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Hammerwerfen : Kein Halt im nassen Ring

  • Aktualisiert am

Nicht mehr die Chefin im Ring: Betty Heidler Bild: REUTERS

Betty Heidler ist im Hammerwerfen zwar noch Weltrekordlerin - für eine internationale Medaille aber reicht es auch bei der Leichtathletik-EM in Zürich nicht mehr. Auch Kathrin Klaas schrammt am Podest vorbei. Gold gewinnt die Polin Fiodorow.

          Mit langen Gesichtern verließen Betty Heidler und Kathrin Klaas das Letzigrund-Stadion. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin und ihre Frankfurter Clubkollegin gingen nach einem ganz bitteren EM-Abend leer aus. Heidler enttäuschte am Freitag als Fünfte mit 72,39 Metern. Die deutsche Meisterin Klaas lag bis zum letzten Durchgang auf dem Bronze-Rang und musste dann mit ansehen, wie ihr die Polin Joanna Fiodorow das erste internationale Edelmetall ihrer Karriere entriss.

          Weit überlegen mit 78,76 Metern verteidigte die Polin Anita Wlodarczyk bei den Leichtathletik-Europameisterschaften ihren Titel. Silber ging an Martina Hrasnova (Slowakei/74,66). Klaas reichten 72,89 Meter nicht zum dritten Platz, da Fiodorow noch 73,67 warf.

          „Mit mir wird es nie langweilig“

          Dabei hatte sich Heidler nach einem dreiwöchigen Trainingslager auf dem Herzogenhorn im Schwarzwald für alle Bedingungen gewappnet: „Vom Werfen im Nebel, bei Hagel, im Regen, bei Wind, bei Sonne - wir haben alles durch und ich bin bestens auf jede Wetterlage vorbereitet.“ Das Werfen begann auch prompt bei Niederschlag. Im nassen Ring fand Heidler mit 67,65 und 70,44 Metern und einem ungültigen Versuch nur mühsam in den Wettkampf. Wlodarczyk musste nach zwei Fehlversuchen zu Beginn erstmal zittern.

          Für Klaas war es wie so oft: Sie konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen und wurde wie vor zwei Jahren in Helsinki Vierte. Bei Heidler war der Wettkampf ein Spiegelbild für einige Rückschläge in den vergangenen Jahren - und auch dieser Saison. Da hatte sich die rothaarige Werferin Ende Mai in Zeulenroda überraschend von ihrer Clubkollegin Klaas geschlagen geben müssen. Die beiden trainierten einst gemeinsam in Frankfurt unter der Regie von Bundestrainer Michael Dehyle. Inzwischen gehen sie jedoch getrennte Wege: Klaas wird in Leverkusen von Helge Zöllkau betreut, Heidler hat es mit Deyle zurück in ihre Heimatstadt Berlin gezogen.

          Jubelt über Gold: Joanna Fiodorow

          Nach zwei Siegen zum Saisonauftakt war Heidler bei den Halleschen Werfertagen auf Rang neun abgestürzt. Und zuletzt bei den deutschen Meisterschaften in Ulm verpasste die Weltmeisterin von Osaka 2007 ihren zehnten nationalen Titel in Serie, als sie überraschend wieder von Klaas bezwungen wurde. Ob Betty ihr gratuliert habe, wurde Klaas damals nach dem Wettkampf gefragt. „Nein“, antwortete ihre Rivalin.

          „Mit mir wird es nie langweilig“, sagte Heidler nach der Qualifikation in Zürich, wo sie die gleiche Panne erlebte wie bei ihrem olympischen Bronze-Gewinn 2012 in London: Wegen eines Softwarefehlers war ein Wurf nicht erfasst worden.

          In den vergangenen Jahren hatte die Jurastudentin einige Rückschläge erleiden müssen: Pleite in der Ausscheidung bei der EM 2012 und bei der WM 2013. Bei Weltmeisterschaften, ließ sie im vergangenen Jahr ohne Angabe von Gründen wissen, werde sie nie wieder starten. Auch bei der Europameisterschaft sind ihr Glück und Form abhanden gekommen.

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