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Leichtathletik-EM : Obikwelu ist Doppel-Europameister

  • Aktualisiert am

Gold über 100 und 200 Meter: Francis Obikwelu Bild: dpa

Francis Obikwelu hat bei der Leichtathletik-EM in Göteborg nach den 100 Metern auch die 200 Meter gewonnen. Deutsche Teilnehmer spielten bei allen vier Laufwettbewerben des Abends keine Rolle.

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          Francis Obikwelu hat bei der Leichtathletik-EM in Göteborg auch die 200 Meter gewonnen. 48 Stunden nach 100-Meter-Gold hat der Portugiese das Sprint-Double geschafft. Der in Nigeria geborene Obikwelu gewann in 20,01 Sekunden vor den vom heimischen Publikum begeistert gefeierten Schweden Johan Wissman (20,38) und den Briten Marlon Devonish (20,54).

          Für Sebastian Ernst war im Halbfinale Endstation. Der Wattenscheider schied als Sechster chancenlos in 21,04 Sekunden aus. „Gestern war es super - heute Kreisklasse. Nach der Kurve war ich irgendwie tot“, sagte Ernst, der nur bis zur 100-Meter-Marke mithalten konnte.

          Auch bei den anderen Laufdisziplinen des Abends spielten die deutschen Teilnehmer keine Rolle und schafften es bei keiner der vier Entscheidungen ins Starterfeld.

          Hinterher getrabt: Sebastian Ernst

          Keine Deutschen in den Finalläufen

          Dabei ist sogar eine Ära zu Ende gegangen. Erstmals seit 48 Jahren stand keine deutsche 400-Meter-Läuferin im EM-Finale. Den Titel sicherte sich im Ullevi-Stadion in 49,85 Sekunden die Bulgarien Wanja Stambolowa. Das russische Duo Tatjana Weschkurowa und Olga Saizewa holte Silber und Bronze.

          Die 400 Meter waren lange Jahre die Paradestrecke der deutschen Läuferinnen. Weltrekordlerin Marita Koch holte drei Titel in Serie, Grit Breuer gewann zwei Mal und wurde vor vier Jahren in München Zweite. Diesmal war Claudia Hoffmann (Potsdam) im Halbfinale als Gesamt-Elfte ausgeschieden.

          Sechste Goldmedaille für Rußland

          Beste Europäerin über 800 Meter wurde die Russin Olga Kotljarowa in 1:57,38 Minuten. Sie setzte sich mit einem fulminanten Endspurt in 1:57,38 Minuten auf den letzten Metern gegen ihre Landsfrau Swetlana Kljuka (1:57,48) und die Britin Rebecca Lyne (1:58,45) durch und erkämpfte bereits das sechste EM-Gold für die dominierende europäische Leichtathletik-Nation. Die deutsche 800-Meter-Meisterin Monika Gradzki (Wattenscheid) war in 2:03,64 als Vorlauf-Sechste ausgeschieden.

          Über 400 Meter Hürden gewann der Grieche Periklis Iakovakis überlegen in 48,48 Sekunden vor dem früheren Hallen-Europameister Marek Plawko aus Polen (48,71) und dem Briten Rhys Williams (49,12).

          Gabius und Herms ganz schwach

          Auch bei den Vor- und Zwischenläufen überwogen aus deutscher Sicht die Enttäuschungen. René Herms (Pirna) schied nach schwachen 1:48,67 Minuten über 800 Meter sang- und klanglos aus.

          Arne Gabius (Tübingen) stieg über 5000 Meter zwei Runden vor dem Ziel abgeschlagen aus. „Ich kann es nicht verstehen. So ein Tempo kann ich normalerweise immer mitgehen. Leider habe ich solche Tage, an denen es nicht läuft, viel zu häufig schon erlebt“, sagte Gabius.

          Ausgeschieden ist auch Verena Dreier (Sieg) über 3000 Meter Hindernis, obwohl sie als Zehnte in 9:48,90 Minuten ihre persönliche Bestleistung um acht Sekunden steigerte.

          Die Jüngste überzeugte

          Jala Gangnus (Weserbergland), mit 19 Jahren die Jüngste im Team, qualifizierte sich über 200 Meter immerhin fürs Halbfinale. Die deutsche Fahnenträgerin wurde im schwersten aller vier Vorläufe in 23,39 Sekunden Vierte und schaffte insgesamt die neuntbeste Zeit. „Ich war gar nicht so aufgeregt. Im Halbfinale will ich unter 23,20 laufen“, sagte sie.

          Bereits am Vormittag hatte Kirsten Bolm das Halbfinale über 100 Meter Hürden erreicht. Die WM-Vierte aus Mannheim setzte sich im Vorlauf in 12,83 Sekunden souverän durch. Schneller als Bolm war lediglich Schwedens große Gold-Hoffnung Susanna Kallur in 12,70 Sekunden.

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