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Leichtathletik : Boulami knackt Hindernis-Weltrekord

  • Aktualisiert am

Ein Mann und seine Zeit: Brahim Boulamis Weltrekord Bild: dpa

Beim Golden-League-Meeting in Brüssel lief der Marokkaner mit Weltrekord über 3000 m Hindernis zu 50.000 Euro und einem Mittelklassewagen.

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          Die Marokkaner Brahim Boulami mit dem Weltrekord von 7:55,28 Minuten über 3000 m Hindernis und sein Landsmann Hicham El Guerrouj mit der zweitschnellsten über 1500 m je erzielten Zeit von 3:26,12 Minuten haben der sechsten Station der Golden League-Meetings am Freitagabend in Brüssel die Glanzlichter aufgesetzt.

          Boulami, bei der WM in Edmonton wegen einer Fußverletzung nur Zehnter, stürmte in Brüssel auf den Tag genau vier Jahre nach dem Rekordlauf des Kenianers Bernard Barmasai in Köln zum neuen Weltrekord über 3000 m Hindernis. Er verbesserte die alte Bestmarke von 7:55,72 Minuten um 44/100 Sekunden. Der dreimalige Weltmeister El Guerrouj rannte über 1500 m nach 3:26,12 Minuten ins Ziel. Nur er selbst war bei seinem Weltrekord (3:26,00) je schneller.

          Boulami trieb den Hasen an

          Sorgen musste sich Boulami, der jüngste von zehn Geschwistern, während des Rennens um das richtige Tempo machen. Im Mittelstück ging dem als Schrittmachen engagierten „Hasen“ die Luft etwas aus. „Ich musste ihn anfeuern“, berichtete Boulami nach dem sensationellen Rennen. Auch die ihm bis auf die letzten Meter verfolgenden Kenianer Reuben Kosgei (7:57,29) und Stephen Cherono (7:58,66) blieben unter der Acht-Minuten-Grenze - bisher einmalig. Sie konnten aber nicht verhindern, das Kenia nach 23 Jahren diesen Weltrekord verlor.

          „Jeder Athlet, der Weltrekord läuft, ist überrascht“, sagte der schnellste Hindernis-Mann auf dem Erdball, der nach einer langer Flaute für den ersten Lauf-Weltrekord seit 1999 sorgte und dafür knapp 50.000 Euro und einen Mittelklassewagen erhielt.

          Olga Jegorowa läuft und siegt weiter

          Der Russe Juri Borsakowski mit 1:42,47 Minuten über 800 m, der Amerikaner Joshua Johnson mit 19,88 Sekunden über 200 m und der Äthiopier Hailu Mekonnen in 7:30,53 Minuten über 3000 m mit weiteren Jahresweltbestzeiten sowie Marion Jones mit ihrem Sprint zum Jackpot boten 45.000 Zuschauern im ausverkauften „König Baudouin-Stadion“ weitere Höhepunkte.

          Die Chance auf einen Anteil am 50 Kilo-Gold-Preis (rund eine Million Mark), der beim Golden League-Finale am kommenden Freitag in Berlin endgültig verteilt wird, bewahrten sich neben El Guerrouj zudem Stephanie Graf (Österreich/800 m) und Olga Jegorowa (Russland/3000 m) mit ihren vierten Siegen. Trotz Niederlagen in Brüssel können beim ISTAF auch noch Andre Bucher(Schweiz/800 m) und Allen Johnson (USA/110 m Hürden) nach dem Gold greifen.

          Yvonne Teichmann mit deutscher Jahresbestzeit

          Stephanie Graf gelang nach Niederlagen bei der WM und in Zürich gegen Maria Mutola (Mosambik) die Revanche. In 1:57,47 Minuten siegte Österreichs beste Leichtathletin vor der britischen Olympia-Dritten Kelly Homes (1:57,90). Weltmeisterin Mutola wurde in 1:57,95 Minuten Dritte vor Yvonne Teichmann aus Magdeburg, die ihre deutsche Jahresbestzeit auf 1:58,62 Minuten steigerte.

          Die beste Platzierung der neun in Brüssel angetretenen Deutschen gelang im Stabhochsprung dem Leverkusener Danny Ecker. Mit 5,80 m musste er sich nur den Amerikanern Jeff Hartung (5,90) und Olympiasieger Nick Hysong (5,80) beugen. Im Speerwerfen nahm Weltmeister Jan Zelezny (Tschechien) mit 85,54 m Revanche für die Züricher Niederlage gegen Raymond Hecht. Der Magdeburger wurde mit 82,37 m nur Fünfter hinter Boris Henry (Saarbrücken/82,81) und vor dem deutschen Meister Peter Blank (Frankfurt/Main/80,69).

          Niederlage für Bucher, Schlappe für Schumann

          Eine Niederlage musste der neue Schweizer Nationalheld Andre Bucher einstecken. Der 800-m-Weltmeister wurde in seinem zehnten Saisonrennen trotz erstklassiger 1:42,75 Minuten vom Hallen-Weltmeister Juri Borsakowski aus Russland erstmals nach neun Erfolgen besiegt. Für Olympiasieger Nils Schumann aus Berlin war das Rennen zu schnell: Er gab nach 500 m auf.

          Bucher verspielte mit seiner Niederlage die Chance, sich ebenfalls wie Marion Jones vorzeitig einen Anteil am Jackpot zu sichern. Den hatte sich die Rumänin Violeta Szekely schon vor einer Woche in Zürich gesichert. Aber das war ihr nicht genug: Sie gewann auch in Brüssel in 3:59,75 Minuten und damit im sechsten Golden League-Rennen zum sechsten Mal.

          Marion Jones beendet Saison nach Lauf zum Jackpot

          Marion Jones feierte beim 25. Sportfest „Memorial van Damme“ über 100 m in 10,86 Sekunden ihre zweite gelungene Revanche gegen Shanna Pintusewitsch-Block aus der Ukraine, gegen die sie bei der WM Edmonton überraschend verloren hatte. Die Weltmeisterin wurde lediglich Vierte. Berlin erteilte die Olympiasiegerin eine endgültige Absage. „Ich bin froh, dass die Europatour zu Ende gegangen ist mit einem hochkarätigen Sieg und einer guten Zeit“, sagte die Sprint- Königin.

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