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Schmerzende Beine, kein Gefühl : Final-Träume von Lückenkemper und Pinto platzen

  • Aktualisiert am

Für das Finale hat es nicht gereicht: Gina Lückenkemper in Doha Bild: dpa

Die Laune bei den deutschen Sprinterinnen ist nach dem WM-Aus im Halbfinale nicht gerade gut. Die Suche nach den Gründen für das Scheitern läuft – derweil sprintet die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce zu Gold.

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          Gina Lückenkemper zitterte nach ihrem verkorksten Lauf noch bei Tatjana Pinto mit, doch alles Daumendrücken half nicht: Die Final-Träume der deutschen Sprinterinnen sind bei der Leichtathletik-WM in Doha jäh geplatzt, in der Vorschlussrunde bekam das chancenlose DLV-Duo deutlich die Grenzen aufgezeigt. Vize-Europameisterin Lückenkemper und die deutsche Meisterin Pinto waren nach ihrem Halbfinal-Aus die Ratlosigkeit in Person.

          „Natürlich war das scheiße, da kann man nichts anderes sagen. Ich wäre gerne viel schneller gerannt. Ich hatte heute irgendwie schmerzende Beine, dann sind 100 Meter verdammt lang“, sagte die 22 Jahre alte Lückenkemper. Die Neu-Berlinerin wurde in schwachen 11,30 Sekunden Achte und Letzte in ihrem Rennen wurde, die Frische und Lockerheit ihrer beiden starken Vorjahre sind ihr völlig abhandengekommen.

          So mussten Lückenkemper und Pinto von den Zuschauerplätzen aus zusehen, wie die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce im Finale zu ihrem vierten WM-Titel sprintete. In 10,71 Sekunden ließ die nur 1,52 große Olympiasiegerin von 2008 und 2012 die Britin Dina Asher-Smith und Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste hinter sich – und sicherte sich das erste WM-Gold seit sie Mutter geworden ist.

          „Irgendwas stimmt nicht“

          „Ich habe gestern Abend Rückenprobleme bekommen, kann sein, dass die sich durchgezogen haben und es deshalb nicht funktioniert hat. Irgendwas stimmt nicht, jetzt müssen wir gucken, dass der Körper wieder vernünftig läuft“, meinte Lückenkemper.

          Pinto lief im letzten Halbfinale gerade einmal eine Hundertstel schneller, als Fünfte mit 11,29 war damit ebenfalls Endstation. „Als ich mich aufgerichtet habe, konnte ich meine Beine irgendwie nicht spüren. Das war total komisch. Ich bin ein bisschen enttäuscht“, sagte die 27-Jährige: „So schnell sind ein paar Zehntel drauf, wenn man nicht locker bleibt.“

          Auch für Tatjana Pinto hat es nicht bis ins Finale gereicht.

          Der Einzug ins Finale der besten Acht, der als letzter Deutschen Melanie Paschke 1997 in Athen (Platz sechs) gelungen war, wäre für beide deutschen Sprinterinnen in Bestform durchaus machbar gewesen: 11,10 Sekunden reichten in Doha für den Sprung in den elitären Kreis, Lückenkemper (10,95) und Pinto (11,00) sind in ihrer Karriere schon deutlich schneller gelaufen. Doch irgendwie wollte in Katar nichts zusammenpassen.

          Lückenkemper hatte nach schwachem Start im Vorlauf in 11,29 nur mit Mühe die nächste Runde erreicht. Zwei Jahre zuvor war sie bei der WM in London noch als Schnellste aller Vorläufe in ihrer immer noch aktuellen Bestzeit von 10,95 Sekunden ins Halbfinale eingezogen, auch damals war in der Vorschlussrunde Endstation. In der laufenden Saison fehlte Lückenkemper aber nach einigen Problemen die Form für Zeiten unter elf Sekunden.

          Pinto hatte bei ihrer zweiten Teilnahme an einem WM-Halbfinale über 100 m nach Moskau 2013, wo sie ebenfalls ausgeschieden war, große Ziele gehabt, kam aber nicht an ihre Vorlaufzeit (11,19) heran. „Ich hoffe, ich kann das schnell abhaken. Bis morgen haben ich dafür Zeit“, sagte Pinto mit Blick auf den 200-m-Vorlauf am Montag.

          Mit der 4x100-m-Staffel (Vorläufe am Freitag, Finale am Samstag) dürften sich Lückenkemper und Pinto gemeinsam mit Lisa-Marie Kwayie und Yasmin Kwadwo durchaus Hoffnungen auf eine Medaille machen – auch wenn das Einzel-Aus nun erstmal zu verdauen ist. Mit beim ISTAF in Berlin Anfang September in dieser Besetzung erzielten 41,67 Sekunden führt das DLV-Quartett die Jahresweltbestenliste an.

          „Da kommt man momentan ein bisschen ins Träumen. Wir haben gezeigt, was wir draufhaben. Sollten wir das in Doha hinkriegen, dann kann das Ganze auch wirklich großartig werden“, hatte Lückenkemper gesagt.

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