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Leichtathletik : Disziplin Vereinswechsel: Lobinger, Schultz und Drechsler

  • Aktualisiert am

Deutscher Überflieger: Tim Lobinger Bild: dpa

Zwar sind die Leichtathletik-Vereine auch in der finanziellen Klemme, doch dem Wechselspiel der Top-Athleten bereitet das keinen Abbruch.

          Heike Drechsler machte den dritten spektakulären Transfer unter Deutschlands Weltklasse-Leichtathleten nach dem Wechseln von 400-m-Europameister Ingo Schultz (bisher LG Dortmund) zu TSG Bergedorf und Tim Lobinger (Eintracht Frankfurt) zum ASV Köln perfekt.

          Die Weitsprung-Olympiasiegerin verlässt zum Ende der Wechselfrist (30. November) den Karlsruher SC und startet im WM-Jahr 2003 für den lokalen Rivalen LG Karlsruhe. Dies bestätigte Siegfried König, Präsident des neuen Vereins.

          Froh in Karlsruhe

          „Ich bin froh, weiter in Karlsruhe und speziell auch in Baden-Württemberg bleiben zu können“, meinte Drechsler, die die Stuttgarter Olympia-Bewerbung für 2012 unterstützt. Seit Jahren wohnt die gebürtige Thüringerin, deren Vertrag vom KSC vergangene Woche gekündigt worden war, in der badischen Metropole.

          Die 37-Jährige hatte schon vor Wochen erklärt, sie werde definitiv nicht mehr für den KSC starten. Ausschlaggebend waren offenbar finanzielle Differenzen. Laut Manager Jörg Neblung hatte Heike Drechsler dem verschuldeten Klub die Zahlungen im Jahr 2002 gestundet. Die viermalige Europameisterin soll dort über zwei Jahre mit schätzungsweise 5000 Euro auf der Gehaltsliste gestanden haben.

          Ex-Präsident Dietrich, der in weniger als zwei Jahren neun Millionen Euro mehr ausgegeben als eingenommen haben soll, war am 23. Februar als KSC-Chef zurückgetreten. Mit dem neuen KSC-Chef Ulrich Raase gab es laut Jörg Neblung am Freitag ein positiv verlaufenes Gespräch zu Klärung der Drechsler-Forderungen.

          Zu den künftigen Konditionen machte LG-Chef Siegfried König keine Angaben. Der frühere Staffel-Europarekordler (4x200 m), zugleich Organisator des Karlsruher Meetings, muss am 28. Februar dennoch keinen Frauen-Weitsprung ins Programm einbauen. „Zu diesem Zeitpunkt ist Heike Drechsler in Südafrika im Trainingslager“, meinte er am Freitag.

          In Hamburg zum Stammverein zurück

          Ingo Schultz hatte die Rückkehr zu seinem Stammverein TSG Bergedorf mit den Worten kommentiert: „Es hat sich gebissen, wenn ich im Dortmunder Trikot gelaufen bin und als Hamburger Olympia-Botschafter für Feuer und Flamme geworben habe.“

          Der Kontrakt über zwei Jahre sichert dem 27 Jahre alten Weltcup-Zweiten 60.000 Euro pro Saison plus Leistungsprämien. Ein Sponsor soll künftig diesen Part übernehmen .

          Nun nach Köln

          Der fast alljährlich vom Wechselfieber gepackte Tim Lobinger kehrt nach einjährigem Gastspiel bei der LG Frankfurt zum ASV Köln zurück. Deutschlands erster 6-m-Stabhochspringer schloss einen unbefristeten Vertrag mit dem Renommierklub, den der heute 30-Jährige 2000 verlassen hatte, als diesem Insolvenz drohte. Zuletzt hatte sich Lobinger über viele nicht eingehaltene finanzielle Zusagen in Frankfurt beklagt.

          Da es überall an den Mitteln mangelt gab es deutlich weniger Transfers als in Vorjahren. Die LG Bayer Leverkusen meldete als wichtigsten Zugang Sprint-Hoffnung Tim Goebel (ASV Köln), der seit Frühjahr schon bei Gerd Osenberg trainiert.

          Verlassen haben den Verein Weitspringerin Sofia Schulte (Saar 05 Saarbrücken) und Hürdenläuferin Ulrike Urbansky, die künftig beim SC Magdeburg unter Thomas Springstein trainiert. Nicht durch eine Neuverpflichtung kompensieren konnte der TV Wattenscheid die Tatsache, dass die dreimalige Mehrkampf-Weltmeisterin Sabine Braun die Laufbahn beendete.

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