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Leichtathletik-WM in London : Zehnkämpfer auf Medaillenkurs

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Vor allem die Zehnkämpfer Rico Freimuth (Bild) und Kai Kazmirek lagen nach einem ganz starken Auftakt auf Medaillenkurs. Bild: Reuters

Zur Halbzeit haben zwei Deutsche Zehnkämpfer Chancen auf Medaillen. Für die deutsche Hoffnung über 3000 Meter Hindernis lief im Finale hingegen einiges schief.

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          Hoffnungsschimmer nach Medaillenflaute: Die müden deutschen Leichtathleten sind am Freitag endlich aufgewacht und haben sich mit vier Finalplätzen für einen heißen WM-Schlussspurt in Position gebracht. Vor allem die Zehnkämpfer Rico Freimuth und Kai Kazmirek lagen nach einem ganz starken ersten Tag auf Medaillenkurs.  Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz, das Diskusduo Julia Harting und Nadine Müller sowie Hochspringer Mateusz Przybylko wollen am letzten Wochenende im Kampf um Edelmetall mächtig mitmischen.

          Für Hindernis-Europameisterin Gesa Krause erfüllten sich die Medaillenträume nicht. In einem schnellen und chaotischen Rennen mit Stürzen und Rempeleien landete die 25-Jährigen aus Trier in 9:23,87 Minuten nur auf dem neunten Platz. Am Ende war sie den Tränen nah: „Ich habe leider einen Schlag auf den Kopf bekommen. Auf dem ersten Kilometer war ich ganz schön benommen. Das ist schwer zu verkraften. Ich habe das ganze Jahr dafür trainiert. Es tut einfach weh, dass ich nicht eingreifen konnte“, sagte Krause der ARD.

          Neue Weltmeisterin über 3000 Meter Hindernis wurde die Amerikanerin Emma Coburn, die in 9:02,58 Minuten auch alle Afrikanerinnen hinter sich ließ. Für einen spektakulären US-Doppelerfolg sorgte Courtney Frerichs (9:03,77) vor Kenias Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:04,03).

          Nur zwei Zentimeter Differenz

          Auch sonst gab es am drittletzten Wettkampftag für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) noch nichts zu gewinnen. Vier Tage nach Platz acht im Siebenkampf wurde Claudia Salman-Rath im Weitsprung Zehnte. Mit 6,54 Metern fehlten der 31-Jährigen aus Frankfurt nur zwei Zentimeter zum Sprung in den Endkampf.

          Bereits ihr viertes WM-Gold holte die Top-Favoritin aus den Vereinigte Staaten: Olympiasiegerin Brittney Reese gewann das Thriller-Finale des Abends mit 7,02 Metern - nur zwei Zentimeter vor der Russin Darja Klischina, die in London unter neutraler Flagge startet, und Titelverteidigerin Tianna Bartoletta (Amerika/6,97 Meter).

          Die deutschen Zehnkampf-Asse mischen bei der Vergabe der Medaillen mächtig mit. Nach fünf Disziplinen lag der Olympia-Vierte Kazmirek (LG Rhein-Wied) mit 4421 Punkten auf Platz zwei - direkt vor dem WM-Dritten Freimuth aus Halle (4361). „Ich wusste, dass ich was draufpacken muss. Ich liege gut auf Kurs. Der Wettkampf hat viele Tücken. Ich habe meine Aufgabe gut gemacht“, sagte Freimuth. Der große Favorit führte schon zur Halbzeit: Mit 4478 Zählern lag der Olympia-Zweite Kevin Mayer aus Frankreich vorn.

          Für Julia Harting wurde die Qualifikation am Vormittag zur Zitterpartie - das hätte auch schief gehen können. Die Ehefrau von Olympiasieger Robert Harting kam nur über die Weite weiter, weil sie die geforderten 62,50 Meter verpasste. „Der dritte Wurf ist an die Stange und dann erst richtig geflogen. Das hat mich geärgert. Der wäre bestimmt auf 64 gewesen“, meinte die Berlinerin, die als Elfte mit 61,70 Metern ins Zwölfer-Finale einzog. Das schaffte auch Nadine Müller aus Halle/Saale mit 63,35 Metern. Die Magdeburgerin Anna Rüh schied aus.

          Wenn Przybylko auch im Finale so cool bleibt, ist eine Medaille möglich. Der Leverkusener meisterte die für die Qualifikation geforderten 2,31 Meter im zweiten Versuch. Auch der EM-Dritte Eike Onnen aus Hannover zog ins Finale ein. Przybylko war am 25. Juni in Bottrop 2,35 Meter hoch gesprungen. Nur Mutaz Essa Barshim aus Katar war in diesem Jahr mit 2,38 Metern besser.

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