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Kinder und Leistungssport : Wieso warten, wenn man so schnell ist?

Der kleinste Fan: Shelly-Ann Fraser-Pryce mit Sohn Zyon in Doha Bild: dpa

Shelly-Ann Fraser-Pryce und Allyson Felix wollten nicht erst nach der Karriere ein Baby. So kam die Leichtathletik-WM zu einem außerordentlichen Muttertag. Kann das gut gehen?

          3 Min.

          Schade, dass kaum Zuschauer den Muttertag von Doha miterlebten. Shelly-Ann Fraser-Pryce, die Olympiasiegerin im Sprint von Peking 2008 und von London 2012, rannte am Sonntagabend im menschenleer erscheinenden Khalifa-Stadion von Doha zu ihrem vierten Weltmeistertitel über hundert Meter. Es war, als wäre sie nie weggewesen. Ihr goldgelbes Haar, das sie noch in den Vorläufen getragen hatte, war in eine bläuliche Regenbogen-Frisur verwandelt, und auch das bewies, wie die Überlegenheit ihres Sieges, dass die 32 Jahre alte, nur 1,52 Meter große Sprinterin ganz die alte ist. Nur 10,71 Sekunden brauchte sie vom Start ins Ziel, eine Hundertstelsekunde mehr als ihre Bestzeit.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Das Comeback und ihre inzwischen neunte Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft feierte die Jamaikanerin mit ihrem vor zwei Jahren, am Tag nach dem Sprintfinale der WM von London geborenen Sohn Zyon auf dem Arm. Über das Stadionmikrofon rief sie junge Frauen dazu auf, sich nicht von Schwangerschaft und Geburt daran hindern zu lassen, ihre Ziele zu verfolgen. „Ich hoffe, ich kann alle Frauen inspirieren, die darüber nachdenken eine Familie zu gründen oder die gerade eine gründen und sich fragen, ob sie zurück kommen können“, rief sie. „Ihr könnt alles schaffen!“

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