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Leichtathletik : Männer-Bastion Hindernislauf ist gefallen

  • Aktualisiert am

Frauen nehmen Hindernisse: Justyna Bak (l.) in Weltrekordzeit Bild: dpa

Justyna Bak aus Polen lief die 3000 m Hindernis in 9:25,31 Minuten und verbesserte den Weltrekord der Rumänin von Cristina Iloc-Casandra gleich um 14,89 Sekunden.

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          Der Weltrekordlauf der Polin Justyna Bak beim Grand Prix I in Nizza hat eine bislang kaum beachtete Tatsache ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt: Die Frauen haben in der Leichtathletik die letzte Männer-Bastion erobert. Nach Stabhoch- und Dreisprung sowie Hammerwurf steht nun auch der Hindernislauf in ihrem Wettkampfprogramm.

          Die 9:25,31 Minuten der 26 Jahre alten Polin Bak, 14,89 Sekunden besser als die alte Marke der Rumänin Cristina Iloc-Casandra (9:40.20), sind eine wichtige Etappe auf dem Weg in den Acht-Minuten-Bereich. Der Leichtathletik- Weltverband IAAF führt auf dieser Strecke erst seit dem 31. Juli 1999 Rekorde.

          Männer-Weltjahresbestzeit bei 8:05,78

          Auch in Deutschland haben die Frauen in diesem Jahr die letzte Männer-Bastion genommen. Jahresbeste ist Larissa Kleinmann aus Waiblingen mit 10:01,52 Minuten. Bei der WM 2003 in Paris geht es möglicherweise schon um Hindernis-Medaillen bei den Frauen, 2002 in Wattenscheid erstmals um deutsche Meistertitel.

          Die Männer brachten bei dem windgeschädigten 2,8 Millionen Mark teuren Meeting über die gleiche Distanz nur eine Jahres-Weltbestmarke zu Stande - in 8:05,78 Minuten über 3.000 m Hindernis: Vize-Weltmeister Wilson Boit Kipketer tröstete sich mit seiner zweiten Saisonbestmarke binnen weniger Tage darüber hinweg, dass er als Vierter der Kenia-Trials nicht für die WM qualifiziert ist.

          Europarekord im Stabhochsprung der Frauen

          Für einen Europarekord sorgte die Russin Swetlana Feofanowa im Stabhochsprung. Sie überquerte 4,62 m und damit einen Zentimeter mehr als die Polin Monika Pyrek am 1. Juli dieses Jahres. Den Sieg sicherte sich jedoch Weltrekordlerin Stacy Dragila (USA) mit 4,67 m. Ihr Weltrekord steht bei 4,81.

          Die Deutschen waren wie bei den großen Meetings der vergangenen Woche nur schwach präsent, im Stabhochsprung jedoch mit zwei „6-m-Männern“ vertreten. Danny Ecker (Leverkusen) wurde mit 5,82 m Zweiter, höhengleich mit dem bei den US-Trials gescheiterten Amerikaner Jeff Hartwig. Im Feld der Geschlagenen befanden sich mit Nick Hysong, Lawrence Johnson (beide USA) und Maksim Tarasow (Russland) die ersten Drei der Olympischen Spiele von Sydney. WM-Ersatzmann Tim Lobinger (Fürth/München) wurde mit 5,50 m nur Neunter.

          Peter Blank wie Danny Ecker Zweiter

          Speerwurfmeister Peter Blank (LG Frankfurt) musste sich mit 83,83 m nur dem britischen Ex-Weltrekordler Steve Backley (84,40 m) geschlagen geben, Dritter mit 79,89 m wurde der Saarbrücker Boris Henry.

          Über 1.500 m lag der Algerier Ali Saidi-Sief bis 300 m vor dem Ziel unter den Zwischenzeiten des Weltrekordlaufes von Hicham El Guerrouj (3:26,00), doch am Ende verfehlte er in 3:31,16 auch die Saisonbestmarke des Marokkaners (3:28.38).

          Marion Jones mit Gegenwind

          Eine ihrer schwächsten Siegerzeiten der letzten Jahre genügte Marion Jones beim vierten Europa-Meeting zum vierten 100-m-Sieg. „Da komme ich endlich mal gut vom Start weg und dann blasen mir 2,2 m Gegenwind ins Gesicht“, meinte die 25-Jährige nach ihren locker herausgelaufenen 11,24 Sekunden. Problemlos hielt die dreifache Olympiasiegerin Chandra Sturrup (Bahamas/11,30) auf Distanz, die ihr fünf Tage zuvor in Lausanne beinahe die erste Niederlage seit September 1997 beigebracht hätte.

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