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Leichtathletik : Streit zwischen Lobinger und Stabhochsprung-Team

  • Aktualisiert am

Einzelgänger: Tim Lobinger Bild: picture-alliance/ dpa

Zoff im deutschen Stabhochsprung-Lager: Tim Lobinger erklärt das unlängst gegründete Förderteam, das Patenschaften für Talente übernommen hatte, für abgeschafft. Und erntet damit Widerspruch.

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          Tim Lobinger wird im Kreis der deutschen Stabhochspringer immer mehr zum isolierten Außenseiter. Im Gespräch mit der Fachzeitschrift „Leichtathletik“ erklärte der Kölner das im vergangenen Herbst von ihm mitgegründete „Deutsche Stabhochsprung-Team“ für aufgelöst und stellte sich damit gegen Bundestrainer Jörn Elberding, der den Fortbestand des Teams bekräftigte: „Fakt ist, daß Tim Lobinger zum 30. September aus diesem Team ausgetreten ist.“

          Der 34 Jahre alte Lobinger erklärte seinen Rückzug mit der mangelnden Kooperation der Kollegen: „In meinen Bemühungen, das Team voran zu bringen, zum Beispiel bei der Suche nach Sponsoren, bin ich lediglich von Richard Spiegelburg tatkräftig unterstützt worden. Die anderen erfahrenen Springer wie Danny Ecker, Lars Börgeling und Björn Otto haben mich hängen lassen.“

          Zoff ums Geld

          Zum Krach war es Anfang September beim DKB-Cup-Finale in Elstal gekommen, als Lobinger von Björn Otto (Dormagen/5,85 Meter) geschlagen wurde und somit seinen 25.000-Euro-Anteil am Jackpot verlor. „Das war unkollegial“, schimpfte der damals mit 5,80 zweitplazierte Lobinger und zeigte sich schwer enttäuscht, daß der Kollege ihm den Sieg für seine Verdienste um das Stabhochsprung-Team nicht geschenkt habe. Die Kritik, die einer indirekten Aufforderung zum Betrug gleichkam, war von den Kollegen aufs Schärfste zurückgewiesen worden.

          Künftig wird sich anstelle von Lobinger Stabhochsprung-Manager Marc Osenberg verstärkt um die Belange des Teams kümmern. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die deutschen Athleten dieser Disziplin in den kommenden Jahren in der Weltspitze zu etablieren.

          Osenberg, der bis auf Lobinger alle führenden deutschen Stabartisten unter Vertrag hat, ist vom Erfolg des Teams überzeugt: „Ich glaube auch ohne Tim gibt es keine Verschlechterung.“ Zugleich bestätigte er Lobingers Aussage, daß sich im vergangenen Jahr neben ihm nur Spiegelburg um das Team bemüht habe: „Die Sportler sind aber auch nicht dafür da, Sponsoren zu suchen. Sie sollen hoch springen. Das ist ihr entscheidender Beitrag zum Erfolg des Teams.“

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