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Leichtathletik-EM : Springer holen zwei Mal Gold

  • -Aktualisiert am

Przybylko überwand nervenstark alle Höhen bis 2,35 Meter im ersten Versuch. Bild: AP

Mateusz Przybylko gewinnt bei der Leichtathletik-EM in Berlin nach Dietmar Mögenburg 1982 den zweiten EM-Titel eines deutschen Hochspringers. Im Weitsprung holt Malaika Mihambo mit einer Weite von 6,75 Meter ebenfalls Gold.

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          Malaika Mihambo war noch mitten im Sprung, da hallte schon ein Aufschrei durchs Berliner Olympiastadion. Das Publikum konnte jedoch nicht vorhersehen, wie weit die Weitspringerin fliegen würde, stattdessen resultierte die Freude aus dem meisterlichen Sprung des Hochspringers Mateusz Przybylko auf der Gegenseite des Stadions.

          60.500 Zuschauer waren am Samstagabend völlig aus dem Häuschen angesichts der Darbietungen der deutschen Sportler bei der Leichtathletik-EM in Berlin. Zwei Mal Gold innerhalb von zehn Minuten – damit war nicht wirklich zu rechnen. Und zwei weitere Medaillen kamen im Diskuswerfen ebenfalls noch dazu. Nadine Müller und Shanice Craft gewannen Silber und Bronze.

          Den Anfang des Medaillenrauschs machte Mateusz Przybylko (Leverkusen), der mit einer makellosen Serie von sechs fehlerfreien Sprüngen von 2,19 bis auf 2,35 Meter unangefochten Europameister im Hochsprung wurde. Der Weißrusse Maksim Nedasekau (2,33) und der Russe Ilya Ivanyuk (2,31) sprangen zu Silber und Bronze. „Danke für alles, danke“ rief der 26-Jährige Mateusz Przybylko dem enthusiastischen Publikum zu und sprach dabei für alle Sportler, die an diesem Abend im Olympiastadion angefeuert und gefeiert wurden. Przybylko versuchte sich noch einmal an der deutschen Rekordhöhe von 2,38 Metern, beließ es dann aber doch lieber beim Feiern.

          Keine zehn Minuten später gewann Malaika Mihambo die Goldmedaille im Weitsprung in einer Zentimeterentscheidung. 6,75 Meter hatte sie nervenstark im dritten Versuch in den Sand gelegt. Sie war, das Ausscheiden nach zwei schwächeren Versuchen vor Augen, voll auf Angriff gegangen und wurde für ihren Mut belohnt.

          Die 24-Jährige aus der Kurpfalz setzte sich hauchdünn vor Maryna Bekh aus der Ukraine und der Briten Shara Proctor durch, die sich im letzten Durchgang jeweils auf 6,73 und 6,70 steigerten. „Ich wollte es eigentlich besser machen“, meinte Mihambo danach unnötig selbstkritisch, um schließlich doch noch befreit zu lachen. „Ich bin froh, dass das alles noch geklappt hat.“

          Um ein Haar hätte es sogar eine weitere Goldmedaille für die deutschen Sportlerinnen gegeben, denn im Diskuswerfen führte Nadine Müller (Halle/Saale) lange Zeit mit einem Wurf auf glatt 63 Meter das Feld an. Doch dann setzte sich doch noch die Favoritin Sandra Perkovic (Kroatien) durch, die den Diskus auf 67,62 Meter schleuderte. Im Kampf um Bronze setzte sich Shanice Craft (Mannheim) mit dem letzten Versuch auf 62,46 knapp vor Claudine Vita (Neubrandenburg) durch, die mit 61,25 als drittbeste Deutsche Vierte wurde.

          Malaika Mihambo gelang der bislang wichtigste Sprung ihres Sportlerlebens.

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