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Leichtathletik-WM : Silber für Nadine Kleinert-Schmitt

  • -Aktualisiert am

Nadine Kleinert-Schmitt Bild: AP

Mit persönlicher Bestleistung von 19,86 m hat Nadine Kleinert-Schmitt im Kugelstoßen die Silbermedaille gewonnen. Titelverteidigerin Astrid Kumbernuss wurde Sechste.

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          Die erste Medaillengewinnerin der deutschen Mannschaft kommentierte ihren Erfolg so trocken, dass es nur so staubte. „Ich hatte nie mit der Medaille gerechnet, ich wollte eigentlich nur, das der Wettkampf zu Ende ist“, sagte die Magdeburgerin nach ihrem überraschenden Erfolg.

          Schon im ersten Versuch hatte sie 19,54 Meter vorgelegt, das war kurzfristig sogar die Führung in einem Wettkampf, der unter enormer Hitze im Stadion und einem stumpfen Kugelstoßring litt. „Ich dachte ständig, da muss doch noch eine von hinten kommen“, wundert sich Kleinert-Schmitt über das fehlende Aufbäumen ihrer Konkurrenz.

          Astrid allein im Stadion

          Als ihr zweiter Platz dann schon feststand, kugelte sie mit 19,86 Meter sogar noch eine persönliche Bestleistung hinterher. Mit dieser Leistung bestätigte sie ihre Silbermedaille von Sevilla, die sie vor zwei Jahren hinter Astrid Kumbernuss gewonnen hatte, doch selbst in der Stunde ihres Erfolgs verblasste sie hinter der dreimaligen Weltmeisterin.

          Astrid Kumbernuss: Nach drei Mal WM-Gold nur Platz sechs

          Kumbernuss hatte mit 19,25 Meter nur den sechsten Platz belegt, und damit ihr insgesamt enttäuschendes Jahr erwartungsgemäß beendet. „Ich bin enttäuscht und tief traurig“, gestand sie am Abend. „Wenn Du Erfolg gewohnt warst, und dann so abtreten musst, als ein Niemand, dann stehst Du völlig allein in so einem großen Stadion“, sagte die dreifache Weltmeisterin.

          Silber zu schwarz-rot

          Auf die bange Frage, ob sie denn zurücktreten wolle, beruhigte sie die Gemüter: „Den Gefallen tue ich euch nicht.“ Am liebsten würde sie auf der Stelle ihre Sachen packen und sofort weder trainieren gehen, um wieder besser zu werden. „Ich hoffe immer noch auf den Moment, wo sich mein Körper wieder daran erinnert, wie's richtig geht“, sagte die Seriensiegerin der 90er Jahre.

          Nadine Kleinert-Schmitt brachte weniger Farbe in ihre Erklärungen als in ihre Haare. Die hatte sie vorne schwarz und hinten rot gefärbt. Das Gold hatte sich die 25-Jährige gespart: „Vielleicht kommt ja jetzt Silber dazu.“ Im Wettkampf habe sie sich ruhig gefühlt, erklärte sie: „fast zu ruhig“, doch es reichte. Gold hatte sich unangefochten die Weißrussin Janina Korolschik erstoßen (20,61), Bronze gewann die Ukrainerin Vita Pawlesch (19,41).

          Ertl „am Trikot festgehalten“

          Von einer Medaille konnte auch Karin Ertl kurz träumen, am Ende war sie aber mit ihrem fünften Platz zufrieden. „Die Hürden waren okay, Hochsprung von der Leistung auch, wenn auch ein bisschen wacklig“, ging sie die Stationen des Siebenkampfes noch einmal durch. „Mit der Kugel habe ich einen halben Meter verschenkt, und über 200 Meter hat mich wohl jemand am Trikot festgehalten...“ Am zweiten Tag sei der Weitsprung ordentlich gewesen, in ihrer Angstdisziplin Speerwerfen war sie dann über sich hinausgewachsen und hatte mit 45,89 Meter neue persönliche Bestweite erzielt. Über 800 Meter hieß es zum Abschluss „einfach rennen.“ Den vierten Platz verpasste sie um elf Pünktchen, zufrieden war sie trotzdem.

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