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Leichtathletik : DLV nominiert 74 WM-Starter

An der Spitze des WM-Teams: Ariane Freidrich Bild: AP

In der ersten Nominierungsrunde hat der Deutsche Leichtathletik-Verband 74 Tickets für die WM in Berlin verteilt. Bislang ist nur eine echte Überraschung dabei. Bis zum WM-Start Mitte August sollen noch weitere Plätze vergeben werden.

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          Die größte Überraschung bei der Nominierung der Nationalmannschaft für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. August ist das Fehlen von Hürdensprinterin Carolin Nytra gewesen. Ansonsten hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Montag in Berlin unter den 37 Männern und 37 Frauen alle benannt, die Rang und Namen haben: die Titelverteidigerinnen Betty Heidler (Hammer) und Franka Dietzsch (Diskus), den Weltmeisterschafts-Zweiten Robert Harting (Diskus), Weitspringer Sebastian Bayer. „In dieser Mannschaft steckt Medaillenpotential“, sagte Sportdirektor Jürgen Mallow und verwies darauf, dass, wenn die Weltrangliste eine Ergebnisliste wäre, drei deutsche Athletinnen Goldmedaillen sicher hätten: Hochspringerin Ariane Friedrich, Marathonläuferin Irina Mikitenko und Speerwerferin Christina Obergföll.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Nummer zwei in seiner Sportart ist Zehnkämpfer Michael Schrader, auf Platz drei liegen Betty Heidler und Robert Harting. 25 Einzelstarter und alle vier Staffeln könnten, so Mallow, entsprechend der Bestenliste unter den besten acht, also in den Finals erwartet werden. Und bislang habe die deutsche Mannschaft bei großen Ereignissen immer besser abgeschnitten, als nach der Papierform zu erwarten gewesen sei.

          Carolin Nytra, verriet Mallow, habe er bereits bei den deutschen Meisterschaften zu ihrem Weltklasse-Ergebnis gratuliert und ihr die Teilnahme an der WM versprochen. Die Bremerin, die mit ihrer sportlichen Leistung und als Partnerin von Sebastian Bayer Schlagzeilen machte, werde, da ihre Bestzeit von 12,78 Sekunden nominell lediglich der B-Norm entspreche, bei der zweiten Nominierungsrunde am 2. August in die Mannschaft aufgenommen.

          Weitere zehn Athleten dürfen hoffen

          Zehn Athletinnen und Athleten sollen in vier Wochen die deutsche Mannschaft für das Heimspiel im Olympiastadion von Berlin komplettieren. Obwohl der Verband mit „85 plus X“ Athleten (Mallow) voraussichtlich zehn der 47 leichtathletischen Disziplinen nicht bestreiten wird - vom Dreisprung der Männer wohl über die Mittelstrecken der Frauen bis zum Langstreckenlauf der Männer - sieht sich die Sportart im Aufschwung. Die deutsche Leichtathletik sei nachhaltig aus dem Tief, sagte Mallow. Noch im vergangenen Jahr hatte er das schlechte Abschneiden des DLV mit nur einer Bronzemedaille (Christina Obergföll) bei den Olympischen Spielen in Peking als Leitender Bundestrainer verantworten müssen. „Die Athleten waren keine Versager“, sagte er im Rückblick. „Wir hatten eine miese Medaillenbilanz.“

          Viele Athleten hätten sich gut entwickelt, und es gebe auch eine große Zahl guter junger Leichtathleten. Für den 18 Jahre alten Junioren-Weltmeister im Kugelstoßen, David Storl, der am Wochenende den Junioren-Weltrekord auf 20,48 Meter verbesserte, scheint ebenso noch ein Platz frei zu sein wie für den deutschen Meister über 800 Meter, den 20 Jahre alten Robin Schembera. Im Stabhochsprung nominierte der DLV ertwartungsgemäß Meister Alexander Straub und den Zweiten Tobias Scherbarth. Björn Otto, der Dritter geworden war, muss allerdings zu Hause bleiben, weil Malte Mohr die besseren Vorleistungen hatte.

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