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Leichtathletik-WM : Qatar hat den erhofften Weltmeister

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Über 400 Meter war Steven Gardiner von den Bahamas der Schnellste: Der 24 Jahre alte WM-Zweite von 2017 setzte sich in 43,48 Sekunden souverän durch und bescherte seinem Heimatland 24 Stunden nach der unerwarteten Niederlage seiner Landsfrau Shaunae Miller-Uibo (Silber) doch noch den ersehnten Titel über die Stadionrunde. Gardiner, der auf Platz sechs der "ewigen" Bestenliste vorrückte, siegte vor Anthony Zambrano aus Kolumbien (44,15) und Fred Kerley (Vereinigte Staaten/44,17). London-Olympiasieger Kirani James (Grenada), wurde acht Jahre nach seinem WM-Triumph von Daegu Fünfter (44,54). Der Jahresschnellste Michael Norman war überraschend im Halbfinale gescheitert. Olympiasieger, Weltrekordler und Titelverteidiger Wayde van Niekerk (Südafrika) ist nach seinem im Oktober 2017 bei einem Prominenten-Rugby-Spiel zugezogenen Kreuzbandriss für die WM nicht rechtzeitig fit geworden. Ein deutscher Sprinter war in Katar nicht am Start.

Deutsche Sprintstaffel im Glück

Die deutsche 4 x 100-Meter-Staffel um Gina Lückenkemper ist gerade noch ins Finale gerannt. Das Quartett belegte im zweiten Vorlauf am Freitagabend in 42,82 Sekunden nur den fünften Platz. Lisa-Marie Kwayie (Berlin), Yasmin Kwadwo (Leverkusen), Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) und Lückenkemper (Berlin) kamen aber über die Zeit weiter. „Heute haben wir wirklich mal das Glück auf unserer Seite gehabt. Hoffentlich zeigen wir morgen, was wir können“, sagte Lückenkemper im ZDF.

Tatjana Pinto musste auf einen Staffelstart verzichten. Die 27 Jahre alte deutsche 100-Meter-Meisterin aus Paderborn hatte sich im 200-Meter-Halbfinale eine Muskelverletzung im Knie zugezogen. Für sie wurde Wessolly eingesetzt. Titelverteidiger Vereinigte Staaten gewann den ersten Vorlauf in 42,46 Sekunden.

In den Endlauf gerettet: Gina Lückenkemper bringt die deutsche Sprintstaffel als Schlussläuferin gerade so weiter.
In den Endlauf gerettet: Gina Lückenkemper bringt die deutsche Sprintstaffel als Schlussläuferin gerade so weiter. : Bild: dpa

Die deutschen Sprinterinnen hoffen im Finale am Samstag (21.05 Uhr/ARD) auf eine Medaille. Nicht einmal die Amerikanerinnen (42,21 Sekunden) sind in diesem Jahr schneller gewesen als das DLV-Quartett beim Berliner Istaf, als es mit 41,67 Sekunden glänzte. „Morgen wird nochmal angegriffen: neuer Tag, neues Glück!“, sagte Lückenkemper.

Die deutschen Männer um 100-Meter-Rekordhalter und Startläufer Julian Reus aus Erfurt schieden hingegen als Siebte ihres Vorlaufs in 38,24 Sekunden aus. Eine Weltjahresbestzeit erzielten die Briten in 37,56 Sekunden.

Diskuswerferinnen gehen leer aus

Die deutschen Diskuswerferinnen haben im Finale eine Topplazierung klar verfehlt. Beim Sieg der Kubanerin Yaime Perez (69,17 m) belegte die EM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) als beste der drei DLV-Starterinnen mit 61,55 m den achten Rang. Die deutsche Jahresbeste Claudine Vita (Neubrandenburg), die 2019 bereits 66,64 m erreicht hatte, wurde mit 60,77 m Neunte. Die deutsche Meisterin Kristin Pudenz (Potsdam) landete mit 57,69 m auf Rang elf.

Die Jahresweltbeste Perez setzte sich in einem hochklassigen Wettkampf vor ihrer Landsfrau Denia Caballero (68,44) durch, die 2015 in Peking WM-Gold geholt hatte. Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Sandra Perkovic (Kroatien) kam mit 66,72 m auf Rang drei, damit musste sich Perkovic erstmals seit vier Jahren wieder in einem großen Finale geschlagen geben. Die 33 Jahre alte Müller, die ihre siebte WM seit 2007 bestritt, hatte die letzten Medaillen für die deutschen Diskuswerferinnen geholt. 2011 war sie in Daegu Zweite, 2015 in Peking Dritte geworden.

Männer, 400 Meter
1. Steven Gardiner (Bahamas) 43,48 Sek.; 2. Anthony Zambrano (Kolumbien) 44,15; 3. Fred Kerley (USA) 44,17;

3000 m Hindernis
1. Conseslus Kipruto (Kenia) 8:01,35 Min.; 2. Lamecha Girma (Äthiopien) 8:01,36; 3. Soufiane El Bakkali (Marokko) 8:03,76; ... 24. Martin Grau (Erfurt) 8:26,79 (Vorläufe); 31. Karl Bebendorf (Dresden) 8:32,58

Hochsprung
1. Mutaz Essa Barshim (Katar) 2,37 m; 2. Michail Akimenko (Neutrales Team) 2,35; 3. Ilja Iwanyuk (Neutrales Team) 2,35; ... 30. Mateusz Przybylko (Leverkusen) 2,17 (Qualifikation)

Frauen
400 m Hürden
1. Dalilah Muhammad (USA) 52,16 Sek.; 2. Sydney Mclaughlin (USA) 52,23; 3. Rushell Clayton (Jamaika) 53,74; ... 23. Carolina Krafzik (Sindelfingen) 56,41

Diskuswurf
1. Yaime Pérez (Kuba) 69,17 m; 2. Denia Caballero (Kuba) 68,44; 3. Sandra Perkovic (Kroatien) 66,72; ... 8. Nadine Müller (Halle/Saale) 61,55; 9. Claudine Vita (Neubrandenburg) 60,77; 11. Kristin Pudenz (Potsdam) 57,69

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