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Leichtathletik-EM : Der letzte Tag in München

  • Aktualisiert am

Grit Breuer: die pure Freude Bild: dpa

Am letzten Tag der Leichtathletik-EM gab es für die Deutschen noch einmal vier Medaillen - insgesamt waren es 18.

          2 Min.

          Zweite Goldmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei der EM in München: Die deutsche Frauenstaffel in der Besetzung Florence Ekpo-Umoh, Birgit Rockmeier, Claudia Marx und Grit Breuer verteidigte über 4x400 Meter ihren EM-Titel von 1998 in Budapest.

          Schlussläuferin Grit Breuer vergoldete ihre Silbermedaille aus dem Einzelrennen, indem sie die russische Staffel im Endspurt noch auf Rang zwei verwies. Nach 3:25,10 Minuten kam Deutschland vor Russland (3:25,59) und Polen (3:26,15) ins Ziel. Es war die 18. und letzte Medaille für den DLV bei der EM.

          Sturz in der Staffel

          Die hoch gehandelte deutsche Männerstaffel über 4x400 Meter blieb ohne Medaille. Nach einem Sturz des zweiten Läufers Jens Dautzenberg auf der Zielgeraden - provoziert durch einen Rempler des polnischen Kontrahenten - gab es am Ende nur den achten Rang. Gold ging an das favorisierte Quarett aus Großbritannien, das in 3:01,25 Minuten vor Russland (3:01,34) und Polen (3:01,86) knapp gewann.

          Die polnische Staffel wird möglicherweise disqualifiziert, dadurch würden die Franzosen (3:02,76) auf Platz drei nachrücken. Die deutsche Staffel mit Ingo Schultz, Jens Dautzenberg, Lars Figura und Bastian Swillims, in 3:08,86 Achter und Letzter, würde dann als Siebter gewertet.

          Bronze für Schumann und Möllenbeck

          Nils Schumann hat über 800 Meter die Bronzemedaille gewonnen. Der Olympiasieger von Sydney musste sich im Spurt und nach 1:47,60 Minuten dem für Dänemark startenden gebürtigen Kenianer Wilson Kipketer (1:47,25) und Weltmeister Andre Bucher (Schweiz/1:47,43) geschlagen geben.

          „Ich habe eine Gewinnchancen für mich gesehen“, sagte Schumann, „aber ich muss eingestehen, dass heute zwei Läufer besser waren.“ So sei es eben seine erste Bronzemedaille geworden nach EM-Gold 1998 und dem Olympiasieg 2000.

          Dritter wurde auch Michael Möllenbeck im Diskuswerfen. Mit einem Wurf von 66,37 Metern waren nur der ungarische Europameister Robert Fazekas (68,83) und der Litauer Virgilius Alekna (66,62) stärker.

          Silber für DLV-Sprinterinnen

          Die deutsche Sprintstaffel hat es nicht geschafft. Das packende Duell mit den Französinnen verloren Melanie Paschke (Wattenscheid), Gabi Rockmeier, Sina Schielke (beide Dortmund) und Marion Wagner (Mainz) nach 4x100 Metern und 42,54 Sekunden hauchdünn um acht Hunderstel - es blieb die insgesamt neunte Silbermedaille für den DLV in den Tagen von München. Dritte wurden die Russinnen (43,11).

          Keine Medaille gewann die deutsche Männer-Sprintstaffel. Über 4x100 Meter siegte Topfavorit Großbritannien in 38,19 Sekunden vor der Ukraine (38,53) und Polen (38,71). Deutschland wurde nach 38,88 Sekunden Vierter.

          Szabo über 1500 Meter geschlagen

          Die Türkin Sureyya Ayhan hat überraschend die Goldmedaille über 1500 Meter der Frauen gewonnen. In der Weltjahresbestzeit von 3:58,79 Minuten siegte Ayhan vor 5000-Meter-Olympiasiegerin Gabriela Szabo aus Rumänien (3:58,81) und der Russin Tatjana Tomaschowa (4:01,28).

          Der Spanier Alberto Garcia ist über 5000 Meter Europameister geworden. Er gewann in 13:38,18 Minuten vor dem Franzosen Ismail Sghir (13:39,81) und dem Ukrainer Sergej Lubid (13:40,00).

          Finne holt Marathon-Gold

          Der Ukrainer Alexej Lukaschewitsch ist bester Weitspringer Europas. Er sicherte sich den kontinentalen Titel mit 8,08 Metern und blieb damit vor Sinifa Ergotic aus Kroatien (8,00) und Yago Lamela aus Spanien (7,99).

          Die erste Entscheidung des sechsten und letzten Wettkampftages in München war zuvor im Marathonlauf gefallen. Es siegte der Finne Janne Holmen in 2:12,14 Stunden vor dem Esten Pawel Loskutow (2:13,18) und dem Spanier Julio Rey (2:13,21).

          Fünf deutsche Medaillen am fünften Tag

          Drei Silbermedaillen, zwei Mal Bronze: Das war die Bilanz des DLV-Teams am Tag zuvor. Siebenkämpferin Sabine Braun krönte ihre Karriere mit Platz zwei. Silber und Bronze gewannen auch die deutschen Stabhochspringer Lars Börgeling und Tim Lobinger sowie die Marathonläuferinnen Luminita Zaituc und Sonja Oberem.

          Sabine Braun feierte im letzten Mehrkampf ihrer Karriere ein Happy-End. Mit 6434 Punkten wurde die zweimalige Weltmeisterin aus Wattenscheid nur von der Schwedin Caroline Clüft übertroffen, die ihren Junioren-Weltrekord um 72 Zähler auf 6542 Punkte steigerte. Bronze ging mit 6341 Zählern an die Weißrussin Natalja Sasanowitsch.

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