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Leichtathletik : Selbst Heike Drechsler springt noch hinterher

  • Aktualisiert am

Nicht weit genug: Heike Drechsler Bild: dpa

Beim Internationalen Meeting „Live 2001„ in Nürnberg verpasste Heike Drechsler die DLV-Norm für die Weltmeisterschaften in Edmonton. Nils Schumann sagte wegen einer Verletzung ab.

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          Die erhoffte Initialzündung der deutschen Leichtathleten ist auch beim Internationalen Meeting „Live 2001„ in Nürnberg ausgeblieben. Mit 800-m-Olympiasieger Nils Schumann musste das Zugpferd des zweitgrößten deutschen Sportfestes wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel absagen.

          Weitere schlechte Nachricht: Heike Drechsler, ist nach auskurierter Oberschenkelzerrung noch nicht in Topform. Die 36-jährige Karlsruherin verpasste am Sonntag als Fünfte mit 6,53 m die DLV-Norm (6,75) für die Weltmeisterschaften im August in Edmonton/Kanada. Zudem hatte Drechsler Glück, als ein verirrter Hammer der Kubanerin Yipsi Moreno nur wenige Meter neben ihr auf der Laufbahn landete.

          Dafür überzeugte Stabhochspringer Danny Ecker, der mit 5,81 m seine eigene deutsche Saisonbesthöhe einstellte und dabei Michael Stolle (5,76), Jeff Hartwig (USA) und Tim Lobinger (beide 5,71) hinter sich ließ. Auch Europameisterin Grit Breuer hatte als 400-m-Siegerin in 50,60 Sekunden keine Mühe.

          Schumann bis zu deutschen Meisterschaften wieder fit

          Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek musste seinem Vorbild den Vortritt lassen: Olympiasieger und Weltrekordler Jonathan Edwards flog auf 17,20 m hinaus und ließ dabei seinen Dauerrivalen hinter sich. Mit 16,90 m verpasste Friedek als Dritter zwar die WM- Norm um fünf Zentimeter, sprang aber so weit wie kein anderer Deutscher in diesem Jahr. Eine deutsche Saisonbestzeit stellte über 1500 m der Wattenscheider Rüdiger Stenzel (3:39,54 Minuten) auf - allerdings als Siebtplatzierter.

          Olympiasieger Schumann muss nun wahrscheinlich auch beim Europacup Superliga am kommenden Wochenende in Bremen passen. „Wir wissen nicht genau, ob es eine Zerrung oder ein Muskelfaserriss ist“, sagte sein Manager Jos Hermens am Sonntag. „Aber ich denke schon, dass es für die deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Stuttgart reichen wird.“ Schumann fehlte bereits vor einer Woche wegen einer Erkältung bei der DLV-Gala in Dortmund gefehlt, hat aber mit seinen 1:45,28 Minuten von Hengelo die WM-Norm erfüllt.

          Kallabis bitter enttäuscht

          Drechsler beendete den Wettkampf vor knapp 10.000 Zuschauern im Frankenstadion wie geplant nach nur vier Sprüngen. „Die Sprungkraft ist da, das Gefühl muss sich noch entwickeln“, meinte die „Sportlerin des Jahres 2000“. „Außerdem war da noch der Gedanke: Hoffentlich verletze ich mich nicht wieder.“ Ihr Trainer Dan Vladescu stellte fest: „Heike ist noch nicht frei im Kopf.“ Da Drechsler in Bremen nicht dabei ist, hat sie jetzt „noch genügend Zeit“, um bis zu den deutschen Titelkämpfen in Schwung zu kommen. Den weitesten Sprung machte die Brasilianerin Mauren Higa Maggi mit 6,86 m.

          Zu einer bitteren Enttäuschung geriet der Saisoneinstand von Europameister Damian Kallabis über 3000 m Hindernis. Der Berliner wollte sich in Nürnberg ursprünglich für die WM qualifizieren, gab aber das Rennen aber an vorletzter Stelle liegend nach knapp 2000 m auf. Es siegte der Marokkaner Elarbi Khattabi in 8:11,47 Minuten. Dritter in der deutschen Jahres-Bestleistung von 8:23,32 wurde Ralf Assmus. Die 100 m, die erst nach fünf Fehlversuchen gestartet werden konnte, entschied der Brite Dwain Chambers nach 10,14 Sekunden für sich.

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