https://www.faz.net/-gtl-9db68

Berliner Olympiastadion : Die blaue Laufbahn soll bleiben

  • Aktualisiert am

Kein reines Fußballstadion: Das Berliner Olympiastadion soll eine Arena auch für die Leichtathletik bleiben Bild: dpa

Das Olympiastadion wird wohl nicht zum Fußballstadion: Nach der stimmungsvollen Leichtathletik-EM spricht sich der Berliner Senat gegen Umbaupläne aus. Hertha BSC will ohnehin am liebsten neu bauen.

          Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat sich nach der erfolgreichen Leichtathletik-EM gegen Pläne eines Umbaus des Berliner Olympiastadions in eine reine Fußball-Arena ausgesprochen. Er halte dies für „ziemlich ausgeschlossen“, sagte Geisel dem RBB, „auch vor dem Hintergrund, dass wir eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gemacht haben“.

          Nach der Prüfung würde ein Umbau rund 200 Millionen Euro kosten. „200 Millionen Euro Steuergelder einzusetzen, und Hauptnutzer Hertha BSC sagt hinterher, so wolle er es nicht, ist ganz schön viel Geld. Das halte ich für ausgeschlossen“, meinte Geisel.

          Fußball-Bundesligaklub Hertha BSC fühlt sich als Hauptmieter im jetzigen Olympiastadion nicht mehr wohl. Die große Arena mit über 70.000 Plätzen ist bei Heimspielen oft nur zur Hälfte besucht, die Stimmung leidet. Der Klub und der Senat befinden sich deshalb in Gesprächen.

          Hertha würde besonders gerne in eine neue Fußballarena mit 55.000 Sitzplätzen im Olympiapark ziehen. Fraglich ist aber, ob der Senat dem Klub das Grundstück überlässt, zumal die Nutzung des Olympiastadions nach dem Auszug der Alten Dame viele Fragen aufwerfen würde. Der Klub hofft auf eine Entscheidung Ende des Jahres oder Anfang 2019.

          Ende der blauen Laufbahn nicht in Sicht

          Einem Umbau des Olympiastadions in eine reine Fußballarena würde auch die blaue Laufbahn zum Opfer fallen. Damit hätte die Leichtathletik in Deutschland kein Stadion mehr, in dem Weltmeisterschaften ausgetragen werden können. Die stimmungsvolle EM in der vergangenen Woche habe aber gezeigt, was Berlin am Olympiastadion in seiner jetzigen Form habe, meinte Geisel.

          Dennoch sei es sehr ernst zu nehmen, dass Hertha unzufrieden ist. „Hertha gehört zu Berlin, und wenn Hertha sagt: Sie wollen mit uns darüber reden, dann ist es selbstverständlich, dass wir mit Hertha darüber reden“, sagte Geisel, meinte aber auch: „Sie merken schon, dass ich da skeptisch bin.“

          Clemens Prokop, langjähriger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), hatte nach der stimmungsvollen EM einen Umbau des Stadions in eine Fußball-Arena für ausgeschlossen gehalten. „Ich bin sicher, dass nach diesen Europameisterschaften die Frage mit der blauen Laufbahn geklärt ist. Sie wird bleiben“, sagte Prokop der Berliner Morgenpost.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wollen beide die Nachfolge von Theresa May als britischer Premierminister antreten: der amtierende Außenminister Jeremy Hunt (rechts) und sein Vorgänger Boris Johnson

          Warnung an Trump : Johnson würde Krieg gegen Iran nicht unterstützen

          Militärische Aktionen gegen Teheran seien keine „sinnvolle Option”, sagt der Favorit auf die Nachfolge von Theresa May. Obwohl er damit Trumps Politik untergräbt, glaubt Boris Johnson an einen schnellen Handelsdeal mit Amerika nach dem Brexit.

          Geplante Digitalwährung : Wie Facebook für Libra werben will

          Facebook plant mit Libra eine Digitalwährung, die das Bezahlen revolutionieren soll. Die Kritik daran ist groß – besonders in Washington. Nun will der Konzern seinen Skeptikern entgegenkommen. Und zugleich eine Warnung aussprechen.
          Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß

          F.A.Z.-Sprinter : Showdown um Europa

          In Straßburg geht Ursula von der Leyen heute aufs Ganze. In der Türkei wird derweil der Prozess gegen Deniz Yücel fortgesetzt. Und der Mond hat am Abend auch noch einen speziellen Auftritt. Was sonst noch wichtig ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.