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Leichtathletik-EM : Breuer läuft in die Geschichtsbücher

  • Aktualisiert am

Erfolgreiches DLV-Quartett angeführt von Grit Breuer Bild: dpa

Mit einem gewaltigen Endspurt sicherte Grit Breuer der 4x400-Meter-Staffel Gold und verewigte sich damit in den Leichtathletik-Annalen.

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          Es regnete in Strömen, aber sie spürten den Regen und die Kälte nicht. Völlig losgelöst und eingehüllt in schwarz-rot-goldene, wärmende Flaggen gingen Grit Breuer, Birgit Rockmeier, Claudia Marx und Florence Ekpo-Umoh nach dem Triumph in der 4x400 m-Staffel zum Abschluss der Leichtathletik-EM in München auf die Ehrenrunde und ließen sich von den 48.500 Zuschauern im Olympiastadion bejubeln.

          „Ich bin so happy, ich kann's gar nicht sagen“, jubelte Grit Breuer, nachdem sie auf der Zielgeraden mit einem gewaltigen Schlusspurt die russische Europameisterin Olesja Sikina noch überholt hatte. Strahlend verneigte sich die Leitfigur vor den drei Kolleginnen: „Die Mädels haben vorne so super gearbeitet. Als ich als Erste den Stab übernommen habe, musste ich natürlich gewinnen, auch wenn es gegen Sikina war.“

          Fabelhaftes Comeback

          Nach Silber im Einzel hinter der 21-jährigen Russin krönte die 30-jährige Magdeburgerin im strömenden Regen ihr fabelhaftes Comeback. Neun Wochen lang hatte sie sich in diesem Jahr mit einer entzündeten Achillessehne herumgequält, erst fünf Wochen vor der EM wieder zu laufen begonnen, am letzten Tag in München schrieb sie Geschichte.

          In der europäischen Jahresbestzeit von 3:25,10 Minuten siegte das deutsche Quartett überlegen vor Russland (3:25,59) und Polen (3:26,15). Grit Breuer holte ihren fünften EM-Titel und verewigte sich damit in den Leichtathletik-Annalen. 1990 und 1998 hatte sie jeweils Gold in Einzel und Staffel gewonnen. Damit schob sie sich bis auf einen Sieg an DDR-Olympiasiegerin Marita Koch heran, die mit sechs EM-Titeln zwischen 1978 und 1986 in der ewigen Bestenliste führt und in 47,60 Sekunden immer noch den Weltrekord über 400 m hält.

          Entscheidung auf der Zielgeraden

          Schon Einzel-Silber war für Breuer in München „Gold wert, weil ich doch vor fünf Wochen noch gar nicht richtig laufen konnte. Da war noch jede Oma schneller als ich.“ In der Staffel aber gab die „Kämpferin“ (Breuer über Breuer) noch einmal richtig Gas.

          Bis zur Schlusskurve führte Sikina, dann flog Breuer auf der Zielgeraden wie schon beim sensationellen WM-Triumph 1997 in Athen an der Gegnerin vorbei. „Sikina hat einen großen Fehler gemacht. Sie hat zu früh attackiert“, schilderte Breuer ihre Gedanken während des Rennens: „Ich aber habe an mich geglaubt, und es hat funktioniert.“

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