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Was ist Marathon? : Symbolischer Schmerz

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Marathonläuferin Patricia Lossouarn: Am Ende winken Glück und Erlösung Bild: REUTERS

„Wozu tue ich mir das an?“, fragen sich Marathonläufer spätestens in der Hälfte der Strecke. „Es sind pseudo-sakrale Passionswege“, erklärt Leichtathletik-Soziologe Eike Emrich: „Am Ende winken Glück und Erlösung.“

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          „Das sind für mich pseudo-sakrale Passionswege. Sie beschreiten freiwillig einen Weg, der schmerzensreich ist, der mit wundgescheuerten Achseln, mit wundgescheuerten Brustwarzen einhergeht, bei dem Ihnen alles, aber auch alles weh tut, bei dem die Lunge keucht und Sie schon in der Mitte denken: Wozu tue ich mir das an?

          Am Ende winken Glück und Erlösung. Da wird ein religiöses Muster nachgespielt, in dem sich alle Werte der Leistungsgesellschaft verdichten: Durchhaltevermögen, Leistungsorientierung, langfristige Orientierung, Zähigkeit, Askese in der Vorbereitung - all das, was sozialen Aufstieg in einer Leistungsgesellschaft begünstigen sollte. Schmerz und Leidensfähigkeit, die hinter die Kulissen der Gesellschaft verlegt werden, hier werden sie symbolisch vorgeführt. Insofern sind das Disziplinen von überragender Bedeutung. In ihnen wird sehr viel mehr aufgeführt, als man gemeinhin vermuten würde.“

          Pseudo-sakraler Passionsweg: Marathonlauf
          Pseudo-sakraler Passionsweg: Marathonlauf : Bild: AFP

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