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Hitze-Marathon in Doha : „Das grenzt an Körperverletzung“

Die italienische Läuferin Giovanna Epis wird nach ihrem Zusammenbruch im Ziel im Rollstuhl geschoben. Bild: EPA

Schon der Marathon zeigt den Irrsinn, diese Leichtathletik-WM nach Qatar zu vergeben. 28 der 68 Läuferinnen müssen vor dem Ziel aufgeben, im Ziel sinken zahlreiche Athletinnen erschöpft in Rollstühle.

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          Die Ärzte hatten alle Hände voll zu tun im Ziel des Marathons. Gerade war, gegen halb drei am Morgen auf der achtspurigen Uferstraße von Doha am Persischen Golf, die neue Weltmeisterin ins Ziel gekommen, Ruth Chepngetich aus Kenia. Ihre letzten Meter begleite ein Feuerwerk aus Silberfontänen. Vor den illuminierten Wolkenkratzern in Downtown Doha auf der anderen Seite der Bucht war zwar wegen der mächtigen Gerüste für die Scheinwerfer nichts zu sehen, welche die Corniche taghell erleuchteten. Doch das machten die Gastgeber dadurch wett, dass sie auf den Mittelstreifen, zwischen kaschierten Stromgeneratoren, Gastanks und Gerüsten, Nachbildungen der spektakulärsten Gebäude Qatars aus Holz und Pappmachée stellten: die Museen, die Ministerien, den Turm in Form einer Fackel und das klimatisierte Khalifa-Stadion, in dem am Tag die Weltmeisterschaft der Leichtathleten begonnen hatte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Digitaluhr über dem Zielstrich zeigte die schlechteste Siegeszeit aller bisherigen Weltmeisterschaften an, 2:32:42 Stunden. Schneller als alle anderen galt es bei diesem Rennen zu laufen, doch langsam genug, um nicht Opfer der Hitze zu werden. Zwar hatten die Veranstalter den Lauf, wie das Gehen und den Marathon der Männer, die noch folgen werden, vom Tag in die Nacht verlegt, um der Sonne und damit der größten Hitze zu entgehen. Doch selbst nach Mitternacht sank die Temperatur kaum unter 30 Grad Celsius, bei hoher Luftfeuchtigkeit.

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