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Leichtathletik : Schmerzen statt Bronze für Lars Riedel

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Abschied von Olympia: Lars Riedel Bild: dpa/dpaweb

Seine olympische Karriere beendete der fünfmalige Diskus-Weltmeister mit einer Adduktoren-Zerrung statt mit einer Medaille. Es war nur eine von mehreren deutschen Verletzungen.

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          Trotz der verletzungsbedingten Aufgabe von Diskus-Riese Lars Riedel hat das deutsche Leichtathletik-Team am Montag durch den Dopingfall Irina Korschanenko seine bisherige Medaillenbilanz in Athen ohne eigenes Zutun aufpolieren können. Die Magdeburger Kugelstoßerin Nadine Kleinert bekommt nun Silber statt Bronze, nachdem die russische Siegerin wegen Dopings disqualifiziert wurde.

          Für Riedel platzte der Traum von seiner dritten Olympia-Medaille. Nach zwei Fehlversuchen und 62,80 Meter wäre der 37jährige zwar ins Finale der besten Acht bekommen, humpelte aber mit einer Adduktorenverletztung, die nach einem Aufschrei und einem Sturz zu Boden minutenlang behandelt werden mußte, aus dem Stadion. Ob er seine Laufbahn wie geplant 2005 mit einer großen Abschiedstournee abschließen kann, ist damit sehr fraglich.

          Halbzeit im Zehnkampf

          Robert Fazekas hat sich nach dem EM-Titel 2002 in München am Ende auch den Olympiasieg im Diskuswurf gesichert. Der Ungar gewann mit 70,93 Meter vor Sydney-Olympiasieger Virgilius Alekna, der es auf 69,89 Meter brachte. Bronze sicherte sich Fazekas Landsmann Zoltan Kovago mit 67,04 Meter.

          Kelly Holmes, Siegerin über 800 Meter

          Am vierten Wettkampftag im Olympiastadion nahmen die „Könige der Athleten“ das Zepter in die Hand. Der Kasache Dimitri Karpow hat zur Halbzeit des Zehnkampfes die Führung übernommen. Nach fünf Disziplinen lag der WM-Dritte mit ausgezeichneten 4689 Punkten an der Spitze. Zweiter war Weltrekordler Roman Sebrle aus Tschechien (4594) vor dem Amerikaner Bryan Clay (4554). Als bester Deutscher lag Stefan Drews aus Ahrensburg auf Platz 18. Ratingen-Sieger Dennis Leyckes (Uerdingen/Dormagen) mußte mit einer Knöchelverletzung aufgeben.

          Dreifach-Sieg der Amerikaner

          Im Dreisprung triumphierte vor 55.000 Zuschauern überraschend Francoise Mbango Etone. Sie sprang 15,30 Meter und gewann das erste Leichtathletik-Gold überhaupt für Kamerun. Die hoch gehandelte Weltmeisterin Tatjana Lebedewa mußte auch Silber der Griechin Hrysopiyi Devetzi überlassen und sich mit 15,14 Meter und Bronze begnügen.

          Seiner Favoritenrolle gerecht wurde hingegen der amerikanische 400-Meter-Meister Meister Jeremy Wariner. Der Viertelmeiler ist der erste weiße Olympiasieger seit den Boykott-Spielen 1980 in Moskau, als der Russe Viktor Markin triumphierte. Der erst 20jährige siegte in der Weltjahresbestzeit von 44,00 Sekunden vor seinen Landsleuten Otis Harris und Derrick Brew und machte damit einen großen Schritt in die Fußspuren des großen Michael Johnson, Olympiasieger und Weltrekordhalter, der ihn trainiert.

          Über 800 Meter gab es bei den Frauen einen packenden Endspurt, den Kelly Holmes in 1:56;38 Minuten vor Hasna Benhassi aus Marokko und Jolanda Ceplak aus Slowenien gewann. Seriensiegerin Maria Mutula aus Mozambik wurde auf den letzten Metern überholt und nur Vierte.

          Endgültig von der Bühne verschwunden sein dürfte Dopingsünderin Korschanenko, die vom Internationale Olympische Komitee (IOC) von den Spielen ausgeschlossen wurde und als Wiederholungstäterin vor einer lebenslangen Sperre steht. Im Urin der 30jährigen wurde nach ihrem 21,06-Meter-Siegesstoß das verbotene anabole Steroid Stanozolol gefunden. Gold geht nun an die Kubanerin Yumileidi Cumba, Silber an Nadine Kleinert.

          Griechin widmete Kenteris und Thanou den Sieg

          Den griechischen Skandalsprintern widmete Athanasia Tsoumeleka ihren Sieg über 20 Kilometer Gehen in 1:29,12 Stunden. „Es hat mich motiviert, was mit Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou geschehen ist. Ich bin überzeugt, daß sie keine Schuld haben“, sagte die Olympiasiegerin, die frenetisch gefeiert wurde. Die Potsdamerin Melanie Seeger kam bei der Tortur auf heißem Asphalt mit 40 Sekunden Rückstand auf Rang fünf und freute sich diebisch.

          Bitter endete der Auftritt von Hürdensprinterin Kirsten Bolm: Die deutsche Meisterin schied im Halbfinale mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung aus und saß danach tränenüberströmt in den Katakomben: „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“, sagte sie. Jubeln durfte dafür Andrea Bunjes vom SV Holtland: Die Hammerwerferin kam im ersten Versuch auf 70,73 Meter und qualifizierte sich souverän für das Finale am Mittwoch.

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