von Zwillingen geworden war, nach der Qualifikation gesagt: „Ich möchte zeigen, dass man auch mit Kindern in der Weltspitze sein kann“, sagte sie und tat es. Nach WM-Gold 2015 hatte sie die Titelkämpfe in London vor zwei Jahren wegen ihrer Babypause verpasst. Erst im vergangenen Jahr gab die 33-jährige ihr Comeback, gekrönt von der Silbermedaille bei der Heim-EM 2018.

          Genauso wie mit ihren sportlichen Gegnern hatten Schwanitz und ihr Mann Tomas dabei mit den gleichen Problemen zu kämpfen, die fast alle frischgebackenen Eltern haben: Der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Natürlich ist es viel, viel schwerer. Man muss sich sehr organisieren und seinen Tag strukturieren“, sagte Schwanitz, die in diesem Jahr sogar noch ein Studium aufnahm.

          Schwanitz' Erfolg könnte auch der Startschuss zum angepeilten furiosen WM-Endspurt der deutschen Leichtathleten sein: Unter anderem hoffen Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo, die starken Speerwerfer um Olympiasieger Thomas Röhler sowie Titelverteidiger Johannes Vetter und Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen an den letzten drei Tagen auf Erfolge. Zudem stehen am Freitag drei deutsche Diskuswerferinnen im Finale. Und in dieser Nacht kann der U-23-Europameister im Zehnkampf, Niklas Kaul, sogar noch die Goldmedaille gewinnen. Routinier Kai Kazmirek verlor dagegen wegen eines verpatzen 110-Meter-Hürdenlaufs wertvolle Punkte für eine bessere Plazierung.

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