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Leichtathletik : Die Deutschen zwischen Hoffen und Bangen in Ratingen

  • Aktualisiert am

Zehnkämpfer Frank Busemann Bild: dpa

Beim Kampf um die WM-Norm in Ratingen ist für Frank Busemann und die deutschen Siebenkämpferinnen das große Zittern angesagt.

          2 Min.

          Frank Busemann übt sich in Bescheidenheit. Wie jedes Jahr, wenn der Qualifikations-Termin der Zehnkämpfer für das jeweilige Großereignis ansteht, plagen den Olympia-Zweiten von Atlanta Selbstzweifel.

          „Es hört sich lächerlich an, aber die WM-Norm von 8180 Punkten ist das Nonplusultra. Sollte ich rausfliegen, ist das kein Weltuntergang. Dann sollte es halt so sein“, sieht der Leverkusener seine Teilnahme bei den Titelkämpfen in Edmonton als nicht selbstverständlich an.

          Rückschläge und Pause

          Nach der Olympia-Enttäuschung von Sydney hatte sich Deutschlands bester Zehnkämpfer der letzten Jahre zwei Operationen unterzogen und danach bis Ende Dezember „absolut nichts gemacht“.

          Die lange Pause sei gewollt und nötig gewesen, sagt Busemann, um wieder zu sich zu finden. „Denn man fragt sich schon manchmal, wofür man das alles macht.“ Bedingt durch den späten Trainingsbeginn im Januar und einen Muskelfaserriss, den er sich im März zuzog, hinkt Busemann seinem Leistungsplan nun weit hinterher.

          Deutscher Favorit ist Stefan Schmid

          „Sicher ist die Norm das Ziel. Aber sollte ich rausfliegen, bin ich so weit, dass ich sage: Dann soll es halt so sein. Für mich kann diese Saison nur ein Aufbaujahr sein“, sagt der Olympia-Zweite von Atlanta vor dem entscheidenden Wettkampf auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften nach Edmonton (3. bis 12. August).

          Für Bundestrainer Claus Marek ist allein Vorjahressieger Stefan Schmid beim Angriff auf den WM-Richtwert (8.180) und im Duell mit Estlands Olympiasieger Erki Nool eine sichere Bank. „Er hat gut trainiert und ist läuferisch top drauf“, sagt Marek.

          Absage von Roman Sebrle

          Dass Weltrekordler Roman Sebrle entgegen ursprünglicher Planungen nicht ins deutsche Mehrkampf-Mekka kommt, hat Marek abgehakt:

          „Wie wir erfahren haben, war er erkrankt. Höhere Gagenforderungen waren wohl nicht Grund der Absage. Eine Einladung für eine PR-Veranstaltung hat er aber abgelehnt.“ Auch Sebrles Manager Libor Varhanik führte „gesundheitliche Gründe“ für die Absage an.

          Probleme im Damenlager

          Kopfzerbrechen bereiten dem Bundestrainer neben Frank Busemann vornehmlich die Siebenkämpferinnen. Nachdem die zweimalige Welt- und Europameisterin Sabine Braun vom TV Wattenscheid am Mittwoch wegen einer Verletzung am rechten Außenknöchel ihren Start absagte, ruhen alle Hoffnungen auf Hallen-Europameisterin Karin Ertl (Fürth/München).

          Die Olympia-Siebte kämpfte im Vorfeld allerdings mit Sitzbein-Problemen und stand ebenfalls kurz vor der Absage. Sollte Ertl die Norm von 6.250 Punkten verpassen, besitzt sie wie Braun noch zwei Wochen später beim Mehrkampf-Europacup im französischen Arles die Möglichkeit, das WM-Ticket zu buchen.

          Ob die deutsche Rekordhalterin Braun dort startet, will sie in der nächsten Woche entscheiden. Vor dem Hintergrund einer völligen Genesung würde die 35-Jährige einen WM-Verzicht in Kauf nehmen, um sich langfristig auf das letzte Highlight ihrer Karriere, der EM 2002 in München, vorzubereiten.

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