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Leichtathletik : Hammerwerferin Betty Heidler begeistert

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Deutscher Rekord und Platz vier: Betty Heidler Bild: dpa/dpaweb

Es war ein guter Abend für Deutschlands Leichtathleten in Athen: Hammerwerferin Betty Heidler überrraschte, Tobias Unger ist unter den Besten über 200 Meter, alle Stabhochspringer sind im Finale.

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          Betty Heidler hat die ersehnte zweite Medaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Athen knapp verpaßt. Zwar durfte sich die 20jährige Frankfurterin im Hammerwurf der Frauen in Athen über einen deutschen Rekord von 72,73 Meter freuen, am Ende aber mußte sie sich mit dem vierten Platz begnügen. „Bestleistung, deutscher Rekord, vierter Platz - einfach klasse. Für Bronze hätte ich schon richtig viel Glück haben müssen“, sagte Betty Heidler.

          43 Zentimeter fehlten Heidler zu Bronze, dennoch verließ sie ihr erstes Olympia mit einem guten Gefühl. Die deutsche Meisterin Anja Bunjes (Frankfurt) mußte ihre Hoffnungen mit nur 68,40 m im Finale früh begraben und landete auf dem 11. Platz.

          „Schönes Gefühl“ für Betty Heidler

          In der auf hohem Niveau stehenden Konkurrenz krönte sich die Russin Olga Kusenkowa endlich zur Olympiasiegerin. Nach Silber in Sydney und WM-Silber 2003 gelang der 33jährigen mit 75,02 m schon im dritten Versuch der große Wurf. Silber ging an die kubanische Weltmeisterin Yipsi Moreno (73,36 m), die als Nummer 1 der Saison (75,18) nach Athen gekommen war. Bronze eroberte ihre Landsfrau Yunaika Crawford (73,16 m).

          Unglaublich gut: Betty Heidler

          Obwohl ihr nur Platz vier blieb, verabschiedete sich Betty Heidler mit einem „schönen Gefühl“ aus Athen. In ihrem ersten großen Wettkampf brachte die 20jährige die beste Leistung ihrer Karriere. Vor vier Jahren in Sydney hatten die deutschen Hammerwerferinnen zur olympischen Premiere des Wettbewerbs noch mehr Glück. Damals gewann Kirsten Münchow Bronze.
          „Die Griechen sind geborene Sieger“

          Zunächst aber hatte die griechische Frauen-Power den Gastgebern die zweite Leichtathletik-Olympiasiegerin in Athen beschert. Mit einem Sturmlauf ist Fani Halkia in 52,82 Sekunden zur Goldmedaille über 400 Meter Hürden gerannt. Danach aber hatte aber auch das deutsche Team Grund zum Feiern: Tobias Unger sprintete in 20,54 Sekunden in den Endlauf. Dies war zuletzt Ralf Lübke vor 20 Jahren in Los Angelos gelungen. „Jetzt bin ich im Finale und freue mich wahnsinnig“, sprudelte es aus Unger heraus.

          Halkia, die sich in dieser Saison um kaum vorstellbare vier Sekunden verbesserte, siegte vor der Rumänin Ionela Tirlea-Manolache (53,38) und Tetjana Terestschuk (Ukraine/53,44). Am Montag hatte Athanasia Tsoumeleka das 20 Kilometer Gehen gewonnen. „Ich wollte zeigen, daß wir Griechen geborene Sieger sind. Ich wußte von vornherein, daß ich gewinnen werde“, tönte Fani Halkia nach ihrem Triumph, bei dem sie von den 75.000 Zuschauern frenetisch gefeiert wurde.

          Olympiasiegerin über 200 Meter wurde in der Weltjahresbestzeit von 22,05 Sekunden Veronica Campbell (Jamaika) vor der Junioren-Weltrekord laufenden Amerikanerin Allyson Felix (USA/22,18) und Debbie Ferguson (Bahamas/22,30).

          Danny Ecker hatte „schon abgeschlossen“

          Die deutschen Leichtathleten führten ihre Zitter- und Hängepartien zu einem glücklichen Ende. Speerwerferin Steffi Nerius übertraf erst im dritten Versuch mit 62,16 Meter die geforderte Weite von 61 Meter und qualifizierte sich für den Endkampf. „Manchmal mache ich mir das Leben selbst schwer“, kommentierte die Leverkusenerin. Weitspringerin Bianca Kappler (Rehlingen) qualifizierte sich mit 6,69 Meter ebenfalls erst im dritten und letzten Versuch für den Endkampf.

          Für rund eine halbe Stunde war Danny Ecker bereits ausgeschieden. Der deutsche Meister im Stabhochsprung hatte in der Qualifikation drei ungültige Versuche bei seiner Anfangshöhe 5,50 Meter. Erst nach einem Einspruch wurde ihm ein neuer dritter Versuch zugestanden, mit dem er die Starthöhe problemlos meisterte - der von ihm angegebene Abstand des Einstechkastens zur Sprunganlage hatte nicht gestimmt. Anschließend überquerte der Leverkusener wie sein Vereinskamerad Lars Börgeling und Tim Lobinger (Köln) die für das Finale geforderten 5,70 Meter. „Eigentlich hatte ich mit meiner Karriere schon abgeschlossen“, bekannte Ecker nach dem Hickhack.

          Das erste Kräftemessen in Athen zwischen den Olympiasiegern Kenenisa Bekele und Hicham El Guerrouj endete im 5000-Meter-Vorlauf nahezu mit einem Patt. 10.000-Meter-Sieger Bekele aus Äthiopien gewann in 13:21,16 Minuten, 1500-Meter-Gewinner El Guerrouj aus Marokko folgte in 13:21,87 Minuten dichtauf.

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