https://www.faz.net/-gtl-87777

Leichtathletik-WM : Die fliegende Holländerin

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Dafne Schippers gewinnt mit Europarekord über 200 Meter. Die drei deutschen Zehnkämpfer liegen nach dem ersten Tag auf den Plätzen drei, vier und fünf. Der Weitsprung entscheidet sich im letzten Versuch.

          2 Min.

          Die Niederländerin Dafne Schippers hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften als erste Europäerin seit der Russin Anastasija Kapachinskaja 2003 Gold über 200 Meter geholt. Die Niederländerin setzte sich am Freitag in Peking in der Landesrekordzeit von 21,63 Sekunden durch. Zweite wurde die Jamaikanerin Elaine Thompson (21,66) vor ihrer Teamkollegin Veronica Campbell-Brown (21,97).  

          Die frühere Weltklasse-Siebenkämpferin Schippers hatte bereits Silber über 100 Meter geholt. Eine deutsche 200-Meter-Sprinterin hatte sich nicht für die WM qualifiziert. Bei 15 Weltmeisterschaften haben nur fünf Europäerinnen die 200 Meter gewonnen. Darunter waren auch die deutschen Sprinterinnen Marita Koch (1983), Silke Gladisch (1987) und Katrin Krabbe (1991).

          Einen kühlen Kopf will der Zehnkampf-Favorit Ashton Eaton bewahren.
          Einen kühlen Kopf will der Zehnkampf-Favorit Ashton Eaton bewahren. : Bild: AFP

          Deutsche Zehnkämpfer auf drei, vier und fünf

          Nach einem eindrucksvollen ersten Tag des WM-Zehnkampfs in Peking liegt das deutsche Trio Rico Freimuth (4406 Punkte), Kai Kazmirek (4401) und Michael Schrader (4355) auf den Plätzen drei, vier und fünf. Damit werden die drei Teamkollegen gemeinsam und gegeneinander um die Bronzemedaille kämpfen - doch vielleicht ist auch noch Silber drin. Der amerikanische Olympiasieger Ashton Eaton führt erwartungsgemäß mit 4703 Punkten vor dem Kanadier Damian Warner (4530).

          Wegen einer schmerzhaften Rückenverletzung hat der frühere Weltmeister Trey Hardee den Zehnkampf aufgeben müssen. Der 31 Jahre alte Amerikaner hat sich die Blessur beim Weitsprung zugezogen. „Ich habe alles versucht durchzukommen, aber es sollte einfach nicht sein“, sagte der Weltmeister von 2009 und 2011 völlig niedergeschlagen.

          Hochspringer Eike Onnen steht zum ersten Mal seit acht Jahren wieder in einem WM-Finale.
          Hochspringer Eike Onnen steht zum ersten Mal seit acht Jahren wieder in einem WM-Finale. : Bild: Reuters

          Gold im letzten Versuch

          Tianna Bartoletta aus den Vereinigten Staaten ist zum zweiten Mal nach 2005 Weitsprung-Weltmeisterin. Die 29-Jährige siegte am Freitag bei den Titelkämpfen in Peking mit 7,14 Metern im letzten Durchgang. Silber ging an die Britin Shara Proctor mit 7,07 Meter. Dritte wurde die Serbin Ivana Spanovic mit 7,01 Meter.

          U 23-Europameisterin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz erreichte mit 6,79 Metern Platz sechs. Sie gab nach dem Wettkampf an, dass sie Probleme mit einer Oberschenkelverhärtung hatte. Mihambos Teamkolleginnen Sosthene Moguenara und Lena Malkus hatten das Finale verpasst.

          Vier Deutsche im Speerwurf-Finale

          Alle vier deutschen Speerwerferinnen haben das Finale erreicht. Nach Weltmeisterin Christina Obergföll (Offenburg) und Katharina Molitor aus Leverkusen schafften das in der zweiten Qualifikationsgruppe auch die frühere Europameisterin Linda Stahl (Leverkusen) und Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken.

          Hussong übertraf als Tages-Beste mit 65,92 Metern sogar ihre persönliche Bestleistung. Obergföll schaffte 64,10 Meter erst im dritten Versuch. Auch Stahl (63,52) und die deutsche Meisterin Molitor (63,23) kämpfen am kommenden Sonntag um die Medaillen.

          Gold für China: Liu Hong setzt sich über 20 Kilometer Gehen durch
          Gold für China: Liu Hong setzt sich über 20 Kilometer Gehen durch : Bild: dpa

          Onnen schafft Comeback

          Hochspringer Eike Onnen steht zum ersten Mal seit acht Jahren wieder in einem WM-Finale. Der 33-Jährige von der LG Hannover übersprang am Freitag in der Qualifikation 2,31 Meter und machte den Einzug in den Medaillenkampf perfekt. 2007 war Onnen in Osaka WM-Siebter. Bis auf die 2,31 meisterte der Niedersachse alle Höhen im ersten Versuch. Auch die Top-Favoriten Mutaz Essa Barshim (Katar) und Bogdan Bondarenko aus der Ukraine qualifizierten sich mühelos.

          Für den Leverkusener Mateusz Przybylko reichten 2,22 Meter dagegen nicht für das Finale am letzten WM-Sonntag um 12.30 Uhr MESZ.

          Erstes Gold für China

          Die Geherin Liu Hong hatte zuvor die erste Goldmedaille für das Gastgeberland China gewonnen. Die Weltrekordhalterin setzte sich über 20 Kilometer erst auf den letzten Metern eines spannenden Duells gegen die chinesische Meisterin Lu Xiuzhi durch. Die beiden Favoritinnen hatten sich bereits auf den ersten Metern dieses Rennens vom Rest des Feldes abgesetzt. Nach 1:27:45 Stunden siegte Liu Hong nur mit einem Vorsprung von zwei Schritten vor der zeitgleichen Lu Xiuzhi. Die Bronzemedaille ging an die Ukrainerin Ludmilla Oljanowska (1:28:13).

          Weitere Themen

          Ohne Havertz kein Herz

          Torloses Werksduell : Ohne Havertz kein Herz

          Der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen trennen sich zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltages ohne Tore. Beide Werkteams zeigen vor 500 Zuschauern Fußball ohne Esprit.

          Topmeldungen

          Brand in einem Flüchtlingslager auf Samos (Archivbild)

          Griechenland : Feuer im Flüchtlingslager auf Samos

          In einem griechischen Flüchtlingszentrum ist abermals ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Container brannten nieder. Dutzende Minderjährige wurden aus dem Lager gebracht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.