https://www.faz.net/-gtl-2qka

Leichtahletik : Tim Lobinger immer knapp daneben

  • -Aktualisiert am

Tim Lobinger: Haushaltsgeld nach Höhenflug Bild: AP

Was immer der Stabhochspringer in diesem Jahr unternahm: es klappte nicht. Auch in Leverkusen wurde Tim Lobinger nur Zweiter.

          2 Min.

          Familie Lobinger ist immer für eine Überraschung gut, auch beim Bayer-Sportfest in Leverkusen.

          Nach der Niederlage im mit 40.000 Mark dotierten Severins-Cup der Stabhochspringer machte sich Petra Lobinger um ihr Haushaltsgeld Sorgen, brachte Ehemann Tim doch nur 12.000 Mark für Rang zwei statt der 20.000 Mark-Siegprämie mit nach Hause.

          Petra Lobinger erklärte ihren Tim zum Sieger

          Also stürmte sie nach dem Wettkampf zu ihrem Mann und erklärte ihn zum Sieger. Genau wie Gewinner Danny Ecker hatte ihr Tim 5,72 m übersprungen, aber insgesamt mehr Fehlversuche als der Leverkusener gebraucht. Nach Meinung von Gattin Petra hatte aber Tim gewonnen, weil er die nächste Höhe von 5,62 m im ersten, Ecker aber erst im zweiten Versuch übersprungen hatte. „Diese Regel gilt bei allen Meisterschaften und hier geht es um viel Geld", zeterte sie.

          Sportlerpaar: Petra und Tim Lobinger

          Aber das Kampfgericht entschied nach kurzer Beratung, dass das ursprüngliche Ergebnis in Ordnung sei. Tim Lobinger zeigte sich besonnener als die Ehefrau, der 28-Jährige gratulierte Danny zum Sieg und beendete damit alle Diskussionen. Da nützte es auch nicht, dass Petra mit allen Mittel versuchte, ihn in Kampfesstimmung zu bringen.

          Sticheleien gegen Klima

          „Der Leszek hat am Donnerstag in die Zeitung gesetzt, du seist zu feige, gegen seine Jungs anzutreten", gab Petra ihrem Tim mit auf den Weg. Gemeint war Bundestrainer Leszek Klima, der Ecker in Leverkusen trainiert und früher auch Lobinger.

          Aber Deutschlands erster Sechs-Meter-Springer verhielt sich trotzdem defensiv, um seinen angeschlagenen Ruf in der Leichtathletik-Szene nicht noch weiter zu schädigen, nachdem er schon vor dem Bayer-Sportfest für negative Schlagzeilen gesorgt hatte.

          Streit ums Startgeld

          Da gab es Streit um das Startgeld, nach seinem Einlenken bekam er doch nur 2000 Mark. „Das war alles ein ungeschicktes Missverständnis", sagte Tim und posierte mit Meeting-Direktor Frank Thalheiser für ein Versöhnungsfoto. Angeblich hatte sein Manager Robert Wagner die überzogenen Forderungen gestellt, nach einem persönlichen Gespräch zwischen Lobinger und Thalheiser seien alle Differenzen ausgeräumt.

          Der harte Kampf von Lobinger um das Geld scheint nötig, denn in dieser Saison bestritt der Hallen-Europameister von 1998 weniger Wettkämpfe als in den Jahren zuvor und auch für die WM in Edmonton konnte er sich nicht qualifizieren.

          Kein Stabhochspringen beim ISTAF

          Sein Versuch, beim ISTAF in Berlin einen Stabhochsprung-Wettkampf zu installieren, scheiterte: „Einzige Bedingung war, dass wir vier Banden vermarkten könnten, ich hatte sogar schon einen Sponsor dafür. Aber dann sagte mir Franke, dass wir mit sechs Springern in 45 Minuten fertig sein müssten, damit war das Thema erledigt", so Lobinger.

          Diese Behauptung weist ISTAF-Meetingdirektor Stephane Franke zurück. „ Ich habe den Stabhochspringern angeboten, dass die zwei Banden und die Matte vermarkten können. Wenn sie das schaffen, würde ich sie ins Programm nehmen", erklärte Franke. Aber Lobingers Manager Marc Osenberg habe ihm erklärt, dass sie keine Sponsoren gefunden hätten und damit sei die Sache gestorben.

          Abschiedsfoto im Müngersdorfer Stadion

          Ein anderes Projekt möchte Lobinger im Müngersdorfer Stadion veranstalten. Im Rahmen der Kölner Stadtmeisterschaften möchte der Grand Prix-Gewinner des vergangenen Jahres noch einen Wettkampf in dieser Arena ausrichten, bevor sie im Dezember umgebaut wird. „Das wäre schön, an der Stelle, wo ich sechs Meter übersprungen habe, auch noch ein Abschiedsfoto zu machen."

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Nürnberger Professorin Veronika Grimm soll die Wirtschaftsweisen verstärken.

          Wirtschaftsweisen : Der Sachverständigenrat wird weiblicher

          Veronika Grimm und Monika Schnitzer sollen in das Beratergremium der Bundesregierung einziehen. Die Reaktionen auf die Besetzung der beiden Wissenschaftlerinnen fallen positiv aus – doch es gibt einen Makel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.