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Leichtathletik-WM : Riedel verpaßt als Vierter sechsten WM-Titel

  • Aktualisiert am

Lars Riedel blieb diesmal ohne Medaille Bild: dpa/dpaweb

Der Mann mit dem „goldenen Arm“ konnte seine Medaillensammlung nicht weiter aufstocken. Diskuswerfer Lars Riedel wurde in Paris entthront und blieb bei seiner siebten WM-Teilnahme erstmals ohne Medaille.

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          Der Mann mit dem „goldenen Arm“ hat dieses Mal ins Leere gegriffen und konnte seine sagenhafte Medaillensammlung bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften nicht weiter aufstocken. Diskuswerfer Lars Riedel wurde in Paris nach fünf Titeln seit 1991 entthront und blieb bei seiner siebten WM-Teilnahme erstmals ohne Medaille.

          Der 36jährige Chemnitzer mußte sich vor 45.000 Zuschauern im Stade de France mit 66,28 m Olympiasieger Virgilius Alekna (Litauen/69,69), Europameister Robert Fazelas (Ungarn/69,01) und dem Weißrussen Wasili Kaptjuch (66,51) geschlagen geben. Auch der Wattenscheider Michael Möllenbeck ging als Fünfter leer aus.

          Mosambiks 800-m-Königin Maria Mutola wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und verteidigte ihren Titel erfolgreich. Die Olympiasiegerin lag nach 1:59,89 Minuten vor der Britin Kelly Holmes (2:00,18) und der Russin Natalja Kruscheljowa (2:00,29).

          Helft mir doch, Lars Riedel fordert das Publikum

          Claudia Gsell nur Rang fünf

          Für die Leverkusenerin Claudia Gesell platzte hingegen der Traum vom Treppchen. Die frühere Junioren-Weltmeisterin kam trotz des Ausfalls der hoch gehandelten Österreicherin Stephanie Graf nur auf den fünften Platz.

          Im Dreisprung triumphierte wie schon vor zwei Jahren in Edmonton die Russin Tatjana Lebedewa mit 15,18 m vor Francoise Mbango aus Kamerun (15,05). Bronze gewann die Italienerin Magdelin Martinez mit 14,90.

          Stabhochspringer Lobinger hofft auf Medaille

          Das deutsche Stabhochsprung-Trio hat sich nach der Qualifikation auf Hallen-Weltmeister Tim Lobinger reduziert. Richard Spiegelburg scheiterte mit einem „Salto Nullo“ an seiner Anfangshöhe von 5,35 m. Vize-Europameister Lars Börgeling (ebenfalls Leverkusen) reichten 5,60 m nicht. Hingegen beendete der Kölner Lobinger das Zitterspiel mit übersprungenen 5,70 m und hofft nun im Finale am Donnerstag auf eine Medaille. „Es war ein bißchen ein Pokerspiel“, atmete er auf.

          Die jungen Zehnkämpfer rütteln derweil am Thron von „König“ Roman Sebrle. Nach vier Disziplinen lag der 28 Jahre alte Weltrekordler und Europameister aus Tschechien mit 3509 Punkten nur auf dem vierten Platz. Die Führung hatte der 22jährige Kasache Dimitri Karpow (3657) vor den beiden Amerikanern Tom Pappas (3616) und Bryan Clay (3529) übernommen. Sebrle-Landsmann und Titelverteidiger Tomas Dvorak kam als Neunter überhaupt nicht in Schwung, Olympiasieger Erki Nool schied nach drei Disziplinen verletzt ausgeschieden.

          Zehnkämpfer Niklaus auf Rang 14

          Andre Niklaus, der einzige deutsche Teilnehmer, kämpfte bei seiner WM-Premiere noch um den Anschluß und kam zunächst auf den 14. Rang. Der 21jährige Berliner startete mit schwachen 11,19 Sekunden im Sprint, sprang 7,21 m weit, stellte im Kugelstoßen mit 13,87 m eine persönliche Bestleistung auf und blieb im Hochsprung mit 1,97 unter seinen Möglichkeiten. „8100 Punkte wären wunderschön“, sagte der zweimalige U21-Europameister, dessen Bestleistung bei 8042 Zählern liegt.

          Das 5000-m-Finale verpaßt hat die Frankfurterin Irina Mikitenko als Neunte in ihrem Vorlauf und 15:06,97 Minuten. Eine herbe Enttäuschung für die WM-Vierte von 1999 und -Fünfte von 2001. Ihre Medaillenchancen wahrte hingegen Hammerwerferin Susanne Keil: Die deutsche Rekordhalterin und Meisterin qualifizierte sich ebenso für die Entscheidung am Donnerstag wie ihre Frankfurter Clubkollegin Betty Heidler.

          Ein Happy-End gab es für Heike Meißner: Dem Protest des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gegen ihre Disqulifikation im Halbfinale wurde stattgegeben, so daß die Chemnitzerin nun im Endlauf über 400 m Hürden starten kann.

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