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Fehlen bei EM in Berlin : Merkel kontert Kritik der Leichtathleten

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Die Leichtathletik-WM 2009 verfolgte Angela Merkel in Berlin im Olympiastadion. Bild: Picture-Alliance

Immer nur Fußball, Fußball, Fußball? Sportler bei der Leichtathletik-EM beklagen, dass die Kanzlerin in Berlin nicht im Stadion zuschaut. Nun folgt die Antwort auf die Vorwürfe.

          Die Bundesregierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe die Leichtathletik-EM in Berlin links liegen lassen. „Die verfolgt und begeistert sich für ganz verschiedene Sportarten, und zwar ganz unabhängig davon, ob sie bei Wettkämpfen im Stadion ist oder nicht“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Das war eine großartige, fröhliche und aus sportlicher Sicht ja auch für die deutsche Mannschaft hoch erfolgreiche Leichtathletik-Europameisterschaft.“ Dazu könne man nur gratulieren, was die Regierung über die sozialen Netzwerke auch getan habe.

          Prominente Leichtathleten hatten sich zuvor über eine geringe Wertschätzung der Politik für die Leichtathletik-EM in Berlin beklagt. „Was ich mich frage: Warum war Frau Merkel nicht da?“, sagte etwa die Kugelstoßerin Christina Schwanitz im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. „Nach Rio de Janeiro kann sie fliegen und ist mehrere Tage nicht auf Arbeit. Im Fußball geht’s“, meinte die Ex-Weltmeisterin mit Blick auf Merkels Reise zum WM-Endspiel 2014 in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Siegbert Droese sprach von einem „Affront der Kanzlerin gegenüber den sportlichen Repräsentanten unseres Landes“.

          „Der Fußball ist der Bundeskanzlerin wichtig. Da ist sie genauso wie wahrscheinlich viele Millionen von Deutschen“, sagte Seibert. „Aber als Sportfan interessiert sie sich auch für andere Disziplinen. Und sie weiß sehr genau, dass auch in diesen Disziplinen, in denen die Gewinner nicht Millionengagen verlangen können oder bekommen, ganz Bewundernswertes geleistet wird.“

          Seibert erinnerte auch daran, dass Merkel im vergangenen Sommer das Bundesleistungszentrum Kienbaum besucht hat. Auf dem Gelände östlich von Berlin bereiten sich Spitzensportler auf Wettbewerbe vor. Auch bei der Eröffnung des Deutschen Turnfests im vergangenen Jahr sei die Kanzlerin dabei gewesen, sagte Seibert. Zudem habe sie sich erfolgreich für die Vergabe der Handball-Europameisterschaft 2024 an Deutschland eingesetzt. Auch paralympische Athletinnen und Athleten habe Merkel immer wieder getroffen und dabei ihre Bewunderung für deren Leistungen ausgedrückt.

          Eine Sprecherin von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der auch für Sport zuständig ist, verwies abermals darauf, dass der Parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) die EM an vier Tagen besucht habe. „Ich denke, das ist schon ein Zeichen großer Wertschätzung.“ Kritik hatte es auch von der Vorsitzenden des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag, gegeben. Es tue ihr leid für die Athleten, dass sie auch wahrnehmen müssten, „dass der Fußball selbst dann eine Sonderstellung hat, wenn so eine überragende Veranstaltung der olympischen Kernsportart Leichtathletik im eigenen Land stattfindet“, meinte die SPD-Politikerin. Clemens Prokop, Präsident des EM-Organisationskomitees, sagte: „Das ist für uns enttäuschend und Ausdruck der Geringschätzung der Sportarten außerhalb des Fußballs.“

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