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Leichtathletik : Westers Wunder-Weite

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Schön in den Sand gesetzt: fast sieben Meter sprang Alexandra Wester Bild: dpa

Sie ist Model, betreibt bei Youtube einen Fitness-Channel – und ist jetzt auch noch Deutschlands neue Weltklasse-Weitspringerin: Alexandra Wester führt die Weltrangliste an. Dabei war sie schon fast am Ende.

          Nach ihrem Traumsprung an die 7-Meter-Marke war Weitspringerin Alexandra Wester überglücklich, und das Lob der Olympiasiegerin machte die neue Olympia-Hoffnung so richtig stolz. „Sie hat mich wirklich sehr beeindruckt. Alexandra hat ein unglaubliches Potenzial. Die sieben Meter hat sie drauf, absolut“, sagte Heike Drechsler am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

          Als Stargast beim Istaf Indoor hatte die ehemalige Weltklasse-Athletin den 6,95-Meter-Siegsprung Westers am Samstagabend live erlebt. „Ich hoffe, sie bleibt so cool und locker und hebt nicht ab“, meinte die Thüringerin, die seit genau 28 Jahren den deutschen Hallenrekord (7,37 Meter) hält.

          In diese Sphären wird Alexandra Wester nicht so schnell vordringen, mit der Jahresweltbestweite von 6,95 Meter hat sich die 21-Jährige selbst überrascht. „Es war extrem befreiend. Diese Weite hatte ich heute noch nicht erwartet“, sagte die Athletin vom ASV Köln. Im Vorjahr stand Westers Bestleistung bei 6,59 Metern - und die enorme Steigerung ist nicht nur ein Zahlendreher. „Das ist eine Kombination von meinem Training, von meinem Trainer und mir“, sagte sie nach dem besten Wettkampf ihrer Karriere in der Berliner Mercedes-Benz-Arena.

          Der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere: beim Istaf in Berlin sprang sie in den Blickpunkt

          Für ihr junges Alter hat die schon einiges in Bewegung gesetzt: Bei Youtube betreibt die 21-Jährige einen Fitness-Kanal, sie hat schon als Personal Trainerin gearbeitet und sie modelt nebenbei. Nach einem Jahr an der Universität in Miami/Florida, wo sie Sportwissenschaften studierte, kam Wester nach Deutschland zurück. Allerdings trainiert sie nicht mehr beim USC Mainz, sondern beim ASV Köln. Statt sich im Siebenkampf zu versuchen, konzentriert sie sich auf Weitsprung. Das Training mit dem früheren Weltklasse-Dreispringer Charles Friedek hat sich schon ausgezahlt. Vor allem in puncto Technik hat sie zugelegt. Dennoch war ihr Coach „echt sprachlos“ nach dem Coup.

          Heike Drechsler war vor allem von der Schnelligkeit und Anlaufsicherheit beeindruckt. Als erste Deutsche hat die Neu-Kölnerin nun die deutsche Norm (6,75 Meter) für die Hallen-WM in Portland/Oregon (17. bis 20. März) geknackt. Besser als Wester waren in der Halle überhaupt erst zwei deutsche Weitspringerinnen: Drechsler (7,37 Meter) und Helga Radtke (7,09). Olympiasiegerin Drechsler war vor 20 Jahren letztmals bei einem Hallenmeeting weiter gesprungen (6,96 Meter).

          Angefangen hatte sie mit Mehrkampf, mit 15 war sie deutsche Schülermeisterin. Doch nach einem Unfall beim Hürdenlaufen war ihr Knie „kaputt“: sie erlitt bei einem Sturz einen Kreuzbandriss, dazu waren Innenband, Meniskus und Knorpel geschädigt worden. Doch ihre Leidenschaft für den Sport wure nicht in Mitleidenschaft gezogen.

          Jetzt will Wester allerdings kürzer treten - aber nur mit Blick auf ihre Karriere als Hobby-Model. „Ab und zu nehme ich noch ein paar Jobs an“, verriet sie in der Arena lachend. „Aber in diesem Winter liegt mein Fokus total auf der Leichtathletik.“ Und somit natürlich auf Rio. „Von Olympia habe ich schon länger geträumt“, sagte sie. Und von den sieben Metern natürlich - 6,95 sollen nicht ihr letztes Wort gewesen sein: „Das war noch nicht der perfekte Sprung.“

          Top-5 der deutschen Weitspringerinnen in der Halle

          7,37 - Heike Drechsler (Jena) 13.2.1988
          7,09 - Helga Radtke (Rostock) 24.2.1985
          6,95 - Alexandra Wester (Köln)  13.2.2016  
          6,90 - Susen Tiedtke (Fürth/München) 12.3.1995  
          6,86 - Sosthene Moguenara (Wattenscheid) 11.1.2015

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