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Leichtathletik-WM : Disqualifikation erhitzt die Gemüter

  • Aktualisiert am

Escort-Service: Alexander John wird nach seinem Fehlstart - den er bestreitet - aus dem Stadion geleitet Bild: Reuters

Die meisten deutschen Athleten erreichen bei den Vorkämpfen der Leichtathletik-WM am Mittwochmorgen ihre Ziele. Nur einer ist stinksauer.

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          Für den deutschen Hürdensprinter Alexander John ist die Leichtathletik-WM in Peking schon nach wenigen Sekunden vorbei gewesen. Wegen eines vermeintlichen Fehlstarts bei seinem Vorlauf über 110 Meter Hürden wurde der 29-Jährige am Mittwoch disqualifiziert. „Ich bin stinksauer“, sagte John, denn seiner Meinung nach war nicht er derjenige, der sich zu früh im Startblock bewegt hatte. „Der neben mir hat gezuckt, und ich habe darauf reagiert. Dabei bleibe ich, und das zeigen auch die Fernsehbilder“, schimpfte er.

          Allein in den ersten beiden Vorläufen des Hürdensprints gab es am Mittwoch drei Fehlstarts. Nach dem Athleten des SC DHfK Leipzig erwischte es auch noch den Amerikaner Ronnie Ash und den Tschechen Petr Svoboda. „Ich bin in einer guten Form hier angereist“, meinte John. „In meinem Lauf hätte eine 13,48er-Zeit gereicht, um weiterzukommen. Das hätte ich auch schaffen können. Nur muss man dafür auch ins Ziel kommen.“

          Matthias Bühler (Offenburg) und Gregor Traber (Stuttgart) erreichten die Halbfinalläufe. Bühler lief eine persönliche Saisonbestleistung von 13,35 Sekunden. Der deutsche Meister Traber wurde in 13,44 Sekunden Vorlauf-Dritter. In 13,25 Sekunden meldete sich Olympiasieger Aries Merritt (USA) als Zweitschnellster in der Weltspitze zurück - und offenbarte anschließend, dass er schwer erkrankt ist.

          Heidler und Klaas im Hammer-Finale

          Mit mehr Mühe als erwartet haben die frühere Weltrekordhalterin Betty Heidler und ihre deutsche Rivalin Kathrin Klaas das Hammerwurf-Finale am Donnerstag erreicht. Heidler wurde mit 70,60 Metern Neunte der Qualifikation, Klaas landete mit 71,41 Metern auf Platz sieben. „Hauptsache durch, das ist für mich die Nachricht des Tages“, sagte Heidler.

          Farah gratuliert Ringer

          Der große Favorit Mo Farah gratulierte nach dem Rennen persönlich: Richard Ringer vom VfB Friedrichshafen hat sich für das 5000-Meter-Finale am Samstag qualifiziert. In 13:19,84 Minuten wurde der 26-Jährige Fünfter seines Vorlaufs. Aus deutscher Sicht war zuletzt Dieter Baumann bei der WM 1997 so weit gekommen.

          Farah selbst wurde in 13:19,44 Minuten Zweiter des Ringer-Laufs. Nach seinem Sieg über 10.000 Meter will der Brite am Samstag seine zweite Goldmedaille bei dieser WM gewinnen.

          Semenya und zwei Deutsche weiter

          Beide deutschen Läuferinnen haben über 800 Meter das Halbfinale erreicht. Fabienne Kohlmann aus Würzburg gewann ihren Vorlauf in 2:01,42 Minuten. Christina Hering aus München kam als Fünfte in 2:00,36 Minuten noch über die Zeitwertung weiter. Dritte dieses Laufs wurde die frühere Weltmeisterin Caster Semenya. Die Südafrikanerin bog bei ihrem WM-Comeback als Letzte auf die Zielgerade ein und legte dann noch einen starken Schlussspurt hin.

          Rivalen der Sandgrube

          Eines der spannendsten Duelle dieser WM hat begonnen: Olympiasieger Christian Taylor aus den Vereinigten Staaten und sein großer Rivale Pedro Pablo Pichardo haben locker die Qualifikation im Dreisprung überstanden. Der Kubaner legte mit 17,43 Metern den weitesten Satz hin. Taylor folgte ihm mit 17,28 Metern ins Finale am Donnerstag. „2013 bin ich Zweiter geworden. Jetzt will ich mehr“, meinte Pichardo.

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