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Leichtathletik-WM : Qatar hat den erhofften Weltmeister

Sieger im Hochsprung: Mustaz Barshim gewinnt Gold. Bild: dpa

Der Gastgeber der Leichtathletik-WM hat die erhoffte Goldmedaille gewonnen: Hochspringer Mustaz Barshim springt am höchsten. Über 400 Meter Hürden läuft eine Amerikanerin einen Weltrekord. Die deutschen Sprinterinnen erreichen als Staffel knapp das Finale.

  • Aktualisiert am
          4 Min.

          Ein Sprung, ein Schrei - und doch noch Gold! Als Qatars Hochsprung-Held Mutaz Essa Barshim am Freitagabend um 21.00 Uhr Ortszeit bei 2,37 Metern über die Latte flog, steigerte sich der Jubel im Khalifa-Stadion zum Orkan. Der Volksheld hat seinen Weltmeistertitel im Hochsprung nach einer schwierigen Saison in Doha eindrucksvoll verteidigt und das Gastgeberland der Leichtathletik-WM glücklich gemacht. Der 28-Jährige überzeugte in einem packenden Finale mit einer Jahresweltbestleistung zum richtigen Zeitpunkt; es war erst sein vierter Wettkampf in diesem Jahr. Die Silbermedaille gewann der unter neutraler Flagge startende Russe Michail Akimenko mit 2,35 Metern vor seinem höhengleichen Landsmann Ilja Iwanjuk.

          Barshim hatte schon vor zwei Jahren in London Gold gewonnen; bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war der Qatarer Zweiter. Der Titelverteidiger schwächelte in dieser Saison lange - und war dann genau zum Saisonhöhepunkt in Bestform. Die 2,29 Meter in der Qualifikation waren schon ein Lichtblick. In seiner Heimat wuchs der 1,92 Meter große Schlaks dann über sich hinaus. Und Gastgeber Katar feierte die zweite Medaille der WM nach Bronze für Abderrahman Samba über 400 Meter Hürden. „Barshim Day“ - am achten Wettkampftag war das Khalifa-Stadion zum ersten Mal fast gefüllt.

          Als der Mann im roten Nationaltrikot um 19.30 Uhr Ortszeit zum ersten Mal über die Latte rauschte, sie lag erst auf 2,19 Meter, da schrien die Zuschauer schon. Das Stadion bebte. Auch die 2,24 Meter, dann die 2,27 nahm er im ersten Anlauf. Und hob beschwörend die Arme. 2,30 Meter, drüber, so hoch war Barshim in diesem Jahr noch nicht gesprungen. In Moskau gewann er 2013 seine erste WM-Plakette, die silberne. Aus London brachte Barshim 2012 Olympia-Bronze mit, in Rio versilberte er seine Sprünge vier Jahre später. Was sich der Schlaks für Tokio im nächsten Sommer vornimmt, dürfte klar sein. Wenn Barshim gesund und topfit bleibt, dann ist auch der Weltrekord wieder ein Thema: Den hält seit Juli 1993 der Kubaner Javier Sotomayor mit 2,45 Metern. Europameister Mateusz Pryzybylko aus Leverkusen war in der Qualifikation nicht über 2,17 Meter hinausgekommen und ausgeschieden.

          Weltrekord über 400 Meter Hürden

          Für ein Highlight der Titelkämpfe sorgte die Amerikanerin Dalilah Muhammad: Sie verbesserte im Finale über 400 Meter Hürden ihren Weltrekord auf 52,16 Sekunden verbessert und sich damit den Titel gesichert. Die Olympiasiegerin rannte am Freitag vier Hundertstelsekunden schneller als am 28. Juli bei der amerikanischen WM-Ausscheidung in Des Moines. Zweite wurde ihre amerikanische Teamgefährtin Sydney McLaughlin in 52,23 Sekunden vor der Jamaikanerin Rushell Clayton, die in 53,74 Sekunden ins Ziel kam.

          Rio-Olympiasieger Conseslus Kipruto (Kenia) hat derweil seinen Titel nach einem packenden Schlussspurt über 3000 m Hindernis erfolgreich verteidigt. Der 24-Jährige setzte sich in 8:01,35 Minuten nur mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf den Äthiopier Lamecha Girma im Foto-Finish durch. Es war die engste Entscheidung der WM-Geschichte über diese Distanz, die seit 1991 stets ein in Kenia geborener Läufer gewonnen hat. Bronze sicherte sich der als Jahresschnellster nach Katar gereiste Soufiane El Bakkali (8:03,76/Marokko). Der deutsche Meister Karl Bebendorf (Dresden) und Martin Grau (Erfurt) waren im Vorlauf ausgeschieden.

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