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Leichtathletik-EM : Meissner holt sich schulfrei und Silber - Breuer zieht nach

  • -Aktualisiert am

"Jetzt freu ich mich auf die Staffel": Grit Breuer im Interview Bild: dpa

Beide waren an der Achillessehne verletzt, beide gewannen dennoch Silber über 400 Meter mit und ohne Hürden: Heike Meissner und Grit Breuer.

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          Kurz vor ihrem Start bei den Europameisterschaften wurde es bei Heike Meissner hektisch. Nicht weil sie nervös vor dem großen Auftritt war - darin ist die 32-Jährige längst routiniert.

          Aber sie musste sich noch eine Freistellung bei ihrer Schule holen. Die Sportlehrerin hatte nach einem Achillessehnen-Anriss im Januar nicht damit gerechnet, sich noch einmal für München zu qualifizieren. Deshalb stand Anfang August eigentlich Sportunterricht in der Grundschule in Wilstruff bei Dresden auf ihrem Stundenplan.

          Meissner: „Komm´ ja nicht ohne Medaille heim“

          „Mit einem absoluten Chaotenlauf“, wie sie selbst meinte, rannte sie dann aber am 6. Juli in Wattenscheid in 55,74 Sekunden zu ihrem sechsten Deutschen Meistertitel und qualifizierte sich doch noch für die EM.

          „Komm´ ja nicht ohne Medaille heim“, hatten die Kollegen geflachst, und Heike Meissner enttäuschte sie nicht. In 55,89 Sekunden rannte sie, getragen vom fantastischen Publikum in München, zu Silber hinter Titelverteidigerin Ionela Tirlea (54,95), die überlegen ihr Gold von Budapest bestätigte. Bronze gewann die Polin Anna Olichwierczuk.

          „Euch habe ich zu verdanken, dass ich so gut laufen konnte“, jubelte die Dresdnerin im Ziel: „Ihr habt mich nach vorne gepowert.“ Nach vierten Plätze bei der EM 1994 und der WM 1995 sowie dem fünften Platz bei den Olympischen Spielen 1996 hat Heike Meissner doch noch den späten, aber hochverdienten internationalen Lohn bekommen.

          Breuer: Aus dem Stand zu Silber

          Als Meißner noch am Donnerstagabend gegen 21 Uhr ihre Silbermedaille überreicht bekam, stand Grit Breuer schon bereit für ihren Lauf über 400 Meter ohne Hürden. Auch sie hat sich in dieser Saison mit Achillessehnen-Verletzungen herumplagen müssen, auch sie hat einen späten Einstieg in die Saison gefunden.

          Erst am 27. Juli lief sie in Leverkusen bei ihrem einzigen 400-Meter-Rennen der Saison die geforderten 51,12 Sekunden, um überhaupt nach München anzureisen. Praktisch aus dem Stand kam sie also nach München und zu Silber.

          Schon den lockeren Einzug ins EM-Finale hatte die 30-Jährige als Erfolg gewertet. Und dort war sie fast schon wieder die Alte. Zwar sah sie nur die Hacken der Russin Olesya Zykina (50,45), aber den zweiten Platz lief sie mit einem tollen Endspurt und guten 50,70 Sekunden deutlich vor der Britin Lee Mc Connell (51,02) heraus.

          Medaille den Fans gewidmet

          Obwohl nun entthronte Europameisterin von 1990 und 1998, jubelte die Silbermedaillengewinnerin 2002: „Ich bin total glücklich.“ Breuer widmete ihren Erfolg dem Münchner Publikum: „Jeder, der hier im Stadion sitzt, hat ein Stück von der Medaille verdient.“

          Vor fünf Wochen wollte sie noch nicht mal mitlaufen, jetzt kehrte sie triumphierend zurück. „She´s back“ heißt das Lied, das ihr die Sängerin Ive Leon auf den Leib geschrieben hat und das sie vor jedem Lauf hört. Irgendwie passend.

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