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Leichtathletik : Carl Lewis gesteht positive Dopingtests

  • Aktualisiert am

Carl Lewis: „Bei mir wurde genauso verfahren wie bei hundert anderen Sportlern auch” Bild: AP

Carl Lewis hat eingestanden, verbotene Substanzen eingenommen zu haben. „Ich bin auf drei verbotene Substanzen positiv getestet worden, aber das Olympische Komitee der USA hat mich freigesprochen“, sagte Lewis.

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          Der frühere Leichtathletik-Star Carl Lewis hat nach den schweren Dopingvorwürfen erstmals eingestanden, verbotene Substanzen eingenommen zu haben, die Vorfälle aber als eine Bagatelle heruntergespielt.

          „Ich bin auf drei verbotene Substanzen positiv getestet worden, aber das Olympische Komitee der USA hat mich freigesprochen. Bei mir wurde genauso verfahren wie bei hundert anderen Sportlern auch, die positiv getestet wurden“, sagte der neunmalige Olympiasieger am Mittwoch in einem Interview mit der kalifornischen Zeitung „Orange County Register“.

          „Unabsichtliche“ Einnahme

          Während der Olympia-Qualifikation 1988 in Indianapolis, waren bei Lewis die Stimulanzien Pseudoephedrin, Ephedrin und Phenylpropanolamin nachgewiesen worden. Alle drei Substanzen stehen auf der Verbotsliste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

          Das Nationale Olympische Komitee von Amerika supendierte Lewis zunächst. Der ehemalige 100-m-Weltrekordler führte aber an, die Mittel hätten ihm keinen Vorteil gebracht und seien auf eine „unabsichtliche“ Einnahme zurückzuführen. Die Substanzen hätten sich in einem Nahrungsergänzungsmittel befunden, über dessen Inhalte er nicht informiert gewesen sei. Lewis wurde freigesprochen und bekam somit grünes Licht für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Seoul.

          100 Athleten positiv: 19 Olympische Medaillen

          In Indianapolis waren auch die späteren Olympiasieger Andre Phillips (400 m Hürden) und Joe DeLoach (200 m) positiv getestet worden. Der 110-m-Hürden-Olympiasieger von 1988, Roger Kingdom, erklärte, er halte Ephedrin für wirksam. „Wenn du erst im Startblock sitzt, dann hilft es dir, schneller zu reagieren“, sagte der selbst mit einer Dopingsperre belegte Kingdom: „Aber es war nicht Carls Fehler. Das System hat verpasst, ihn zu bestrafen.“

          In der vergangenen Woche hatte Wade Exum, beim Usoc früher für den Bereich Doping zuständig, die Vorwürfe gegen Lewis und weitere Sportler erhoben. Insgesamt sollen zwischen 1988 und 2000 mehr als 100 amerikanische Athleten positiv getestet worden sein, die anschließend insgesamt 19 Medaillen bei Olympischen Spielen gewannen. Das Usoc wies die Vorwürfe, gedopte Athleten nicht ordnungsgemäß suspendiert zu haben, zurück. „Wir haben die damals gültigen Regeln angewandt“, so Usoc-Sprecher Darry Seibel.

          „Sie reden über mich, als sei ich noch aktiv“

          Unterdessen forderte der frühere Manager des Kanadiers Ben Johnson - bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul zunächst Gewinner der Goldmedaille vor Lewis, dann aber des Dopings überführt - der Amerikaner solle seine Olympia-Medaillen zurückgeben. „Was glauben sie denn, was der sagt. Er ist der Manager von Ben Johnson. Bleiben wir doch realistisch“, meinte Lewis zu der Forderung. Außerdem verstehe er die derzeitige Aufregung überhaupt nicht: „Ich bin schon seit fünf Jahren nicht mehr dabei. Und sie reden immer noch über mich, als sei ich noch aktiv.“

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