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Leichtathletik-WM : Weltmeister außer Dienst

Rote Fahne für Holzdeppe: Ausgeschieden bei der Anfangshöh.e Bild: dpa

Nach Gold und Silber wollte Stabhochspringer Holzdeppe seine dritte WM-Medaille gewinnen. Doch es kommt ganz anders. Und Speerwerferin Molitor bleibt ein One-Hit-Wonder.

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          Der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe ist bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London mit drei Fehlversuchen über 5,50 Meter gleich an seiner Anfangshöhe gescheitert. „Das ist sehr frustrierend“, bekannte der 27-Jährige, der schon in der Qualifikation keine souveräne Vorstellung gezeigt hatte. Erst im dritten Versuch war er am Sonntag über 5,70 Meter gesprungen und hatte noch soeben den Sprung ins Finale der besten zwölf geschafft. Dort enttäuschte er an diesem Dienstag auf ganzer Linie, obwohl er nach eigener Aussage „super drauf“ gewesen sei: „Aber ich habe es einfach nicht hinbekommen.“

          Trotz extremer Leistungsschwankungen im Verlauf der Saison, die er mit Materialproblemen begründete, hatte sich Holzdeppe im Vorfeld der WM noch sehr selbstbewusst präsentiert: „Wenn ich in London keine Medaille hole, wäre das eine Enttäuschung", erklärte der Weltmeister von 2013, der vor zwei Jahren in Peking Silber gewann. Sogar vom „Projekt Gold“ hatte der Mann aus Zweibrücken gesprochen. Stattdessen gelang ihm nur ein „Salto nullo“.

          Weltmeister wurde am Ende eines hochwertigen Wettkampfs der Amerikaner Sam Kendricks, der seine Siegeshöhe von 5,95 Metern im dritten Anlauf nahm. Dem eigentlichen Überflieger des Jahrzehnts, dem Franzosen Renaud Lavillenie, blieb dagegen wieder einmal der WM-Titel verwehrt: Der Olympiasieger, Hallen-Weltrekordler und dreimalige Europameister gewann mit 5,89 Metern zum vierten Mal WM-Bronze. Mit der gleichen Höhe, aber dank weniger Versuchen, wurde der Pole Piotr Lisek Zweiter.

          Platz 7 für Titelverteidigerin Molitor

          Auch Speerwerferin Katharina Molitor konnte ihren goldenen Tag von einst nicht wiederholen. Die 33-Jährige aus Leverkusen war vor zwei Jahren überraschend Weltmeisterin geworden. Diesmal kam sie über 63,75 Meter nicht hinaus und belegte den siebten Platz.

          Die Studentin, die nebenbei auch Volleyball in der zweiten Bundesliga spielt, hatte in dieser Saison wegen einer Entzündung im Ellbogen nicht voll trainieren können. Als Titelverteidigerin konnte sie sich dank einer Wildcard dennoch sicher sein, in London starten zu dürfen. Mit 65,37 Meter gelang ihr in der Qualifikation immerhin Saisonbestleistung. Im Finalwettbewerb schaffte sie aber keine Steigerung mehr. „63 Meter in der Qualifikation und 65 Meter im Finale wären mir lieber gewesen“, kommentierte sie ihre Leistungen lakonisch. „Aber ich bin jetzt weder glücklich noch unglücklich und eigentlich ganz zufrieden.“

          Katharina Molitor: diesmal nur Siebte
          Katharina Molitor: diesmal nur Siebte : Bild: dpa

          Ihr zweites WM-Gold gewann dagegen Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien, die schon 2007 Weltmeisterin war. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking und London warf 66,76 Meter weit und blieb damit knapp vor den beiden Chinesinnen Li Lingwei (66,25) und Lyu Huihui (65,26). Christin Hussong (Zweibrücken) war mit 60,86 Metern schon in der Qualifikation hängen geblieben. Molitor war als einzige Titelverteidigerin im 71-köpfigen deutschen Team angetreten.

          Rebekka Haase rennt ins Halbfinale

          Wenigstens die 200-Meter-Läuferin Rebekka Haase konnte am Abend aus deutscher Sicht die Erwartungen erfüllen. Die 24-Jährige gewann ihren Vorlauf souverän in 22,99 Sekunden. Nachdem ihre Teamkolleginnen Lisa Mayer (Wetzlar) und Laura Müller (Rehlingen) auf ihre Einzelstarts verzichtet hatten, ist Haase die letzte deutsche Sprinthoffnung über 200 Meter.

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