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Leichtathletik-WM : Jamaika: 9 - Vereinigte Staaten: 1

Und wieder ist ein gelbes Leibchen aus Jamaika vorne, die Amerikaner haben das Nachsehen Bild: ddp

Jamaikas Sprinter haben sich an der Weltspitze festgesetzt - 9:1 steht es nach Peking und Berlin gegen die Amerikaner. Noch hat deren „Project 30“ auf dem Weg nach London nicht gegriffen. Allein der Titel für Allyson Felix soll Mut machen.

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          Häme lag den Jamaikanern fern, Häme den Amerikanern gegenüber jedenfalls. Ähnlich wie bei den Olympischen Spielen in Peking haben sie die Sprint-Wettbewerbe der Weltmeisterschaft dominiert. Allein Allyson Felix widersetzte sich mit ihrer dritten Weltmeisterschaft nacheinander auf den 200 Metern der jamaikanischen Dominanz. Dafür kam die jamaikanische Frauen-Staffel, die in Peking den Stab verlor, am Samstag durch und siegte. Zusätzlich gewannen Brigitte Foster-Hylton und Melaine Walker die Hürdenläufe der Frauen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Das machte siebzehn Medaillen, sieben Siege - so erfolgreich waren die Leichtathleten Jamaikas noch nie. Das Team von der Karibikinsel, die mit 2,7 Millionen Einwohnern vergleichbar mit Schleswig-Holstein ist, bot der Auswahl der Besten von 305 Millionen Amerikanern die Stirn - die waren am Ende dank ihrer beiden Staffeln über viermal 400 Meter mit neun Titeln die erfolgreichsten bei dieser WM.

          Und nun saß Usain Bolt da mit seiner dritten Goldmedaille von Berlin, müde, ausgelaugt und ein bisschen genervt, und lachte hämisch. Sein Spott galt nicht den amerikanischen Sprintern, die es nicht ins Finale geschafft hatten, sondern den Briten. Sie hatten die Bronzemedaille gewonnen und wurden mit der Frage konfrontiert, ob sie das für sportlich hielten, mit einem Protest für die Disqualifikation der Amerikaner gesorgt zu haben, des Teams, das in 37,97 Sekunden die schnellste Zeit der Vorläufe erzielt hatte.

          Der mit der Kamera spielt: Bolt und die Jamaikaner dominieren den Sprint

          Usain Bolt: „Ich bin so müde, ich sterbe“

          Marlon Devonish, ihr Bester, distanzierte sich von der britischen Teamleitung, die ohne Wissen der Athleten protestiert habe, und sagte: „Es wäre schön gewesen, wenn die Amerikaner dabei gewesen wären. Dass sie es nicht sind, nimmt den Medaillen ein bisschen von ihrem Glanz.“ Damit war Bolt zufrieden, obwohl er es gewohnt ist, seinen Goldmedaillen praktisch in Einzelrennen ihren Glanz zu verleihen - so weit lässt er die Konkurrenz zurück.

          So war es auch am Samstag, als er den Stab von Steve Mullings und Michael Frater übernahm, durch die Kurve jagte und Asafa Powell, den Dritten über hundert Meter, ins Rennen schickte. „Ich bin so müde, ich sterbe“, klagte er zwar. Doch er und seine Mitstreiter machten es kurz und waren nach 37,31 Sekunden im Ziel. Allein das jamaikanische Team bei seinem Weltrekordlauf von Peking vor einem Jahr war je schneller (37,10). „Was den Weltrekord angeht“, scherzte Bolt, „das geht auf meine Kappe, dass wir ihn nicht gebrochen haben. Ich bin zu müde.“ Asafa Powell lachte: „Alles seine Schuld!“ Er rannte verletzt zur Goldmedaille, verriet er; seit dem Sprintfinale vom Sonntag vor einer Woche habe er wegen Leistenschmerzen die Bahn nicht mehr betreten.

          „Die Leistung unserer Athleten bei den Spielen von Berlin und die Siege, die sie unserem Land beinahe täglich gebracht haben, bestätigen, dass dieses Land zur Größe bestimmt ist“, schwärmte in Kingston Premierminister Bruce Golding. „Wir sind gesegnet, unser Volk ist gesegnet, und wir müssen diese Energie, diese Entschlossenheit, Disziplin und den Antrieb in alle Sphären unseres Lebens übertragen.“ Die Amerikaner dagegen, die jedenfalls, die Leichtathletik wahrnehmen, sind betroffen.

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