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Leichtathletik-WM : Double für Farah - Doppelsieg für Jamaika

  • Aktualisiert am

Gold für gelb-grün-schwarz: Jamaika sprintet vorneweg Bild: dpa

Jamaika gewinnt beide Sprintstaffeln. Mo Farah ist nicht zu schlagen. Marie-Laurence Jungfleisch springt fast zwei Meter. Und der kleine Harting kann den großen nicht ersetzen.

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          Superstar Usain Bolt hat mit Jamaikas 4 x 100-Meter-Staffel seine dritte Goldmedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking gewonnen. Der Sieger über 100 und 200 Meter führte das Quartett des Karibikstaates in 37,36 Sekunden ins Ziel. Für Bolt war es das elfte WM-Gold seiner einzigartigen Karriere. Die deutsche Staffel kam auf Platz vier.

          Die zunächst zweitplatzierten Amerikaner mit dem zweimaligen WM-Zweiten Justin Gatlin wurden disqualifiziert. Silber ging in 38,01 Sekunden an China, Bronze mit 38,13 an Kanada. Das deutsche Quartett mit Julian Reus, Sven Knipphals, Alexander Kosenkow und Aleixo-Platini Menga rannte in 38,15 Sekunden nur hauchdünn an einer Medaille vorbei.

          Staffellauf geht nicht alleine: Usain Bolt gewinnt gemeinsam mit Nesta Carter, Nickel Ashmeade und Asafa Powell
          Staffellauf geht nicht alleine: Usain Bolt gewinnt gemeinsam mit Nesta Carter, Nickel Ashmeade und Asafa Powell : Bild: Reuters

          Bei den Frauen hatte zuvor ebenfalls Jamaika triumphiert. 100-Meter-Weltmeister Shally-Ann Fraser-Price jubelte als Schlussläuferin nach 41,07 Sekunden. Das deutsche Quartett mit Rebekka Haase, Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper und Verena Sailer wurde in 42,64 Sekunden Fünfte. Silber ging an das amerikanische Quartett (41,68) vor Trinidad & Tobago (42,03).

          Das dritte Double für Mo Farah

          Eine Woche nach seinem Sieg über 10.000 Meter hat Doppel-Olympiasieger Mo Farah auch das 5000-Meter-Rennen gewonnen. Der 32 Jahre alte Brite siegte nach einem starken Schlussspurt in 13:50,38 Minuten vor dem Kenianer Caleb Ndiku (13:51,75) und dem Äthiopier Hagos Gebrhiwet (13:51,86). Richard Ringer vom VfB Friedrichshafen, der sich als erster Deutscher seit Dieter Baumann 1997 für ein WM-Finale über diese Strecke qualifiziert hatte, kam nach 14:03,72 Minuten als 14. ins Ziel. „In Zukunft gilt klar, dass ich weiter nach vorne möchte“, sagte er in der ARD.

          Der Dominator auf langen Bahnrunden: Mo Farah
          Der Dominator auf langen Bahnrunden: Mo Farah : Bild: dpa

          Farah hatte das Langstrecken-Double bereits bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau und bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewonnen. Seine bislang letzte Niederlage bei einer großen internationalen Meisterschaft kassierte er 2011 in Daegu im WM-Finale über 10.000 Meter.

          Jungfleisch mit starker Hochsprung-Leistung

          Neue Hochsprung-Weltmeisterin ist Maria Kuchina aus Russland. Die erst 22 Jahre alte Hallen-Weltmeisterin überquerte 2,01 Meter ohne Fehlversuch. Doppel-Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien erreichte Platz zwei vor der russischen Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa. Beide meisterten ebenfalls 2,01 Meter, hatten aber jeweils einen Fehlversuch zu verbuchen.

          Marie-Laurence Jungfleisch glücklich: „1,99 - das sind fast zwei Meter“
          Marie-Laurence Jungfleisch glücklich: „1,99 - das sind fast zwei Meter“ : Bild: dpa

          Eine starke Leistung zeigte Marie-Laurence Jungfleisch. Die 24-Jährige aus Tübingen stellte mit 1,99 Meter eine persönliche Bestleistung auf und wurde Sechste. „Ich bin sehr, sehr glücklich über meine Leistung“, meinte die dreimalige deutsche Meisterin im ARD-Interview.

          Hartings Einspruch abgelehnt

          Eine Jury des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF hat einen deutschen Einspruch gegen die Wertung des Diskuswurf-Finals bei der WM in Peking abgelehnt. Damit bleibt der deutsche Meister Christoph Harting mit 63,94 Metern Achter dieses Wettbewerbs. Auch die Vergabe der Medaillen an den neuen Weltmeister Piotr Malachowski aus Polen (67,40), den Zweitplatzierten Philip Milanov aus Belgien (66,90) und Dritten Robert Urbanek aus Polen (65,18) bleibt unangetastet.

          Christoph Harting: Rang acht und kein Glück mit dem Kampfgericht
          Christoph Harting: Rang acht und kein Glück mit dem Kampfgericht : Bild: dpa

          Auslöser des Einspruchs war der letzte und vermeintlich weiteste Versuch des jüngeren Bruders von Olympiasieger Robert Harting. Den hatten die Kampfrichter für ungültig erklärt. Harting selbst protestierte noch am Ring gegen diese Entscheidung, seinen Äußerungen zufolge hatte auch einer der Kampfrichter Zweifel an diesem Urteil. Nach Auffassung der Jury soll Harting aber die Oberkante des Rings mit seinem Schuh berührt haben.

          Arsamasowa setzt sich durch

          800-Meter-Europameisterin Marina Arsamasowa hat den Titel über die doppelte Stadionrunde auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking gewonnen. In 1:58,03 Minuten siegte die Weißrussin am Samstag vor der Kanadierin Melissa Bishop, die in 1:58,12 Minuten ins Ziel kam. WM-Dritte wurde die kenianische Titelverteidigerin Eunice Sum in 1:58,18 Minuten.

          Enges Finale: Über 800 Meter geht es hauchdünn um die Medaillen
          Enges Finale: Über 800 Meter geht es hauchdünn um die Medaillen : Bild: Reuters

          Die beiden deutschen Läuferinnen Fabienne Kohlmann und Christina Hering hatten sich nicht für das Finale qualifiziert.

          Geher Toth holt erstes WM-Gold für die Slowakei

          Unterdessen hat Geher Matej Toth die erste Goldmedaille für die Slowakei in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften gewonnen. Über 50 Kilometer siegte der EM-Zweite des vergangenen Jahres am Samstagmorgen nach einem einsamen Rennen an der Spitze des Feldes in 3:40:32 Stunden vor dem Australier Jared Tallent (3:42:17) und dem Japaner Takayuki Tanii (3:42:55).

          Geher Matej Toth gewinnt für die Slowakei die erste Goldmedaille ihrer WM-Geschichte.
          Geher Matej Toth gewinnt für die Slowakei die erste Goldmedaille ihrer WM-Geschichte. : Bild: dpa

          Der einzige deutsche Teilnehmer Carl Dohmann vom SC-Heel Baden-Baden musste das Rennen vorzeitig aufgeben. „Er fühlte sich heute einfach nicht gut“, sagte Bundestrainer Ronald Weigel.

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