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Leichtathletik-WM : Doppelsieg für Stabhochspringer Lobinger und Stolle

  • Aktualisiert am

Erfolgsduo: Tim Lobinger (l.) und Michael Stolle Bild: dpa

Die deutschen Leichtathleten haben bei der Hallen-WM mit vier Medaillen die Erwartungen erfüllt, Grund zum Jubel besteht aber dennoch nicht. Verlass war auf die Stabhochspringer Tim Lobinger und Michael Stolle.

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          Die deutschen Leichtathleten haben bei den 9. Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham mit vier Medaillen die Erwartungen erfüllt, Grund zum Jubel besteht aber dennoch nicht.

          Verlass war vor allem auf die Stabhochspringer: Durch den großartigen Doppelsieg von Tim Lobinger (Köln) und Michael Stolle (Leverkusen) wurde ein besseres Ergebnis eingefahren als vor zwei Jahren in Lissabon. Damals bedeuteten zwei dritte Plätze den Tiefpunkt und das schlechteste Abschneiden.

          Bubka lobt Lobinger

          Der 30-jährige Lobinger hinterließ bei seinem achten und wertvollsten Saison-Sieg unter dem Hallendach einen souveränen Eindruck. Alle Höhen bis zum Titel nahm der Jahresbeste im ersten Anlauf: 5,60 m, 5,75 und 5,80 m. „Ich habe mir mit Sicherheit einen Traum erfüllt. Das war ein geschichtlicher Sieg ähnlich wie die sechs Meter“, sagte der Weltmeister und freute sich auch über die 40 000 Dollar Preisgeld. „Tim ist ein würdiger Champion und war der beständigste Springer dieses Winters“, befand Weltrekordler und IAAF-Council-Mitglied Sergej Bubka (Ukraine).

          Stolle, der schon bei Bubka trainiert hat und zu 5,70 m zwei Mal anlaufen musste, nahm anschließend die 5,75 m auf Anhieb, während der höhengleiche Rens Blom (Niederlande) einen Fehlversuch hatte. Der Olympia-Vierte, der ein Jahr wegen Fußproblemen pausieren musste, hob sich vergeblich noch zwei Versuche für 5,85 m auf, verletzte sich leicht und gab auf. „Ich bin happy. Der Sturz war nicht so schlimm“, gab er Entwarnung. Auch Lobinger scheiterte am Saisonbestwert.

          Deutschland auf dem Niveau eines Sport-Entwicklungslandes

          Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) machte als Dritte den Medaillensatz am Samstag komplett. Grit Breuer (Magdeburg) steuerte am Abschlusstag über 400 m noch eine Bronzemedaille bei, was Stabhochspringerin Annika Becker (Erfurt) als Fünfte mit 4,45 m versagt blieb. „Mit dem Medaillenergebnis sind wir zufrieden. Das kleine Team ist Ausdruck dafür, dass die Leistungsdecke zu dünn ist. Aber wir wollten unserem Leistungsanspruch gerecht werden und die Mannschaft nicht künstlich aufblähen“, sagte Rüdiger Nickel, DLV-Vize-Präsident Leistungssport. Das Highlight ist die Freiluft-WM in Paris. „Die Situation ist nicht rosig“, bekannte er.

          Mit dem Mini-Team von zehn Athleten bewegte sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) unter den über 600 Teilnehmern aus 145 Ländern auf dem Niveau eines Entwicklungslandes und hat sich unter dem Hallendach als ehemals dritte Kraft hinter den USA und Russland endgültig verabschiedet.

          Breuer sieht sich „auf dem richtigen Weg“

          Von den drei Ausfällen in der Qualifikation enttäuschte das Kugelstoß-Duo Ralf Bartels (Neubrandenburg) mit 19,32 m und die zweimalige WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit drei ungültigen Versuchen besonders.

          Die 33-jährige Kumbernuss, dreifache Freiluft-Weltmeisterin und Olympiasiegerin in Atlanta, beendete mit 19,86 m eine zwei Jahre lange Durststrecke ohne Medaille. „Das ist fantastisch“, jubelte sie und musste nur der Jahresweltbestleistung erzielenden Russin Irina Korschanenko (20,55) und Nadeschda Ostapschuk (Weißrussland/20,31) den Vortritt lassen.

          Staffel-Europameisterin Breuer, die einzige Läuferin im Team, musste sich in der DLV-Jahresbestzeit von 51,13 Sek. wie erwartet der Favoritin und Jahresbesten Natalja Nasarowa (Russland/50,83) und Christine Amertil (Bahamas/51,11) geschlagen geben. „Ich wollte eine Medaille und bin auf dem richtigen Weg“, meinte die nicht unzufriedene Hallen-Weltmeisterin von 1999.

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