https://www.faz.net/-gtl-49nq

Leichtathletik-DM : 40. Titel für Dieter Baumann

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          Dieter Baumann bleibt der deutsche Vorläufer und wurde auf einer Ehrenrunde stürmisch gefeiert: Der 38 Jahre alte Olympiasieger von 1992 gewann am Samstag bei den 103. deutschen Leichtathletik- Meisterschaften in Ulm bereits seinen 40. Titel.

          Über seine ehemalige Spezialstrecke 5000 Meter war Baumann vor 15.000 begeisterten Zuschauern von den deutlich jüngeren Gegnern nicht zu schlagen und lief in 13:41,22 Minuten weit vor der Konkurrenz ein einsames Rennen. „Ich hatte mehr mit einer Niederlage als mit einem Sieg gerechnet. Aber die Konkurrenz war überraschend schwach“, sagte er.

          Lobinger sorgte für den ersten Höhepunkt

          Für den Höhepunkt des ersten Tages bei warmer Witterung sorgte Hallen-Weltmeister Tim Lobinger (Köln) im Stabhochsprung mit seinem siebten Meisterschaftssieg. Nach übersprungenen 5,75 Meter ließ er sich erst von der Jahresweltbestleistung von 5,91 Meter stoppen. Der fünfmalige Diskus-Weltmeister Lars Riedel (66,60 Meter) entschied sein Duell gegen Vorjahresmeister Michael Möllenbeck (Wattenscheid/ 62,51) klar für sich und kam zu seinem zehnten nationalen Titelgewinn.

          Die schnellsten Sprinter kommen dagegen aus Wattenscheid: Melanie Paschke holte in mäßigen 11,41 Sekunken ihren fünften Titel, Alexander Kosenkow entthronte in der deutschen Jahresbestzeit von 10,25 Sekunden den achtfachen Meister Marc Blume (10,28). Ein Überraschungsmeister war Jerome Crews (Wattenscheid) im Hürdensprint, der sich in 13,54 Sekunden vor Falk Balzer (Jena/13,58) behauptete. „Das war mein Comeback. Ich hoffe, bald wieder 30er Zeiten laufen zu können“, sagte Balzer, der nach einer zweijährigen Dopingsperre einen neuen Anlauf nimmt und noch ohne Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Paris (23. bis 31. August) ist.

          Der EM-Dritte Lobinger hatte wegen Ulm extra auf einen Start am Abend zuvor zum Golden-League-Auftakt in Oslo verzichtet, um seine WM-Teilnahme nicht zu gefährden. Als sein Sieg feststand, wollte er noch ein Sahnehäubchen draufpacken, was jedoch nicht gelang. Der Dritte Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) erfüllte als vierter Deutscher mit 5,70 Meter die WM-Norm, während dem EM-Zweiten Lars Börgeling (Leverkusen) ein „Salto nullo“ bei seiner Anfangshöhe von 5,50 Meter unterlief - er scheiterte dreimal. Da sein Vereinskamerad Michael Stolle (Muskelfaserriß) erst später in die Saison einsteigt und noch bis zum 3. August mit der Normerfüllung Zeit hat, dürfte diese Disziplin wieder viel Zündstoff im Hinblick auf die WM-Nominierung bringen.

          Zwei-Meter-Springerin Rath schafft nur 1,87 Meter

          „Ich erwarte keinen Leistungsboom, weil wir schon so viele Normerfüller haben. Es geht hier um die Stabilisierung der Ergebnisse durch die Spitzenathleten“, sagte Rüdiger Nickel, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), angesichts der 57 bereits für die WM qualifizierten Athleten. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 39, so daß ein Team von 65 bis 70 Aktiven realistisch ist. Neu hinzu kam am Samstag Stephanie Kampf (Sindelfingen), die im Vorlauf über 400 Meter Hürden 55,47 Sekunden lief.

          Die deutsche Rekordhalterin Susanne Keil aus Frankfurt/Main verteidigte zum Auftakt ihren Titel im Hammerwerfen mit 71,15 Meter und bestätigte mit der zweitgrößten Weite ihrer Laufbahn nach dem Rekordwurf (71,93) ihre ausgezeichnete Form. „Mit drei Versuchen über 70 Meter bin ich zufrieden und kann mit gestärktem Selbstbewußtsein nach Paris fahren. Bei der WM will ich ähnlich gut werfen“, freute sich die 25Jährige.

          Zwei-Meter-Springerin Daniela Rath (Leverkusen) blieb im Hochsprung dagegen schon bei 1,87 Meter hängen und mußte Melanie Skotnik (Fürth/ München/1,90) den Vortritt lassen. Auch in anderen Disziplinen blieben die Siegerleistungen unter den Erwartungen.

          Weitere Themen

          Wiedereinstieg in kleineren Dosen

          Waskes Tennis-Akademie : Wiedereinstieg in kleineren Dosen

          Die Tennis Academy von Alexander Waske hat während der Corona-Pause die Zeit genutzt und ihr Konzept und ihre Methoden überdacht. Entschleunigung ist ein Teil des Neustarts.

          Topmeldungen

          Das SAP-Logo steht auf der Fassade der Konzernzentrale in Walldorf.

          Starkes Quartal : SAP trotzt der Krise

          Mehr Umsatz, mehr Gewinn – SAP kam trotz Coronavirus-Auswirkungen überraschend gut durch das zweite Quartal. Ein Bereich entwickelte sich besonders gut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.