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Leichtathletik-WM 2007 : Osaka gewinnt kampflos und einstimmig

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Die japanische Millionen-Metropole Osaka ist Gastgeber der Leichtathletik-WM 2007. Das Votum fiel einstimmig aus - alle anderen Bewerber hatten verzichtet.

          Die japanische Millionen-Metropole Osaka ist Gastgeber der Leichtathletik-WM im Jahr 2007. Dies entschied das Council des Weltverbandes IAAF am Freitag auf seiner Tagung in Monte Carlo. Damit ist die WM zum zweiten Mal nach Tokio 1991 in Japan und zum dritten Mal nach Edmonton 2001 in Übersee.

          „Osaka hat ein exzellentes Bewerbungskonzept vorgelegt und einen immensen Etat. Die Präsentation war perfekt“, erklärte IAAF-Vizepräsident Helmut Digel. Das Votum für Osaka sei einstimmig ausgefallen. Allerdings war die japanische Stadt auch der einzige Bewerber, nachdem Berlin und Budapest auf eine Kandidatur frühzeitig verzichtet hatten.

          Bewerbung gegen Osaka hätte keinen Sinn gemacht

          Der IAAF-Vertrag mit Hauptsponsor Tokyo Broadcasting Systems (TBS) sicherte Japan laut IAAF-Pressesprecher Nick Davis das Recht auf eine Freiluft-WM vor dem Jahr 2010. Als Osaka sich bewarb, konnte die IAAF keinem anderen Interessenten Hoffnung machen.

          „Eine erneute Bewerbung Berlins oder einer anderen deutschen Stadt hätte keinen Sinn gemacht“, erklärte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Sieben Monate zuvor hatten noch fünf Städte darum gestritten, die Nachfolge Londons anzutreten, das als WM-Gastgeber 2005 wegen des Stadionproblems verzichtet hatte.

          Prokop kündigt EM- und WM-Bewerbung an

          Berlin war mit den zweitmeisten Stimmen (vor Brüssel, Moskau, Rom) an Helsinki gescheitert, das nach der WM-Premiere 1983 erneut zum Zug kam. Die nächsten Weltmeisterschaften finden Ende August 2003 in Paris statt; dann folgen Helsinki (2005) und Osaka (2007). Prokop, der damals erklärte, Berlin wolle sich erneut für 2007 bewerben, sagt heute: „Damals war völlig unklar, ob es ein japanisches Interesse an der kommenden WM geben würde.“

          Der zum Vizepräsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gewählte Jurist kündigt nun eine deutsche Bewerbung um die WM 2009 an: „Nach dem Erfolg dieses Jahr in München wollen wir uns auch frühzeitig um eine neue EM bewerben. Da könnten wir schon 2008 zum Zuge kommen, wenn der europäische Verband kommendes Frühjahr darüber entscheidet, ob die EM künftig alle zwei statt alle vier Jahre stattfinden soll.“

          Digel unterstützt Prokop

          „Der DLV wusste, wie die Verhältnisse diesmal sind. Ich bin überzeugt davon, dass Berlin bei einer Bewerbung für 2009 eine große Unterstützung erhalten wird“, meinte der frühere DLV-Präsident Digel. Der Tübinger Sportwissenschaftler sagte seinem Nachfolger Clemens Prokop die volle Unterstützung zu, die WM in sieben Jahren nach Deutschland zu holen.

          Osaka hat indes beste Voraussetzungen, eine exzellente WM auszurichten. „Sie haben sämtliche Unterstützung der Regierung, sogar der japanische Ministerpräsident war in Monte Carlo“, sagte Digel, der in der IAAF für das weltweite Marketing zuständig ist. Dazu komme die Kooperation mit Dentsu; das japanische Unternehmen hatte mit der IAAF ein umfangreiches Kooperationsabkommen bis zum Jahr 2009 abgeschlossen. Dieser Kontrakt sichert Dentsu auch die Vermarktungsrechte für die Freiluft-WM.

          Wahrscheinliches Datum der Titelkämpfe im 50.000 Zuschauer fassenden Nagai-Stadion, das Schauplatz dreier Spiele der Fußball-WM 2002 war, ist der 24. August bis 2. September.

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