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Leichtathletik : Chronologie im Fall Krabbe

  • Aktualisiert am

Weltmeisterin 1991: Katrin Krabbe Bild: dpa

          Identische Urinproben, Medikamentenmissbrauch mit Clentuberon und Revisionen vor diversen Gerichten kennzeichnen den Doping-Fall Krabbe.

          Frühjahr 1991
          Ein kurzfristiger Wechsel des Trainingslagers von Kuba auf die Bahamas sorgt für erste Doping-Verdächtigungen um die Trainings-Gruppe von Coach Thomas Springstein.

          20. Juli 1991
          Im Trainingslager Zinnowitz werden Urinproben genommen, die später als „identisch“ mit denen von Stellenbosch bewertet werden.

          24. Januar 1992
          Auf Bitten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) werden in Stellenbosch vom südafrikanischen Verband bei Krabbe, Breuer und Silke Möller Dopingkontrollen vorgenommen.

          31. Januar 1992
          Die drei Sprinterinnen und ihr Trainer werden vom DLV suspendiert, da die A-Proben der Athletinnen identisch waren.

          9. Februar 1992
          Die Untersuchung der B-Probe in Köln ist identisch mit der A-Probe. Krabbe und Breuer beteuern, nicht manipuliert zu haben.

          5. April 1992
          Der DLV-Rechtsausschuss hebt mit dem Hinweis unter anderem auf Formfehler die Suspendierung auf.

          28. Juni 1992
          Das Schiedsgericht des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) spricht in London als letzte sportgerichtliche Instanz Krabbe, Breuer und Möller aus formaljuristischen Gründen frei.

          5. August 1992
          Nach einem Test bei einem Trainingslager am 22. und 23. Juli auf Usedom wurden Krabbe und Breuer der Einnahme von Clenbuterol überführt. Als Dritte gesteht Manuela Derr die Einnahme dieses Wirkstoffes in Form des Asthmamittels „Spiropent“. Die drei Athletinnen betonen, daß dieses Mittel nicht auf der Liste der verbotenen Doping-Mittel steht.

          17. November 1992
          Die Medizinische Kommission der IAAF bezeichnet Clenbuterol als Doping-Präparat. Es habe anabole Wirkung.

          26. März 1993
          Der DLV-Rechtsausschuss verurteilt Krabbe und Breuer zu jeweils zwölfmonatigen Sperren, rückwirkend vom 14. August 1992. Derr erhält ein achtmonatiges Wettkampfverbot. Begründung: Medikamentenmissbrauch.

          22. August 1993
          Die IAAF verurteilt Krabbe, Breuer und Derr zu einer Sperre von zwei Jahren auf Grundlage seiner Regel 53,8 die Strafen für unsportliches Verhalten vorsieht.

          20. November 1993
          Das Arbitration Panel der IAAF bestätigt in Monte Carlo die Entscheidung seines Councils, die Sperre um zwei Jahre zu verlängern und lehnt den Widerspruch des DLV ab.

          17. Mai 1995
          Das Landgericht München I stellt die Unwirksamkeit der von der IAAF verhängten zweijährigen Sperre gegen Krabbe fest und gesteht ihr Schadensersatzansprüche in noch nicht bezifferter Höhe zu. Breuer und Derr hatten ihre zunächst gemeinsam vorgetragene Klage zurückgezogen.

          28. März 1996
          Das Oberlandesgericht (OLG) München bestätigt das Urteil vom 17. Mai durch das Landgericht und weist zugleich die Klage gegen den DLV auf mitschuldnerische Haftung ab.

          17. Mai 1996
          Krabbe legt Revision gegen das OLG-Urteil beim Bundesgerichtshof (BGH) als letzter Instanz ein und folgt damit dem Schritt der IAAF.

          Dezember 1996/Januar 1997
          Die IAAF zieht ihre Revision beim BGH zurück, so dass das OLG-Urteil rechtskräftig wird, nach der Krabbe Schadensersatz zusteht. Die Revision gegen den DLV beim BGH erhält Krabbe aufrecht.

          27. Juni 2001
          Nach jahrelangen Recherchen entscheidet das Landgericht München I, dass Krabbe von der IAAF 1,2 Millionen Mark für entgangene Start- und Siegprämien sowie Sponsorengelder bekommt.

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