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Leichtathletik : Erfolgreiche Laufbahn für die deutschen Frauen

Deutschlands schnellste Frauen: Die Staffel hat Spaß beim Istaf in Berlin. Bild: dpa

Konstanze Klosterhalfen rennt vorneweg. Gesa Krause läuft deutschen Rekord. Und der Sprint-Staffel gelingt das Beste zum Schluss. Die deutschen Läuferinnen wecken Vorfreude auf die EM in Berlin.

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          Sie sind stets ein Quell der guten Laune, umso mehr, wenn sie gewonnen haben: #Lexbu, Blondi, Lücki und the Rabbit, wie sich die vier flottesten Läuferinnen Deutschlands via Rückennummern auswiesen, strahlten im milden Abendlicht von Berlin um die Wette. Ebenso einnehmend, wie die vier Twens es zuvor laufend geschafft hatten, 40000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion für sich zu gewinnen. Zum Abschluss des internationalen Stadionfestes (Istaf) hatten Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase im Wettrennen über 4x100 Meter vor den favorisierten Amerikanerinnen gesiegt und dabei in 42,17 Sekunden eine Saisonbestzeit aufgestellt. „Geiler geht‘s einfach nicht“, sagte Gina Lückenkemper über das gelungene Finale eines Jahres, das schon mit dem Sieg bei den „World Relays“ blendend begonnen hatte und nur bei der WM mit Platz vier einen Dämpfer bereit hielt. Zum Schluss wieder einen Sieg ins Ziel gelaufen zu haben, wertete Schlussläuferin Haase als gutes Omen fürs kommende Jahr, wenn im selben Stadion die Europameisterschaft über die Bühne geht: „Man gewöhnt sich an so ein Gefühl“, sagte sie. Und Startläuferin Burghardt sprach für alle, als sie vorausblickte: „Ich freu mich schon riesig auf die EM.“

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Bei den kontinentalen Meisterschaften 2018 können die deutschen Leichtathleten zweifellos mit Erfolgen rechnen. Zum einen, weil die Konkurrenz aus Übersee fehlt, doch auch, weil sich in der nun zu Ende gehenden Saison in vielen Disziplinen großes Potential angedeutet hat. Vor allem junge Läuferinnen machten sich auf, die Lücken der Vergangenheit zu schließen, auch wenn dies im WM-Jahr noch mit manch schmerzhafter Erfahrung einherging. So zahlte Mittelstrecklerin Konstanze Klosterhalfen in London Lehrgeld, als sie ihr Halbfinale über 1500 Meter gar zu forsch von vorne gewinnen wollte, und letztlich durchgereicht wurde.

          Mit wehenden Haaren zum Erfolg: Konstanze Klosterhalfen
          Mit wehenden Haaren zum Erfolg: Konstanze Klosterhalfen : Bild: Reuters

          Nun in Berlin hielt die 20-Jährige über die kompletten dreidreiviertel Stadionrunden ihr Tempo hoch und siegte in persönlicher Bestzeit von 3:58,92 Minuten. Die spindeldürre Sportstudentin, die stets mit wehenden Mähne die Laufstrecken unter die langen Beine nimmt und im Ziel mit leuchtenden Augen und blendendem Lächeln ihre Ergebnisse und Erlebnisse einzuordnen versucht, schaffte es binnen eines Sommers, drei Schallmauern einzureißen: unter zwei Minuten über 800 Meter (1:59,65), unter vier über 1500 sowie unter 15 über 5000 Meter (14:51,38). Zudem brach die Leverkusenerin in 8:29,89 Minuten über die seltener gelaufenen 3000 Meter einen deutschen Rekord, der fast so lange gehalten hatte, wie sie auf der Welt ist: 18 Jahre.

          Und Klosterhalfen ist längst nicht alleine unterwegs. Auch die ebenfalls erst 20 Jahre alte Alina Reh sowie Hanna Klein (24), gehören zu den Athletinnen, die Hoffnungen wecken. Die zart wirkende Klein zeigte sich in London robust, als sie über 1500 Meter ins WM-Finale vorstieß und dort auf Rang elf landete – als viertschnellste in Europa geborene Läuferin. An diesem Wochenende krönte die Psychologiestudentin aus Schorndorf ihre Saison mit dem Gewinn der Goldmedaille über 5000 Meter bei der Universiade in Taipeh.

          Studenten-Weltmeisterin: Hanna Klein
          Studenten-Weltmeisterin: Hanna Klein : Bild: dpa

          „Wir trainieren alle in verschiedenen Trainingsgruppen. Aber wir haben alle das Ziel, den Afrikanerinnen Paroli zu bieten“, kündigte die derzeit bekannteste deutsche Läuferin nach dem Saisonfinale an. Gesa Felicitas Krause holte beim Istaf noch einmal die letzten Reserven aus ihrem kleinen Körper heraus und riss das Publikum von den Sitzen. In 9:11,85 Minuten wurde das 1,67 Meter kleine Persönchen zwar Zweite hinter der Kenianerin Norah Tanui, stellte aber einen deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis auf und entschädigte sich damit selbst ein wenig für ihr WM-Pech, als sie über eine gestürzte Läuferin gefallen war und von zwei nachfolgenden Konkurrentinnen mit dem Knie am Kopf und mit dem Fuß am Knöchel getroffen wurde.

          Mit klugen und ehrlichen Aussagen nach ihrem tränenreichen neunten Platz hatte die traurige Läuferin anschließend bewiesen, dass eine Sportlerin nicht gewinnen muss, um Siegerin zu sein. Umso mehr genoss sie freilich die Bestzeit zum Saisonfinale: „Meine Grenzen sind noch nicht erreicht“, sagte die auch erst 25 Jahre alte Europameisterin des Vorjahres, die sich 2018 die Titelverteidigung zum Ziel gesetzt hat und dafür neue Wege einschlagen will: „Ich habe im Winter ein Alternativtraining auf Skiern geplant.“

          Rekordläuferin: Daumen hoch für Gesa Krause von „Berlino“
          Rekordläuferin: Daumen hoch für Gesa Krause von „Berlino“ : Bild: Reuters

          Dass es auch auf kurzen Strecken immer noch schneller geht, zeigte beim Istaf die 21-Jährige Lisa Mayer, die vor dem Staffelsieg auch solo über 100 Meter gewann, in 11,14 Sekunden eine persönliche Bestzeit aufstellte und ihre Staffelfreundin Gina Lückenkemper dabei um zwei Hundertstel besiegte. Die nahm es sportlich und kündigte an: „Ich geb’ ihr einen aus.“ Und schon hatten sie wieder gut lachen, Lücki, Blondi und Co.

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