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Leichtathletik : Showdown der Sechs-Meter-Männer

  • Aktualisiert am

Deutsche Vorzeige-Disziplin: Stabhochsprung Bild: dpa

Die Stabhoch-Asse Danny Ecker, Michael Stolle und Tim Lobinger qualifizierten sich mit dem Minimalaufwand von einem Versuch für den Showdown um die WM-Tickets.

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          Dem Spötter, der kürzlich behauptete, das letzte Positive in der deutschen Leichtathletik sei das Ergebnis der Dopingprobe von Falk Balzer gewesen, wollen es am Wochenende vor allem die Stabhochspringer zeigen.

          Die Stabartisten demonstrierten schon in der Qualifikation, dass zumindest ihre Disziplin nicht an Niveau und Höhe verloren hat. Mehr noch: Da die „Medaillenbank“ der Werfer wackelt, müssen die Stangen-Männer im August vielleicht sogar die deutsche WM-Bilanz retten. Danny Ecker, Michael Stolle (beide Leverkusen/beide 5,40 m) und Tim Lobinger (Fürth/München/5,30) qualifizierten sich am Freitag mit dem Minimalaufwand von einem Versuch für den Showdown um Deutsche Meisterschaft und WM-Tickets, in den am Samstag auch die Aufsteiger Lars Börgeling und Richard Spiegelburg (beide Leverkusen) eingreifen können.

          Andreas Erm Meister im Bahnengehen

          Die erste Entscheidung dieser Titelkämpfe stand ganz im Zeichen des Olympia-Fünften Andreas Erm. Der 25-jährige Berliner, der für Naumburg startet, wurde seiner eindeutigen Favoritenrolle gerecht und verteidigte im 10.000-m-Bahngehen seinen Titel mit einem unangefochten Start-Ziel-Sieg in 40:42,02 Minuten.

          Es war der zweite Meistertitel in diesem Jahr für Erm, der auch schon die 20 km auf der Straße in Eisenhüttenstadt für sich entschieden hatte. Die fünf für Edmonton qualifizierten deutschen Geher starten bis auf Andre Höhne (Berlin) am Mittwoch ins Höhentraining nach Flagstaff/USA, von wo sie dann direkt zur WM reisen.

          Nur zwei von vier dürfen mit

          „Aus vier mach zwei“ lautet die Rechnung im Stabhochspringen, die es im Gottlieb-Daimler-Stadion zu lösen gilt. Der Olympiavierte Michael Stolle (Leverkusen) hat sich das Ticket bereits eine Woche zuvor beim Bremer Europacupsieg gesichert. Neben den „Sechs-Meter-Männern“ Danny Ecker und Tim Lobinger haben auch Lars Börgeling und Richard Spiegelburg (5,75 m) im Vorfeld die WM-Norm erfüllt, aber jedes Land darf nur drei Teilnehmer stellen.

          „Die beiden Bestplatzierten neben Michael Stolle fahren zur WM“, sagt Leszek Klima, der als Coach von Ecker (23), Börgeling (22) und Spiegelburg (23) und einstiger Trainer von Lobinger (28) und Stolle (26) alle Protagonisten des DM-Duells aus dem Effeff kennt. Der erfolgreiche Teamchef, Tüftler und gute Geist in Personalunion verspricht ein spannendes Duell in Stuttgart, aber wegen des unkalkulierbaren Faktors Wetter keinen neuen Höhenflug.

          Tim Lobinger steht unter Druck

          Er glaubt, zu wissen: „Michael Stolle wird bald der dritte deutsche Sech-Meter-Springer sein. Und Lars Börgeling folgt ihm in diesen Höhenbereich.“ Wenn Tim Lobinger Pech hat, muss er in Stuttgart beweisen, dass er kein schlechter Verlierer ist. Vor zweieinhalb Jahren war er an der Stärke der anderen und dem Ziel Hallen-WM gescheitert und hatte Qualifikationskriterien und Teamchef förmlich in der Luft zerrissen.

          „Tim ist sehr angespannt. Er trainiert täglich bei uns, denn er weiß, dass er nur in der Gruppe stärker werden kann. Doch seine Dehnübungen macht er 50 Meter weiter weg“, sagt der aus Polen stammende Klima. Am Montag habe Lobinger im Training besser ausgesehen als die anderen. Die Frage sei, ob er es im Wettkampf wieder mit der Brechstange versuche oder zu jener Lockerheit finde, die bei den größeren Höhen notwendig sei.

          Börgeling gilt als Mann der Zukunft

          Michael Stolle und Danny Ecker, der ebenfalls viermal die Norm schaffte, sind derzeit ähnlich stark einzuschätzen. Ecker habe die Folgen der Operation vom Februar fast restlos überstanden und stehe nun vor dem Problem, die deutlich gesteigerte Schnelligkeit auch umsetzen zu können. Börgeling fehle im Vergleich zu beiden noch etwas Routine: „Aber er ist jetzt schon stärker und schneller als Michael und Danny.“

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