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Kritik an Leichtathletik-WM : „Gott bewahre, Menschen hätten sterben können“

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Als Läufer selbst oft an der Leistungsgrenze: Haile Gebrselassie, hier in Berlin 2008 Bild: AP

Der Marathon in Doha erhitzt auch noch Tage später die Gemüter. Äthiopiens Läufer-Ikone Haile Gebrselassie findet besonders drastische Worte. Die Organisatoren äußern sich derweil zu einem ganz anderen Thema.

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          Äthiopiens früherer Lauf-Star Haile Gebrselassie sieht die extremen Bedingungen bei der Leichtathletik-WM in Doha als lebensgefährlich an. Deshalb hätten die Titelkämpfe nie an Qatars Hauptstadt vergeben werden dürfen. „Gott bewahre, aber Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben können“, sagte der 46-Jährige am Montag der Nachrichtenagentur AP.

          „Es war ein Fehler, die Weltmeisterschaften bei solch heißem Wetter in Doha auszutragen, besonders das Marathonrennen. Als jemand, der so lange in diesem Sport aktiv war, finde ich das inakzeptabel“, meinte der mehrmalige Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler. Angesichts dieser Extreme im Golfstaat Qatar hätte man nach Meinung Gebrselassies auf die Marathonrennen ganz verzichten müssen – oder auf Halbmarathonwettbewerbe ausweichen können.

          Beim Frauen-Marathon wurden nachts 32,7 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 73,3 Prozent gemessen. Die Siegerzeit der Kenianerin Ruth Chepngetich war die schlechteste in einem WM-Marathon. Nur 40 der 68 gestarteten Teilnehmerinnen kamen nach 42,195 Kilometern ins Ziel. Der Männer-Marathon findet erst in der Nacht zum Sonntag statt.

          Kaum Zuschauer: Organisatoren rechtfertigen sich

          Die Organisatoren der WM haben derweil die enttäuschenden Zuschauerzahlen unter anderem mit dem an die Fernsehübertragung angepassten Zeitplan erklärt. „Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist, dass der Zeitplan auf die weltweite TV-Zuschauerschaft ausgerichtet ist. Das bedeutet, dass einige Finals erst am späten Abend stattfinden“, hieß es in einer Stellungnahme: „Dies wirkt sich auf die Anzahl der Zuschauer aus, die bis zum Ende der Wettbewerbe bleiben.“

          An den ersten drei Tagen hatte es heftige Kritik an den vielen leeren Plätzen im Khalifa-Stadion gegeben. Das Finale über 100 m der Frauen am Sonntagabend hatten vielleicht 5000 Zuschauer gesehen.

          Zudem erklärte das OK, an den ersten beiden Wettkampftagen habe die Stadionauslastung 70 und 67 Prozent betragen. Am Sonntag sei die Auslastung allerdings mit „unter 50 Prozent“ hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere erneuten Bemühungen die lokale Bevölkerung ermutigen, die beeindruckenden Leistungen der weltbesten Athleten live mitzuerleben“, hieß es weiter.

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