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Bachs Vorwürfe an Journalisten : „Zu früh für Spekulation“

Thomas Bach: „Es ist zu früh, über Ergebnisse zu spekulieren“ Bild: Reuters

Der Schutz sauberer Athleten sei das ultimative Ziel, sagte IOC-Präsident Bach. Dazu gehöre aber auch, keinen zu beschuldigen, für den die Unschuldsvermutung gelte.

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          Ach, wenn er nur so könnte, wie er wollte. Doch nicht einmal der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kann Doper daran hindern, zurückzukommen und mitzumachen, nicht einmal bei Olympischen Spielen. „Wenn Sie nach Gefühlen fragen“, sagte Thomas Bach also am Freitag beim Besuch in der doppelten Olympia-Stadt Peking, wo zwischen Sommerspielen 2008 und Winterspielen 2022 an den kommenden neun Tagen die Leichtathletik-Weltmeisterschaft stattfindet, mit dem Herzen „würde ich immer noch für eine lebenslange Sperre sein“.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Sebastian Coe, der gerade gewählte Präsident des Welt-Leichtathletik-Verbandes (IAAF), und er hätten in vielen Gerichtsverfahren lernen müssen, dass dies nicht möglich ist. „Wir haben mit den sogenannten Osaka-Regeln versucht, das für die Olympischen Spiele durchzusetzen“, erinnerte Bach, „und wir haben vor Gericht verloren.“

          „Es ist zu früh, über Ergebnisse zu spekulieren“

          Der Jurist aus Tauberbischofsheim hielt in seiner Pressekonferenz nach einer gemeinsamen Sitzung von IOC- und IAAF-Council den Journalisten vor, dass auch sie über das Ziel hinaus, schössen mit Doping-Verdächtigungen. „Es ist zu früh, über Ergebnisse zu spekulieren“, mahnte er in Anspielung darauf, dass Wissenschaftler und Journalisten aus der Analyse von Blutwerten von Abertausenden Läuferinnen und Läufern aus den Akten des Leichtathletik-Verbandes auf weitverbreitetes Doping geschlossen hatten, generell und anonym. „Die IAAF sagt uns, sie habe die Werte zur Zielfahndung genutzt“, sagt Bach. Wer daraus Doping-Vorwürfe ableite, mache sich haftbar.

          Der Schutz sauberer Athleten sei das ultimative Ziel von IOC und IAAF, sagte Bach, und zu diesem Schutz gehöre auch, diejenigen nicht zu beschuldigen, für die die Unschuldsvermutung gelte.

          Was er von Coes Idee des Outsourcings von Doping-Kontrollen, -Analysen und dem Management der Sanktionen hält, verriet Bach nicht. Sehr interessant, nannte er sie, über die Verbesserung der Doping-Bekämpfung denke man im Sport ständig nach. Beim olympischen Gipfel im Oktober in Lausanne werde Zeit sein, darüber zu diskutieren.

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