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Leichtathletik-WM in Doha : Klosterhalfen holt Bronze über 5000 Meter

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Jubel in Schwarz-Rot-Gold: Konstanze Klosterhalfen sichert sich Bronze. Bild: dpa

Nach den Turbulenzen um das Nike Oregon Project mit der Doping-Sperre von Alberto Salazar läuft Konstanze Klosterhalfen bei der WM auf Platz drei über 5000 Meter. Nur zwei Kenianerinnen sind schneller.

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          Konstanze Klosterhalfen schaute ein bisschen ungläubig, erst nach einigen Sekunden reckte sie den rechten Finger in die Luft. Und begriff dann mit der deutschen Fahne um den Schultern, dass sie Leichtathletik-Geschichte geschrieben hatte. Mit einem starken Lauf rannte Klosterhalfen bei der WM in Doha zu Bronze. Die erst 22-Jährige musste sich nach 14:28,43 Minuten nur den beiden Kenianerinnen Helen Obiri (14:26,72) und Margaret Kipkemboi (14:27,49) geschlagen geben. Klosterhalfen holte damit als erste deutsche Läuferin über diese Distanz eine WM-Medaille und die vierte für das DLV-Team in Qatar – trotz des ganzen Doping-Wirbels um Alberto Salazar.

          „Das Schwierigste war, ruhig zu bleiben. In einem Sprintrennen eine Medaille rauszuholen, hätte ich nie gedacht“, sagte Klosterhalfen in der ARD. Obiri verteidigte mit einem Start-Ziel-Sieg erfolgreich ihren Titel und ist mit 29 Jahren und 296 Tagen die älteste Weltmeisterin der Geschichte über diese Distanz. In Doha lieferte Shootingstar Klosterhalfen, die alle nur „Koko“ nennen, endgültig ihr Meisterstück ab. Sie fuhr auch mal die Ellenbogen aus, um ihre Position zu verteidigen und verhielt sich taktisch sehr klug – immer knapp hinter der Spitze laufend. Fünf Runden vor Schluss waren dann nur noch sechs Läuferinnen vorne mit dabei, das Tempo wurde immer schneller. Doch Klosterhalfen hielt mit, musste Obiri und Kipkemboi erst in der letzten Kurve ziehen lassen.

          „Ich will mein bestes Rennen der Saison zeigen“, hatte Klosterhalfen vor dem Finale gesagt. Mit ihrem deutschen Rekord von 14:26,76 Minuten, gelaufen Anfang August, war sie die Nummer zwei der Meldeliste – und damit natürlich eine Medaillenkandidatin. Doch so ein Finale ist dann ja doch etwas ganz anderes, Klosterhalfen aber blieb erstaunlich cool und lieferte ab. Insgesamt sechs deutsche Rekorde hatte das „German Wunderkind“ in diesem Jahr aufgestellt, doch erst jetzt ist sie ganz oben angekommen, setzte auch auf der ganz großen Bühne ein Zeichen nach all den Salazar-Schlagzeilen in den vergangenen Tagen.

          Nur zwei Kenianerinnen waren schneller als Konstanze Klosterhalfen.

          Klosterhalfen trainiert seit Ende 2018 in den Vereinigten Staaten unter Pete Julian, seit April gehört sie offiziell dem umstrittenen Nike Oregon Project (NOP) an. Dessen bisheriger Cheftrainer und Gründungsvater Salazar war am Dienstag wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Klosterhalfen wollte all das ausblenden – für den ganz großen Traum. „Es hat mich gar nicht abgelenkt. Mich hat das nicht tangiert“, sagte sie nach dem Finale. Tatsächlich geht es bei den Verfehlungen, die die amerikanische Anti-Doping-Behörde Usada gegen den Trainer-Guru Salazar zusammentrug, um die Jahre 2010 bis 2014. Also um eine Zeit, in der Klosterhalfen noch nicht vor den Toren Portlands an ihrer Form feilte.

          Die deutsche 4 x 100-Meter-Frauenstaffel verpasste die erhoffte Medaille. Das Quartett mit Lisa-Marie Kwayie (Berlin), Yasmin Kwadwo (Leverkusen), Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) und Gina Lückenkemper (Berlin) belegte am Samstagabend in 42,48 Sekunden den fünften Platz. Die deutsche Meisterin Tatjana Pinto war wegen einer Knieverletzung schon im Vorlauf nicht dabei. WM-Gold gewann die Staffel Jamaikas in der Jahresweltbestzeit von 41,44 Sekunden vor Großbritannien (41,85) und Titelverteidiger Vereinigte Staaten (42,10). Bei den Männern gewannen die amerikanischen Sprinter um die Einzel-Weltmeister Christian Coleman und Noah Lyles haben Gold über 4 x 100 Meter. Das Quartett setzte sich in 37,10 Sekunden vor Titelverteidiger Großbritannien (37,36) durch, Bronze ging an Japan (37,43). Für die Vereinigten Staaten war es der erste WM-Erfolg in der Sprintstaffel seit Osaka 2007. Die deutschen Männer waren wie schon 2017 im Vorlauf ausgeschieden.

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